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#14 Häusliche Gewalt: Wie jede fünfte Frau in Österreich unter ihrem Mann leidet

Es fängt mit Beschimpfungen und Drohungen an - und endet oft in regelmäßigen Schlägen. Eine von fünf Frauen in Österreich hat schon einmal körperliche Gewalt durch den Ehemann oder Partner erlebt. Birgit Thaler-Haag, Leiterin des Salzburger Frauenhauses, erzählt in einer neuen Podcast-Folge, was diese Frauen durchmachen und wie sie wieder auf die Beine kommen.

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Die gefragte Frau Katharina Maier
Birgit Thaler-Haag ist seit mehr als 20 Jahren in der Frauenhausbewegung aktiv.  SN/maier
Birgit Thaler-Haag ist seit mehr als 20 Jahren in der Frauenhausbewegung aktiv.

Oft sind es Lappalien: Das Essen ist kalt, die Wohnung nicht ordentlich geputzt oder die Kinder zu laut. Für Gewalttäter ist das manchmal schon Grund genug, um die eigene Frau psychisch oder körperlich anzugreifen. Dass häusliche Gewalt immer noch ein großes Problem ist, erlebt Birgit Thaler-Haag tagtäglich. Die gebürtige Tirolerin leitet seit 2007 das Salzburger Frauenhaus. Dort finden Frauen, die unter Gewalt leiden, Zuflucht und Unterstützung. In einer neuen Podcast-Folge erzählt Thaler-Haag vom Alltag im Frauenhaus.

Das Salzburger Frauenhaus gibt es seit über 40 Jahren. Noch immer ist der Bedarf groß. Pro Jahr müssen etwa 100 Frauen abgewiesen werden, weil kein Platz zur Verfügung steht. "Ein Grund dafür, dass Frauen immer noch an häuslicher Gewalt leiden, ist die Tatsache, dass Frauen in unserer Gesellschaft nicht gleichberechtigt sind", ist sich Thaler-Haag sicher.

Im Podcast erklärt sie auch, warum viele Frauen oft jahrelang mit gewalttätigen Männern zusammenbleiben und sich nicht trauen, jemandem davon zu erzählen: "Gewalt - egal ob psychisch oder körperlich - zerstört das Selbstbewusstsein von Frauen. Bis sie dann irgendwann denken, dass sie nichts wert sind und es nicht anders verdient haben, weil sie sich zu wenig bemüht haben." Sätze wie "Du bist nichts wert" oder "Du bist zu dumm für alles" belasten extrem, weiß Thaler-Haag.

Was kann man tun, wenn man eine Frau kennt, die unter häuslicher Gewalt leidet? Wie viele Frauen kehren nach einem Frauenhaus-Aufenthalt wieder zu ihren Männern zurück und wie gehen die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses mit den vielen Schicksalen um? Darüber spricht Birgit Thaler-Haag im Podcast - zu hören auf allen gängigen Streamingportalen wie Spotify, iTunes und Co. sowie direkt hier auf SN.at!

Frauenhaus: Kontakte und Spendenmöglichkeiten

Telefon: 0662 / 458 458

E-Mail für Frauen: frauenbereich@frauenhaus-salzburg.at

E-Mail für Kinder: kinderbereich@frauenhaus-salzburg.at

Spendenkonto: Salzburger Sparkasse
IBAN: AT38 2040 4023 0033 6040
BIC: SBGSAT2SXXX

Das Salzburger Frauenhaus ist neben den Frauenhäusern in Hallein und Saalfelden eines von drei Frauenhäusern in Salzburg.

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