International

Champions League: Red Bull Salzburg nach 1:1 bei Napoli nun unter Siegzwang

Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat am Dienstag in der Champions League einen Auswärtspunkt bei SSC Napoli geholt. Die Salzburger erreichten in Neapel ein 1:1 (1:1) und sind in Gruppe E weiter Tabellendritter. Die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale ist zwei Runden vor Schluss aber nur noch sehr gering.

Drei Punkte hatte sich Red Bull Salzburg von der Reise zum Vesuv erhofft, einer ist es geworden. Nach einer couragierten Leistung bei SSC Napoli gab es am Dienstag im vierten Champions-League-Gruppenspiel ein 1:1 (1:1) für Österreichs Serienmeister. Die Chance auf den zweiten Platz und somit den Aufstieg ins Achtelfinale lebt weiterhin, aber es wird ganz schwer im Kampf mit Napoli und Liverpool (am Dienstag 2:1-Sieger gegen Genk).

Volles Risiko oder doch kontrollierte Offensive? Jesse Marsch beantwortete diese Frage mit einer Fünfer-Abwehrkette, in der die Außenverteidiger Andreas Ulmer und Rasmus Kristensen ins Mittelfeld aufrücken konnten. Abwehrchef Jerome Onguéné stand gleich im Blickpunkt: Einen Schuss von Lorenzo Insigne lenkte er noch ab, der erstmals international von Beginn an spielende Torhüter Carlos Coronel klärte mit tollem Reflex (6.).

Onguéné brachte gleich im Gegenzug erstmals Torgefahr, setzte einen Kopfball nur knapp neben das Gehäuse. Das selbstbewusste Angreifen der Salzburger sollte sich rasch bezahlt machen. Hee-Chan Hwang tanzte Kalidou Koulibaly aus, der konnte den Südkoreaner nur noch mit einem Foul stoppen. Erling Haaland ließ diesmal keine Diskussionen über den Elfmeterschützen aufkommen und verwertete trocken und flach zum 1:0 (11.).

Die turbulente Startphase war noch nicht vorbei. Beinahe hätten sich die Salzburger wie beim 2:3 im Hinspiel sofort den Gegentreffer eingefangen. Aber das Glück war bei José Callejons Kopfball auf Seiten der Bullen, der Ball landete an der Innenstange (13.).

Bei den schnellen Angriffen Napolis kam die Bullen-Defensive auch danach immer wieder ins Schwimmen. Wenn Dries Mertens und Co. nicht aus bester Position vernebelten, war aber Stankovic-Ersatz Carlos Coronel im Tor auf dem Posten. Zwei Minuten vor der Pause half dann aber alles Strecken nicht: Hirving Lozano marschierte durch die Abwehr und traf genau ins linke Eck zum 1:1.

Chancen waren vorhanden für Salzburg, doch offensiv war es der bislang harmloseste Auftritt in der Königsklasse. Vor allem nach der Pause ging nur noch wenig, obwohl Napoli hauptsächlich auf Konterchancen lauerte. Für Salzburg kam Hwang unverhofft zu einem Abschluss, wurde aber noch abgeblockt (54.).

Die größte Napoli-Chance in der zweiten Halbzeit entstand fast aus dem Nichts, und es wäre beinahe ein Slapsticktor daraus geworden. Insigne schickte eine Art Verzweiflungsschuss auf die Reise, der von der Stange an Coronels Hinterkopf und von dort ins Toraus (73.) sprang. Bei den Bullen schwanden die Kräfte, bei einem Kopfball Fernando Llorentes musste noch einmal Fortuna helfen (88.). Dann war der Punkt im Trockenen. Am 27. November herrscht in Genk nun erneut Siegpflicht.

Stimmen zum Spiel:

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "In der ersten Halbzeit mit unserer Dreierkette war es nicht so einfach, Druck zu finden im Mittelfeld. Sie haben so viele gute Spieler mit guten Bewegungen. Unser Ballbesitz war nicht gut genug in der ersten Halbzeit. Enock Mwepu hat uns da geholfen, ein bisschen mehr Kontrolle über das Spiel zu haben. Napoli ist eine sehr starke Mannschaft. Sie haben viele sehr gute Spieler. Es war nicht einfach mit unserer jungen Mannschaft. Aber das Ergebnis, dieser Punkt, ist sehr wichtig für uns."

Erling Haaland (Salzburg-Torschütze): "Wenn Sie es uns vor der Saison gesagt hätten, dass wir hier einen Punkt holen, dann hätten wir uns nicht beschweren können. Nun sind es gemischte Gefühle. Wir hätten drei Punkte gebraucht, aber es war ein gutes Team, gegen das wir gespielt haben. Es ist immer noch bittersüß." Zu seiner eigenen Person: "Es ist gut für mich, wenn es Gerüchte gibt. Vielleicht wollen mich ein paar Clubs, das ist positiv für mich."

Andreas Ulmer (Salzburg-Kapitän): "Für uns passt das X. Es war nicht unser bestes Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit war die Führung glücklich. Schade, dass wir vor der Pause das Tor kassiert haben. Wenn man sagt, man nimmt einen Punkt aus Neapel mit, dann passt das. Für den weiteren Verlauf ist der Punkt sehr wichtig." Zu seinem 100. Europacup-Spiel: "Es ist schon etwas Besonderes, wenn man es sich vor Augen führt. Ich hoffe, es kommen noch ein paar dazu."

Maximilian Wöber (Salzburg-Verteidiger): "Napoli war das bessere Team. Wir können froh über den Punkt sein, auch wenn wir einen Sieg benötigt haben."

Das Match zum Nachlesen im Liveticker:

Mehr zum Thema

Aufgerufen am 22.11.2019 um 02:24 auf https://www.sn.at/sport/fussball/international/video-champions-league-red-bull-salzburg-nach-11-bei-napoli-nun-unter-siegzwang-78599554

Kommentare

Schlagzeilen