Davis Cup: Emotionale Achterbahnfahrt über zwei Tage

Österreich stand im Tennis-Länderkampf gegen Chile ein Tiebreak vor dem Finaleinzug. Obwohl die Enttäuschung nach dem 2:3 groß ist, bleibt auch vieles in sehr positiver Erinnerung.

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Standpunkt Christian Mortsch

Österreich gegen Chile war ein Tennis-Länderkampf, der alle Facetten dieses Teambewerbs gebracht hat. Der über die längste Zeit für den heimischen Außenseiter sportlich hervorragend lief. Und der dann doch ein viel zu schnelles und in der ersten Emotion enttäuschendes Ende genommen hat.

Die Achterbahnfahrt der Reihe nach: Jurij Rodionov kassiert gegen Nicolas Jarry die erwartete Auftaktniederlage, die dank des Auftretens dennoch für ein mögliches Entscheidungsmatch hoffen lässt. Dennis Novak spielt wieder einmal auf der großen Bühne seines bestes Tennis, gleicht nach Tag eins gegen Christian Garin zum Wunschergebnis auf 1:1 aus. Am Samstag servieren Oliver Marach/Jürgen Melzer mit dem so hart erkämpften Pflichtsieg, bei dem sie bereits mit dem Rücken zur Wand standen, den ersten "Matchball". Gänsehaut-Stimmung auch, als ein abermals sehr starker und heroisch kämpfender Novak gegen Jarry ein Tiebreak vor dem Einzug ins Weltgruppen-Finalturnier nach Madrid steht. Schließlich ruhen bei 2:2 alle Hoffnungen auf dem 19-jährigen Davis-Cup-Debütanten. Rodionov ist sowohl gegen einen unerwartet starken Garin als auch mit der Situation überfordert ist. Aus der Traum.

Statt dem Finale im November in Madrid, geht es nun im September um den Klassenerhalt in der Weltgruppe. Was sportlich bleibt? Troz der Enttäuschung das Wissen, dass man auch ohne Dominic Thiem eine konkurrenzfähige Mannschaft auf sehr hohem Niveau hat. Das lässt für die Zukunft hoffen, wenngleich es natürlich an Novak liegt diese Leistungen auch im Turnieralltag zu bringen und abzuwarten bleibt, was Rodionov aus seinem Potenzial macht. Was den Fans in Erinnerung bleibt? Ein Tennisfest, das Salzburg noch nie erlebt hat und vielleicht über Jahre hinweg das letzte in Österreich war. Zweifel, der Davis Cup wäre ohne den rot-weiß-roten Superstar nur ein Nebengeräusch, wurden eindrucksvoll beseitigt. Nicht nur die mehr als 4000 Zuschauer in der Salzburg Arena werden das bestätigen.

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