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WM 2018

Enttäuschter Harry Kane vor Kür zum Torschützenkönig

Er wird wahrscheinlich als bester Torschütze dieser Fußball-WM ausgezeichnet werden. Doch sowohl im Viertelfinale als auch im Halbfinale hat Harry Kane nicht getroffen. Und nun steht Englands Kapitän wegen eines Fehlschusses gegen Kroatien sogar sinnbildlich für das Scheitern: Sowohl Kane als auch die Three Lions sind an ihre Grenzen gestoßen.

Harry Kane mit sechs Treffern in Torschützenwertung voran SN/APA (AFP)/FRANCK FIFE
Harry Kane mit sechs Treffern in Torschützenwertung voran

"Es tut weh, sehr weh. Und es wird länger wehtun", sagte Kane nach der 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen Kroatien am Mittwochabend enttäuscht und ergänzte realistisch: "Wir können uns jetzt noch verbessern." Der Goldene Schuh des besten Torjägers, den Kane schon vor dem Turnier als Ziel ausgegeben hat, und Platz drei im Spiel gegen Belgien sind diesmal die Trostpreise, um die es für den Mittelstürmer von Tottenham noch geht.

Sechs Treffer dürften für Kane reichen. Fünf davon hat er in den Gruppenspielen gegen Tunesien und Panama erzielt. Gegen die Mittelamerikaner traf er beim 6:1 dreimal. Im Gruppenspiel gegen Belgien fehlte er, in der K.o.-Phase gelang "Captain Fantastic" nur im Achtelfinale per Elfmeter ein Tor gegen Kolumbien. Danach war Schluss. Englische Medien rechneten aus, dass Kane vor dem Halbfinale nur einen einzigen Torschuss hatte, der nicht aus einer Standardsituation resultierte.

In den großen Spielen fehlten ihm auch die Vorlagen. Doch gegen Kroatien hatte er die Chancen und vergab sie, als er zunächst an Torhüter Danijel Subasic scheiterte und dann aus kürzester Distanz aus spitzem Winkel die Stange traf (30.). Es wäre das 2:0 und eine mögliche Vorentscheidung auf dem Weg ins Finale gewesen. Als die Kroaten nach der Pause zulegten, war Kane abgemeldet. Erst in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit kam er nach einem Freistoß wieder gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse an den Ball, der Kopfball missglückte allerdings.

Gemutmaßt wurde, dass Kane nicht voll fit ins Spiel gegangen war. Seit der zweiten Spielhälfte im Achtelfinale gegen Kolumbien sei ihm der Stürmer angeschlagen vorgekommen, meinte der nunmehrige TV-Analyst Gary Neville auf Sky Sports. Andere Beobachter äußerten sich ähnlich wie der Ex-Teamspieler. Southgate wollte davon nichts wissen. Englands Manager ließ auch leise aufkommende Kritik an seinem Kapitän nicht zu. "Er hat das Team brillant durch die WM geführt", hielt Southgate fest. "Ich könnte nicht mehr von ihm als Kapitän oder als Mensch verlangen."

Kane ist auch die große Hoffnung der Engländer darauf, dass das überraschend gute WM-Abschneiden nur der Start in eine erfolgreiche Ära war. In der Premier League und Champions League hat der Liga-Torschützenkönig von 2016 und 2017 seine Klasse mehrfach gezeigt. Aus Alterssicht kann der 24-Jährige sicher noch zwei Weltmeisterschaften spielen. Southgate spendete Mut: "Wir wollen eine Mannschaft sein, die in Finali einzieht. Das ist es, was wir langfristig ins Auge gefasst haben und wir haben bewiesen, dass es möglich ist."

Quelle: Apa/Dpa

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