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Red Bull Salzburg reizte die Bayern und ging im Finish mit 2:6 unter

Red Bull Salzburg forderte den amtierenden Champions-League-Sieger FC Bayern München lang, doch am Ende setzt sich die Klasse des Titelverteidigers durch. Die Watsch'n für den Serienmeister fiel mit 2:6 zu deutlich aus.

3,5 Tore erzielt Bayern München in dieser Saison im Schnitt, am Dienstagabend waren es sogar sechs: Österreichs Fußballmeister Red Bull Salzburg unterlag am dritten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase dem Titelverteidiger mit 2:6 (1:2) und fiel damit hinter Lok Moskau (1:1 gegen Atlético Madrid) auf den letzten Tabellenplatz zurück.

Dabei lag 80 Minuten lang in der verwaisten Red-Bull-Arena eine ganz große Fußballsensation in der Luft. Die Salzburger boten gegen den in der Abwehr anfangs oft indisponierten FC Bayern eine herausragende Leistung, stürmten herzerfrischend und erzielten durch Mërgim Berisha nach nur vier Minuten sogar das Führungstor. Ein Traumstart für die mutigen Bullen, die aggressiver, entschlossener und ballsicherer wirkten. Es ging hin und her mit guten Torchancen hüben wie drüben. Ein Elfmeter von Robert Lewandowski (21.) nach Foul von Enock Mwepu an Thomas Müller und schließlich ein Eigentor per Kopf von Salzburgs Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen zum 1:2 (44.) brachten die Bayern zurück ins Spiel - allerdings mit Glück. Bei der Entstehung zu diesem Gegentreffer schien Lewandowski im Abseits zu stehen. Und zuvor wurde den entfesselten Bullen bei einem Handspiel von Corentin Tolisso ein glasklarer Elfmeter vom niederländischen Schiedsrichter Danny Makkelie vorenthalten.

Die Salzburger kämpften weiter, starteten ebenso couragiert in die zweite Hälfte und wurden tatsächlich mit dem 2:2 belohnt. Der kurz zuvor eingewechselte Masaya Okugawa verwertete das perfekte Zuspiel von André Ramalho (66.). Bayerns Kingsley Coman hatte zuvor nur die Querlatte getroffen. Salzburgs Festspiele standen damit kurz vor ihrer Krönung, doch sie sollten am Ende unvollendet bleiben. Denn nach einem Dreifachwechsel des unzufriedenen Bayern-Trainers Hansi Flick, der Sané, Sarr und Javi Martínez ins müde Spiel der Münchner brachte, drehte der Champions-League-Gewinner doch noch auf: In den letzten elf Minuten erzielte der FC Bayern durch Jérôme Boateng (per Kopf nach Ecke), Leroy Sané (mit einem platzierten Schuss ins Kreuzeck), erneut Lewandowski (nach Flanke per Kopf) sowie Lucas Hernández (mit einem Hammer unter die Querlatte) nicht weniger als vier Tore und brach Salzburg komplett.

Einmal mehr konnten die Bullen damit einen durchaus möglichen Punktgewinn in der Champions League nicht einfahren. Dasselbe Schicksal war Trainer Jesse Marsch und Co. schon vergangene Woche beim 2:3 gegen Atético Madrid widerfahren. So meinte Marsch auch, dass er einerseits stolz auf die Leistung "der ganzen Gruppe" sei, andererseits enttäuscht über das Ergebnis: "Das 2:6 repräsentiert nicht dieses Spiel, denn wir waren bis zum dritten Gegentor richtig gut."

Stimmen zum Spiel

Dominik Szoboszlai: "Bis zur 80. Minute waren wir gut drauf und haben das gespielt, was wir wollten. Wir hatten keine Angst vor dem Titelverteidiger. Wenn jemand jetzt das Resultat von 2:6 sieht, dann zeigt das gar nicht, was wir gespielt haben. Wir hatten Chancen auf das 3:2, und das hat nicht geklappt. Sie spielen eben in der deutschen Bundesliga und nicht in der österreichischen. Wir hätten aber bis zum Ende kämpfen müssen. Dann verlieren wir 2:3, und das sieht besser aus. Wir müssten manche Aktionen besser zu Ende spielen."

Jesse Marsch: "Ich bin immer stolz auf meine Jungs. 6:2 repräsentiert nicht dieses Spiel, denn wir waren richtig gut. Dann kriegen wir ein Tor aus einem Standard und das war wie ein Dammbruch. Jetzt ist es ein schlechtes Gefühl, denn 75 Minuten haben wir der besten Mannschaft der Welt einen Schlagabtausch geliefert. Die Einwechslung von Onguéné? Das war keine gute Entscheidung. Es stand 2:2, das war ein gutes Ergebnis. Wir haben zuletzt immer späte Tore bekommen, ich wollte Sicherheit reinbringen."

Im Parallelspiel holte Lok Moskau daheim ein 1:1-Remis gegen Atlético Madrid. Die weiteren Dienstag-Spiele:

Gruppe B
S. Donezk - M'gladbach 0:6 (0:4)
Real Madrid - Inter Mailand 3:2 (2:1)

Gruppe C
Manchester C. - Olympiak. 3:0 (1:0)
FC Porto - Marseille 3:0 (2:0)

Gruppe D
Midtjylland - Ajax A. 1:2 (1:2)
Atalanta - Liverpool 0:5 (0:2)

1. Bayern München 3 3 0 0 12:3 9
2. Atlético Madrid 3 1 1 1 4:7 4
3. Lok Moskau 3 0 2 1 4:5 2
4. Red Bull Salzburg 3 0 1 2 6:11 1
Red Bull Salzburg - Lok Moskau 2:2
Bayern München - Atlético Madrid 4:0
Lok Moskau - Bayern München 1:2
Atlético Madrid - Red Bull Salzburg 3:2
Lok Moskau - Atlético Madrid 1:1
Red Bull Salzburg - Bayern München 2:6
Bayern München - Red Bull Salzburg 25. 11. (21.00)
Atlético Madrid - Lok Moskau 25. 11. (21.00)
Lok Moskau - Red Bull Salzburg 1. 12. (18.55)
Atlético Madrid - Bayern München 1. 12. (21.00)
Red Bull Salzburg - Atlético Madrid 9. 12. (21.00)
Bayern München - Lok Moskau 9. 12. (21.00)

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

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