Ski-WM 2025

WM-Vergabe an Saalbach-Hinterglemm als "Mut-Injektion für das Land"

Saalbach-Hinterglemm bekommt den Zuschlag für die alpine Ski-WM 2025 − und man nimmt das als Signal für die Zukunft des Skisports und des Tourismus.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer freute sich mit Alexandra Meissnitzer und Bartl Gensbichler. SN/Franz Neumayr Land Sazburg
Landeshauptmann Wilfried Haslauer freute sich mit Alexandra Meissnitzer und Bartl Gensbichler.

Es lief so ab, wie es der ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel im SN-Interview prognostiziert hatte: Man kann seine Hausaufgaben gemacht haben und trotzdem nervös sein. Genau so war es: Alexandra Meissnitzer hielt es vor lauter Nervosität nicht mehr auf dem Sitz und Bartl Gensbichler standen mehr Schweißperlen im Gesicht als zu seiner aktiven Laufbahn. Und zumindest bei Gensbichler wichen sie der einen oder anderen Freudenträne, als Saalbach-Hinterglemm als Sieger der WM-Vergabe bekannt gegeben wurde.

Was heißt Sieger: Die Pinzgauer feierten eine regelrechten Erdrutschsieg, an den sich auch lang gediente Ski-Reporter nicht erinnern können: 12:1:1 lautete am Ende das Stimmenverhältnis für Saalbach im Dreikampf mit Crans-Montana und Garmisch-Partenkirchen − kaum einer war davon ausgegangen, dass die Entscheidung schon im ersten Wahlgang erfolgen würde.

14 Stimmen waren es am Ende, weil sich Präsident Gian Franco Kasper der Stimme enthielt und Russlands Verbandspräsident Andrej Bokarew aus Verärgerung über seine Abwahl nicht abgestimmt hatte. Aber am Schluss fiel das alles nicht mehr ins Gewicht.

"Danke für eure Unterstützung in den letzten sieben Jahren. Und jetzt geht es erst richtig los", meinte Gensbichler nach der Urteilsverkündung in Hinterglemm.

Das Resultat nahm auch Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer erleichtert auf. "Das ist eine Mutinjektion für das ganze Land und den Wintertourismus, gerade in Zeiten wie diesen. Jetzt steht uns ein schwieriger Winter bevor, aber dann geht man mit Zielen in Richtung 2025."

Als Mutinjektion nahmen es auch die WM-Bewerber wahr. "Alles im Leben hat seinen Sinn und seine Zeit. Wir waren nach der Niederlage im Kampf um die WM 2023 traurig, aber heute muss sich sagen: Wir können in der aktuellen Situation nur froh sein, dass wir 2023 nicht am Zug sind. Jetzt heißt es, den sicher nicht einfachen Winter zu bewältigen und dann mit neuen Zielen loszulegen", meinte der Direktor des Tourismusverbandes, Wolfgang Breitfuß, .

Dass Saalbach-Hinterglemm sportlich quasi startklar ist, das kommt als positives Detail hinzu. Nur eine Modernisierung der Beschneiungsanlagen (Breitfuß: "Aber das müssen wir ohnedies irgendwann machen") und eine Erweiterung der bestehenden Teichanlagen sind in den nächsten Jahren noch abzuwickeln − ansonsten sind die Rennstrecken rennfertig. Die führen alle in das Ziel am Zwölferkogel, in unmittelbarere Nähe sind die Medal Plaza, die Teamquartiere und die Fanzone. Und auch die schwierige Transportsituation nach Hinterglemm will man recht pragmatisch in den Griff bekommen. "Wir haben jeden Samstag 20.000 Skifahrer im Tal, da werden wir das bei der WM auch schaffen." Notfalls auch unter verstärkter Einbindung der Skilifte.

Vor allem für den Gegenkandidaten aus der Schweiz war die 1:12-Abfuhr ein herbes Debakel. Aber Crans-Montana zeigte sich auch in der Bewerbung erstaunlich uninspiriert, offensichtlich hat man schon die WM 2027 im Hinterkopf. Die nordische WM ging an den einzigen Kandidaten: Trondheim in Norwegen.

Hintergrundbericht:

Der Tourismus steht vor einer schwierigen Wintersaison. Viele Hoteliers klagen über mangelnde Planungssicherheit, viele Angestellte haben Job-Ängste. In einigen Gebieten hängen 85 Prozent der Arbeitsplätze mit dem Tourismus zusammen.

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