Sport

Marcel Hirschers letzte große Gala

Eine Gala-Nacht im Zeichen von Marcel Hirscher, Felix Neureuther und Niki Lauda.

Sprachlos war er in seiner ganzen Karriere selten. Sprachlos sollte Macrel Hirscher erst nach seiner Karriere werden: Als der im heurigen Sommer ebenso zurückgetretene deutsche Ex-Rennläufer Felix Neureuther auf die Bühne kam, um Österreichs Sportler des Jahres zu ehren, hat hat es auch Hirscher langsam gedämmert, dass diese Ehrung ihm gehören würde. Neureuther nutzte das Forum mit einer launigen Ansprache, in der er erklärte welche ein erfolgreicher Skistar er eigentlich gewesen wäre wenn "der Hirscher vor zehn Jahren schon aufgehört hätte".

Am Ende hatte Neureuther die Lacher auf seiner Seite und Marcel Hirscher einen Anflug von feuchten Augen, wie er zugab. "Früher bin ich in solchen Momenten immer in mein Zimmer gegangen." Hirscher gewann die Trophäe zum sechsten Mal, ist damit bei der Männern Rekordhalter - nur Jahrhundert-Skiläuferin Annemarie Pröll hat sieben Trophäen daheim stehen. "Jetzt ist Schluss, ich stehe heute zum letzten Mal hier", meinte Hirscher genau vor einem Jahr bei der Gala, nun dürfte sich das wirklich bewahrheiten. Das von Hermann Maier angedeutete Comeback wird es nicht geben. "Der Hermann weiß immer viel", konterte Hirscher lächelnd.

Die sechste Trophäe war die erste, die den Namen "Niki" trug. Österreichs Sportjournalisten entscheiden im Vorfeld, anstatt eines posthumen Lebenspreises die Trophäe nach dem legendären österreichischen Formel 1-Fahrer zu benennen, der 1977 selbst Sportler des Jahres war.

Im langen Schatten von Marcel Hirscher ging an diesem Abend vieles unter - denn eigentlich war die Gala 2019 eine Zäsur: Bei den Damen gewann erstmals seit neun Jahren keine ÖSV-Sportlerin, sondern die Eisschnellläuferin Vanessa Herzog. Die war noch gar nicht geboren, als mit Olympiasiegerin Emese Hunyady 1994 die letzte Eisschnellläuferin diese Auszeichnung erhielt. Ebenso auffällig: Bei den Herren war Hirscher der einzige Wintersportler unter den top 5, der Rekordvorsprung von Red Bull Salzburg (Mannschaft des Jahres) und das völlige Fehlen nordischer Sportler in den Ergebnislisten.

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