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#34 Kehrt nun die sexistische Normalität zurück?

Der Corona-Lockdown hat die Zahl der sexuellen Übergriffe in Bars oder auf der Straße kurzfristig sinken lassen. Mit der Rückkehr zur Normalität wird sexuelle Gewalt im öffentlichen Raum wieder präsenter - und damit auch die Frage: Muss man sich als Frau nachts fürchten? Ein Podcast mit Sabrina Steinhuber vom Frauennotruf Salzburg.

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Die gefragte Frau Katharina Maier
Sabrina Steinhuber vom Frauennotruf Salzburg sagt: „Es gibt viele Mythen über sexuelle Übergriffe. Der Großteil passiert im Bekannten- und Freundeskreis.“ SN/maier
Sabrina Steinhuber vom Frauennotruf Salzburg sagt: „Es gibt viele Mythen über sexuelle Übergriffe. Der Großteil passiert im Bekannten- und Freundeskreis.“

Den Schlüssel zwischen die Finger geklemmt, das Handy griffbereit - für alle Fälle ist in der Handtasche der Pfefferspray. Die Umgebung wird wachsam beobachtet, jedes Geräusch lässt aufhorchen. Viele Frauen haben ein mulmiges Gefühl, wenn sie nachts allein durch die Straßen gehen.

Sabrina Steinhuber vom Frauennotruf Salzburg sagt, dieses Verhalten sei ganz normal: "Frauen lernen von klein auf, was sie im öffentlichen Raum nicht tun sollten und wo überall Gefahren lauern. Das verinnerlicht man." Zu oft werde jedoch die Angst in den Mittelpunkt der Debatte gestellt, sagt Steinhuber im Podcast. Sie plädiert dafür, den Diskurs weg von der Angst und hin zu den tatsächlichen Gewalttaten zu bringen. Statistisch gesehen sei es nämlich viel wahrscheinlicher, von den eigenen Freunden belästigt zu werden als von einem Wildfremden auf der Straße.

Die Zahlen sprechen für sich: Drei Viertel aller Frauen sind schon einmal sexuell belästigt worden. Vielen war es vermutlich gar nicht bewusst - denn sexuelle Gewalt gehe schon bei anzüglichen Blicken, blöden Witzen oder unerwünschten Berührungen los, sagt Steinhuber. Jede Frau habe dabei ihre individuellen Grenzen: Für die eine sei ein Grapscher "nur" unangenehm, für eine andere könne er alte Wunden aufreißen.

Im Podcast spricht Sabrina Steinhuber auch darüber, warum viele Opfer nicht vor Gericht ziehen und sich oft selbst Vorwürfe machen - und sie gibt Tipps, wohin sich Betroffene wenden können.

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Hilfe in Gewaltsituationen

Wenn Sie selbst von Gewalt betroffen sind oder Angehörigen helfen möchten, gibt es eine Reihe von Anlaufstellen:

Die Frauenhelpline erreichen Sie täglich von 0 bis 24 Uhr kostenlos unter der Nummer 0800 / 222 555. Die Frauenhelpline erreichen Sie auch im Internet unter www.frauenhelpline.at

Den Frauennotruf Salzburg erreichen Sie unter 0662 / 88 11 00 und unter www.frauennotruf-salzburg.at.

Den Männernotruf erreichen Sie täglich von 0 bis 24 Uhr kostenlos unter der Nummer 0800 / 246 247.

Die Telefonseelsorge erreichen Sie täglich von 0 bis 24 Uhr kostenlos unter der Nummer 142.

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