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Didi Kühbauer macht Dampf bei Rapid Wien: "Schwitzen tut keinem weh"

Die Bestellung von Didi Kühbauer zum neuen Cheftrainer mag rasch erfolgt sein, war aber grundsätzlich schon längere Zeit in Vorbereitung. Das stellte sich nämlich bei der Präsentation von Kühbauer am Dienstag heraus. Der neue Coach zeigte sich dabei in gewohntem Offensivmodus.

Didi Kühbauer bei seiner Vorstellung am Dienstag (2. Oktober 2018) – mit ihm als Rapid-Trainer wird es garantiert nie langweilig. SN/gepa pictures (2), apa (2)
Didi Kühbauer bei seiner Vorstellung am Dienstag (2. Oktober 2018) – mit ihm als Rapid-Trainer wird es garantiert nie langweilig.

Rapids Sportchef Fredy Bickel berichtete sehr offen, dass er es sich in seiner Funktion angewöhnt habe, Namenslisten von Trainern zu führen. Wohl vorsorglich für den Fall, dass der aktuelle Betreuer der Mannschaft nicht mehr zu halten sei.

Auf Bickels Liste stand daher auch der Name Didi Kühbauer, geboren am 4. April 1971 in Heiligenkreuz im Lafnitztal im Burgenland. Und mit Kühbauer selbst hatte sich Bickel in den vergangenen zwölf Monaten "schon zwei-, dreimal getroffen".

Am Samstag musste Bickel den bisherigen Coach Goran Djuricin nach der 0:2-Heimniederlage gegen St. Pölten freistellen. Danach begann das intensive Bemühen um den Trainer von St. Pölten, eben jenen Didi Kühbauer. Am Montag waren die Verhandlungen abgeschlossen, St. Pölten soll für die Ablöse Kühbauers einen nicht ganz siebenstelligen Euro-Betrag erhalten.

Kühbauer unterzeichnete bei Rapid Wien einen Vertrag als Trainer bis 2021. Eine Arbeitsvereinbarung mit den Hütteldorfern ist Kühbauer nicht fremd. Als Profi spielte er von 1992 bis 1997 für Rapid.

Bickel bemühte bei der Präsentation von Kühbauer Vergleiche aus der Meteorologie. Er hoffe, dass nun wieder die Sonne durch jene Wolkendecke durchbricht, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten über Rapid Wien gelegt habe.

Kühbauer, ohnehin als Wirbelwind bekannt, könnte der richtige Mann für diese Aufgabe sein. Bereits am Mittwoch wird er mit der Mannschaft zum Auswärtsspiel der Europa League zu den Glasgow Rangers fliegen. Das Spiel am Donnerstag "wollen wir auf keinen Fall verlieren."

Auf Bickels Liste stand Kühbauer nicht von ungefähr. "Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Trainer bei meinem Herzensclub Rapid werden will." Der 47-Jährige, der als Spieler Meister und Europacupfinalist mit Rapid war, bekam von seinem bisheriger Arbeitgeber SKN St. Pölten keine Steine in den Weg gelegt.

Mit den Niederösterreichern war Kühbauer bislang die Sensation der Liga. Er kann den Club als Tabellenzweiten und somit ruhigen Gewissens übergeben. Als Kandidaten wurden Ex-Mattersburg-Coach Gerald Baumgartner und der langjährige Peter-Stöger-Assistent Manfred Schmid genannt.

Als Kühbauer am heurigen Ostermontag (2. April) den Bundesligisten SKN St. Pölten übernahm, lagen die Niederösterreicher abgeschlagen nach der 28. Runde am Ende der Tabelle. Daran änderte sich bis Saisonende zwar nichts, doch Kühbauer schaffte mit St. Pölten in der Relegation gegen Wiener Neustadt den Klassenerhalt.

"Schwitzen tut keinem weh"

Zunächst geht es Kühbauer aber darum, sich mit den Spielern vertraut zu machen. "Von ihrer persönlichen Seite, denn fußballerisch kenne ich sie", sagte der Ex-Teamspieler, der am Dienstagnachmittag im Allianz Stadion sein erstes Training mit den Grün-Weißen leitete. Er wolle den Kickern die Belastung nehmen, die in den vergangenen Wochen offenbar hemmend wirkte. "Der Druck gehört weg. Wir möchten in die Zukunft schauen und es deutlich besser machen."

Wunderdinge dürfe man sich allerdings nicht erwarten, betonte Kühbauer. "Ich kann nicht hergehen und ein Zaubersystem erfinden." In punkto System ließ sich der Burgenländer ohnehin nicht festlegen. "Ich werde das spielen lassen, was der Mannschaft am besten liegt", meinte der Coach und sagte außerdem: "Es nützt nichts, wenn man drei Systeme spielen kann, aber die Bereitschaft nicht da ist, das umzusetzen."

Kühbauer versprach ein angriffslustiges Team. "Natürlich wird die Spielanlage nicht wie bei St. Pölten sein. Rapid muss im Fokus haben, offensiv zu sein." Dabei dürfe man jedoch nicht auf die Stabilität in der Defensive vergessen, ergänzte der Trainer.

Änderungen wird es wohl zumindest bei der Trainingsintensität geben. "Schwitzen tut keinem weh, deswegen wird das Training möglicherweise ein bisschen angezogen", erklärte Kühbauer.

"Keine Staubzucker in den ... blasen"

Vollen Einsatz im Dienst der Sache fordert Kühbauer nicht nur von seinen Spielern, sondern auch von den Anhängern. "Es kann nicht sein, dass die Leute so wie gegen St. Pölten nach 15 Minuten zu pfeifen beginnen. Wir brauchen ihre Unterstützung, wir brauchen jeden Fan. Das heißt aber nicht, dass sie uns Staubzucker in den sogenannten .... blasen sollen."

Kühbauer will beim Anhang wieder Begeisterung auslösen. "Ich werde alles reinlegen, um es zu schaffen, dass die Rapidler, die im Moment nicht ins Stadion kommen und unzufrieden sind, wieder an Rapid glauben."

Bei seiner Präsentation betonte Kühbauer auch die Verbundenheit mit den Hütteldorfern, für die er von 1992 bis 1997 gespielt hatte. "Jeder kennt meine Geschichte, was Rapid betrifft. Ich hatte hier eine unglaubliche Zeit als Spieler und habe viele Freunde gewonnen. Dass sich jetzt der Kreis schließt, ist eine unglaubliche Geschichte."

Während der Burgenländer mit den Grün-Weißen die Meisterschaft (1996) und den Cup (1995) holte, wartet man im Westen Wiens nun schon seit über zehn Jahren auf einen Titel. Die Möglichkeit auf den Cup-Erfolg besteht in dieser Saison, in der Bundesliga beträgt der Rückstand des Tabellenachten auf Red Bull Salzburg allerdings schon 18 Punkte. "Im Moment steht Salzburg über den anderen, doch Rapid hat die größte Fan-Base und gute Spieler. Ich verspreche, dass wir näher herankommen werden."

Sollte das nicht gelingen, dürfte es trotz seines Standings bei den Wienern schwierig für ihn werden. "Die Rapid-Vergangenheit wird mir nicht helfen, wenn ich gemeinsam mit der Mannschaft nicht performe", sagte der Nachfolger von Goran Djuricin.

Rapid-Trainer seit 1989. SN/APA
Rapid-Trainer seit 1989.
Quelle: APA

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