Es muss weitergehen und der Fußball hilft ein wenig

FC Salzburg gegen Bayern hätte ein großes Fest werden können. Es kam ganz anders. Und dennoch war es wichtig, dass es diese Partie gab.

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Standpunkt Alexander Bischof

In ganz schrecklichen und unsicheren Zeiten wie diesen ist es schwierig, fast unmöglich, ein Fußballspiel restlos zu genießen und sich über gekonnte Aktionen zu freuen. Auch wenn es sich dabei um eine Partie in der Königsklasse zwischen dem FC Salzburg und dem Titelverteidiger in der Champions League, Bayern München, handelte. Zu sehr haben sich die fürchterlichen Terroreindrücke der Nacht von Montag auf Dienstag in das Hirn geprägt und sind noch immer allgegenwärtig. Und dazu kommt auch noch die große Verunsicherung, die aktuell auch wegen der Coronapandemie herrscht. Zahlen, Tore, Tricks und gewonnene Zweikämpfe rücken in Anbetracht dessen, was Österreich und die ganze Welt derzeit bewegt, völlig in den Hintergrund. Wer will da noch Kritik an einem Spieler nach einem verschossenen Elfer üben, einen Torhüter nach einem Patzer verdammen oder sich über Geisterspiele aufregen? Das alles ist plötzlich kaum mehr von Bedeutung. Trotzdem ist es wichtig, dass der Fußball rollt. Es muss und wird weitergehen. Spiele wie Bayern gegen die Salzburger bringen zumindest ein wenig Licht in das Dunkel des Herbsts 2020.

Aus Sicht der Bullen vor allem deshalb, weil der krasse Außenseiter aus Salzburg auch zeigte, dass er mit dem Branchenkrösus des internationalen Fußballs mithalten kann. Mehr noch, die Truppe von Jesse Marsch brachte den Titelverteidiger nicht nur wegen der angenehmen, milden Temperaturen, die es auch noch am Abend gab, schon ins Schwitzen.

So war es wie meist in den vergangenen Jahren, die Bullen konnten auf internationaler Ebene einen vermeintlich stärkeren Gegner lang voll fordern. Wie Liverpool und Neapel in der vergangenen Saison sowie Atlético und Bayern im laufenden Bewerb. Salzburg hat die Mittel gefunden, wie man gegen Clubs aus den internationalen Topligen bestehen kann. Und gegen die Bayern überraschte der Serienmeister auch dadurch lang, dass die Marsch-Elf spielerisch in vielen Phasen die Deutschen alt aussehen ließ. Das allein ist schon trotz der bitteren Pleite als Erfolg zu werten.

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