Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele starten im August

In drei Etappen soll der Kulturbetrieb in Österreich wieder beginnen. Das eröffnet auch für das Festspieljubiläum Spielräume. So bereiten sich die Salzburger Festspiele auf den Sommer vor.

„Modifizierte Festspiele scheinen möglich“, teilte das Direktorium der Salzburger Festspiele am Freitag mit. SN/andreas kolarik
„Modifizierte Festspiele scheinen möglich“, teilte das Direktorium der Salzburger Festspiele am Freitag mit.

Bis zu 500 Personen dürfen sich ab 1. August wieder zu Sitzplatzveranstaltungen einfinden. Bei Vorlage eines speziellen Sicherheitskonzepts können es bis zu tausend sein. Dies werde der dritte von drei Schritten in Richtung langsamer Normalisierung des Kulturlebens sein, teilten Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler sowie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) am Freitag mit. Der erste Schritt soll ab 29. Mai Veranstaltungen mit 100 Besuchern ermöglichen, in einem zweiten sollen ab 1. Juli Aufführungen mit 250 sitzenden Zuschauern stattfinden können. An diesem Stichtag öffnen etwa die Kinos wieder.

Auch für Sommerfestspiele seien mit dem Fahrplan prinzipiell Voraussetzungen geschaffen, sagte Anschober. Jeder Veranstalter müsse für sich überlegen, wie sein Programm in die vorgegebenen Strukturen passen könnte. Die Ankündigung sei "ein wichtiges, positives Signal für die ganze Kulturbranche", hieß es dazu aus dem Büro des Salzburger LH Wilfried Haslauer (ÖVP). Für das durch die Coronapandemie gefährdete Jubiläumsjahr bedeute dies: "Es wird im August Festspiele geben." Ende Mai sollen erste Pläne für ein abgespecktes Programm präsentiert werden, dessen Realisierung "künstlerisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar" sei, sagte Sprecher Christian Pucher. Während die großen Produktionen auf 2021 verschoben werden, sollen 2020 jedenfalls "Jedermann"-Aufführungen stattfinden, gab Haslauer nach der Landeshauptleutekonferenz in Linz bekannt. "Die Festspiele sind guten Mutes, dass sie trotz Corona ein Zeichen für die Kraft der Kunst gerade in schwierigen Zeiten setzen können", hieß es auch in einer Aussendung des Festspieldirektoriums. Allerdings müsse für "dieses extrem fordernde Jahr" erst einmal geklärt werden, "unter welchen Bedingungen szenische Proben und Auftritte von Orchestern und Chören ermöglicht werden". Die nächste Sitzung des Festspielkuratoriums ist für den 25. Mai anberaumt, an jenem Tag, an dem die Öffnungsschritte in eine gesetzliche Verordnung gegossen werden. Mindestens ein Meter Abstand zwischen den einzelnen Zuschauern ist in dem Maßnahmenpaket vorgeschrieben. Nur bei Sitzplatzveranstaltungen sei dieser Abstand strukturierbar, erläuterte Anschober. Zu den Auflagen zählen "Coronabeauftragte", die Erstellung von Risikoanalysen und das Abarbeiten von Checklisten.

Die Bregenzer Festspiele haben am Freitag hingegen die Absage der Saison bekannt gegeben - erstmals seit 1946 und "schweren Herzens", wie Intendantin Elisabeth Sobotka sagte. Der Kaufmännische Direktor Michael Diem erklärte, das Festival sei mit 1000 Gästen auf der Seebühne "wirtschaftlich nicht machbar". 28 Vorstellungen des "Rigoletto" wären heuer auf der Freiluftbühne vor je 6980 Zusehern gespielt worden. Arrigo Boitos Oper "Nero" im Festspielhaus wandert wie "Rigoletto" ins Programm 2021, "Madama Butterfly" wird auf 2022 verschoben.

Aufgerufen am 31.05.2020 um 05:18 auf https://www.sn.at/salzburger-festspiele/salzburger-festspiele-starten-im-august-87639976

Kommentare

Schlagzeilen