ÖFB-Cup

Red Bull Salzburg feiert Cupheld Patrick Farkas

Mit einem 2:0-Sieg über Rapid Wien hat Red Bull Salzburg den österreichischen Fußballcup 2019 gewonnen. Patrick Farkas und Munas Dabbur trafen für die Bullen.

Teil eins des Unternehmens Double 2019 ist erledigt: Red Bull Salzburg hat mit einem 2:0-(2:0-)Sieg im Finale gegen Rapid Wien am Mittwoch den österreichischen Fußballcup gewonnen.

Es war der sechste Cupsieg in acht Jahren für die Salzburger. In der Reihe der vielen Endspiele wird jenes von 2019 in der Clubgeschichte als das Farkas-Finale in Erinnerung bleiben. Erster Startelfeinsatz seit fast einem Jahr, erstes Tor erzielt und am Ende mit Gelb-Roter Karte vom Platz gestellt: Der 26-Jährige hat in 83 Minuten kaum etwas ausgelassen.

Wer soll Andreas Ulmer ersetzen? Das war die zentrale Frage vor dem Spiel. Der Linksverteidiger und Kapitän hatte im Spiel gegen den WAC am Sonntag einen Muskelfaserriss erlitten. Trainer Marco Rose lieferte die wohl am wenigsten erwartete Antwort in Person von Patrick Farkas. 353 Tage waren vergangen, seit der Burgenländer just gegen Rapid einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Nach seiner Genesung hatte Farkas ganze acht Minuten Spielpraxis beim 3:0 gegen den WAC Anfang März erhalten.

"Er hat seit Monaten gut trainiert", rechtfertigte Marco Rose den Einsatz des Dauerreservisten. Rapid vermutete auf Farkas' linker Abwehrseite eine Schwachstelle und kam durch Thomas Murg (2.) und Stefan Schwab (6.) zu den ersten Chancen. Doch der neue Mann war bald drin im Spiel und hatte selbst die erste gute Möglichkeit, traf aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz (11.).

In einer offenen Partie klopfte Xaver Schlager bei Torhüter Richard Strebinger an (29.), ehe Patrick Farkas ein Kapitel in seinem persönlichen Fußballmärchen vollendete: Nach einem Doppelpass mit Munas Dabbur schoss er Strebinger den Ball per "Spitz" zwischen den Beinen ins Tor - 1:0 durch den Ersatzmann nach 37 Minuten.

Nur 118 Sekunden später war das Finale praktisch schon entschieden. Zlatko Junuzovic konnte von links ungehindert flanken, Munas Dabbur traf per Kopf zum 2:0. Noch einmal zwei Minuten später lud der völlig indisponierte Strebinger Fredrik Gulbrandsen zu einem Heber von der Strafraumgrenze ein, der aber knapp neben das Tor ging.

Strebinger legte in der Pause eine Extraschicht mit Tormanntrainer Helge Payer ein. Dem Rapid-Keeper war dann auch ein Erfolgserlebnis vergönnt, als ihn Dabbur mit einem sehenswerten Fallrückzieher nicht bezwingen konnte (54.). Seine Kollegen in der Offensive waren zwar bemüht, noch die Wende zu schaffen, dabei aber nicht vom Glück verfolgt. Erst traf Mert Müldür per Hinterkopf nur die Querlatte (60.), dann erstickte der Torjubel von Mario Sonnleitner, der einen Kopfball über Alexander Walke ins Netz gehoben hatte (74.): Christoph Knasmüllner hatte André Ramalho im Gerangel weggeschoben.

Die Nerven flatterten trotz 2:0-Führung bei den Bullen. Patson Daka vergab allein vor Strebinger den Matchball (79.). Dann schwächte der bis dahin so starke Patrick Farkas sein Team: Er kritisierte Schiedsrichter Manuel Schüttengruber lautstark und sah Gelb-Rot (83.). In den hitzigen Schlussminuten ließen sich aber auch zehn Salzburg-Spieler nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.

Kapitän Alexander Walke sagte: "Obwohl wir anfangs unter Druck waren, haben wir sicher verdient den Cupsieg geholt. Wichtig ist, dass der Pott wieder bei uns ist." Farkas sagt: "Solche Geschichten schreibt eben der Fußball. Der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt. Ich wollte zeigen, dass auch ich Teil dieser Mannschaft bin."

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