Bundesliga

Hohe Ablöse an St. Pölten - Rapid holt Didi Kühbauer als neuen Trainer

Dietmar Kühbauer soll den SK Rapid aus der Krise führen. Österreichs kriselnder Fußball-Rekordmeister holt den 47-Jährigen um viel Geld von St. Pölten als Cheftrainer nach Hütteldorf. Kühbauer folgt auf Goran Djuricin und erhält einen Vertrag bis Sommer 2021.

Ablöse in Hütteldorf: Goran Djuricin musste seine Funktion als Rapid-Trainer zurücklegen, Didi Kühbauer (r.) ist sein Nachfolger. Das Foto entstand am Samstag (29. September 2018) vor dem Meisterschaftsspiel zwischn Rapid Wien und St. Pölten (0:2).  SN/GEPA pictures
Ablöse in Hütteldorf: Goran Djuricin musste seine Funktion als Rapid-Trainer zurücklegen, Didi Kühbauer (r.) ist sein Nachfolger. Das Foto entstand am Samstag (29. September 2018) vor dem Meisterschaftsspiel zwischn Rapid Wien und St. Pölten (0:2).

Rapid hatte sich am Samstagabend von Djuricin getrennt - nach einer 0:2-Niederlage gegen das von Kühbauer betreute Sensationsteam St. Pölten, das nach neun Runden auf Rang zwei liegt. Rapids Absturz auf Tabellenplatz acht und wochenlange Fan-Proteste hatten Djuricin den Job gekostet.

Eine Club-Legende soll nun Rapid wieder an die Spitze führen, die Unterstützung der Fans sollte kein Problem sein. Rapid ließ sich das Engagement von Kühbauer sehr viel Geld kosten. Die Hütteldorfer zahlen an St. Pölten eine Ablöse von fast einer Million Euro, wie Branchen-Insider den SN mitteilten.

In St. Pölten wäre Kühbauers Vertrag noch bis Ende Juni 2019 gelaufen. Der SK Rapid Wien und der SKN St. Pölten haben über die Ablösesumme offiziell Stillschweigen vereinbart.

Kühbauer sagte jedenfalls nach seiner Bestellung zum Rapid-Trainer: "Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass es für mich ein großes Ziel ist, bei Rapid auch als Trainer tätig zu sein. Umso mehr freue ich mich, dass mir nun das Vertrauen entgegengebracht wird. Gemeinsam stehen wir jetzt vor einer herausfordernden und keineswegs leichten Aufgabe, aber ich brenne darauf, diese zu bewältigen."

Offiziell präsentiert wird der neue Cheftrainer am Dienstag (13.00 Uhr) bei einer Pressekonferenz.

Für Kühbauer ist es eine Rückkehr zu seinem Herzensverein. Als Antreiber im Mittelfeld feierte er mit Rapid den Cupsieg 1995, den Meistertitel 1996 und den Einzug ins Finale des Europacups der Cupsieger 1996, ehe es ihn nach fünf Jahren im Dress der Grün-Weißen ins Ausland nach Spanien (Real Sociedad) und Deutschland (VfL Wolfsburg) zog. Als Trainer hatte er auf all seinen bisherigen Stationen bei der Admira (Aufstieg 2011 und Europacup-Qualifikation), beim WAC (Europacup-Qualifikation) und in St. Pölten (Rang zwei in der aktuellen Tabelle) Erfolge.

Das machte ihn zum Wunschtrainer bei Rapid. "Ich habe schon lange eine sehr hohe Meinung von Didi und mit ihm schon weit vor seinem erfolgreichen Engagement beim SKN St. Pölten sehr gute Gespräche geführt. Ich bin überzeugt, dass er grundsätzlich, aber ganz besonders in unserer aktuellen Situation, perfekt zum SK Rapid passt und freue mich sehr, dass er trotz der großartigen Performance, die er derzeit mit St. Pölten hinlegt, unser Angebot annimmt", erklärte Sportchef Freddy Bickel. Kühbauer bringt seinen langjährigen Co-Trainer Manfred Nastl mit, der die Stelle von Martin Bernhard übernimmt.

In St. Pölten wird Sportkoordinator Marcel Ketelaer bis auf weiteres das Training leiten. In der Länderspielpause soll ein neuer Cheftrainer gefunden werden, gab der Verein aus der Landeshauptstadt bekannt.

Kühbauer habe man schweren Herzens ziehen lassen. "Wir haben alles versucht, um Dietmar Kühbauer in St. Pölten zu halten, aber wir mussten uns letztendlich seinem ausdrücklichen Wunsch beugen, nach Hütteldorf zu gehen. Es macht auch keinen Sinn einen Trainer zu halten, der sich verändern möchte. Wir danken Didi für seinen Einsatz für den SKN. Er hat den positiven Turnaround geschafft. Diesen Weg wollen wir nun fortsetzen", sagte SKN-Präsident Helmut Schwarzl.

Liste der Rapid-Trainer seit 1989. SN/APA
Liste der Rapid-Trainer seit 1989.
Quelle: APA

Aufgerufen am 03.07.2020 um 11:30 auf https://www.sn.at/sport/fussball/bundesliga/hohe-abloese-an-st-poelten-rapid-holt-didi-kuehbauer-als-neuen-trainer-40985788

Kommentare

Schlagzeilen