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ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau

Verlauf der Hochleistungsstrecke
Plan des Deponiestandorts des Aushubs für den Tunnel.

Die ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau ist ein Bahnprojekt zwischen Salzburg-Kasern und Köstendorf.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Diese Hochleistungsstrecke der ÖBB soll durch einen Tunnel geführt werden und etwa 2,3 Milliarden Euro kosten. Der ÖBB-Rahmenplan 2018 bis 2023 enthält bereits rund 36 Millionen Euro an Planungskosten und Aufwendungen für Grundablösen, die Baukosten bedürfen aber noch der Aufnahme in den Rahmenplan durch den Bund sowie der Beschlüsse in den ÖBB-Gremien. Der Beginn der Ausschreibungen soll 2025 erfolgen. Die geplante ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau wurde 2018 zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht.

16,5 Kilometer langer Tunnel von Köstendorf bis Kasern

Das Großprojekt sieht eine 21,3 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Salzburg-Kasern und Köstendorf vor. Herzstück ist dabei ein 16,5 Kilometer langer Tunnel mit zwei eingleisigen Röhren, der die Gemeinden Köstendorf, Seekirchen am Wallersee, Hallwang und Elixhausen unterfährt.

Die Neubaustrecke schafft mit den zwei zusätzlichen Gleisen größere Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr. Während die über 150 Jahre alte Strecke nur relativ geringe Geschwindigkeiten zulässt, sollen die Züge in Zukunft mit bis zu 250 km/h unterwegs sein. Der Bau würde die Fahrzeit zwischen Salzburg und Wien um rund fünf Minuten verkürzen, vor allem aber Platz für mehr Nahverkehr auf der Bestandsstrecke schaffen.

Ein Knackpunkt war von Beginn an die Lagerung von zwei Millionen Kubikmeter Ausbruch. Ursprünglich war der Steinbachgraben im Gemeindegebiet von Lochen am See (Bezirk Braunau am Inn, ) vorgesehen gesehen. Dort leben vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie der geschützte Grubenlaufkäfer, und so musste dieser Deponiestandort fallengelassen werden. Außerdem wollten die ÖBB das Ausbruchmaterial über eine Transportseilbahn über den Tannberg transportieren, was ebenfalls auf Widerstand stieß. Dann zwang der Nachweis einer geschützten Steinkrebsart zur Umplanung des Lagerungsorts im Flachgau.

Seit Februar 2020 prüften die ÖBB mehrere Möglichkeiten, darunter zwei Deponiestandorte. Eine Variante am Tannberg war schon als Alternative eingereicht worden. Zudem erwogen die Planer, bei der als Zwischenlager vorgesehenen Fläche in Karlsreith im Grenzgebiet von Köstendorf und Seekirchen das Material abzulagern. Neben den Deponien standen vier Standorte für eine Bahnverladeanlage auf dem Prüfstand, von der aus das Ausbruchmaterial auf Waggons abtransportiert werden soll. Nachteil: Für eine solche Variante müsste ein neuer, weiter entfernter Deponiestandort gefunden werden.

Im Juni 2020 legten die ÖBB eine erste Bewertung aus insgesamt 29 Kriterien vor. Zusammengefasst: Die beiden Deponien schneiden in den Bereichen Verkehr und Technik sowie Kosten deutlich besser ab als die Bahnverfuhr. Im Bereich Raum und Umwelt, wo zum Beispiel Tiervorkommen wie der geschützte Grubenlaufkäfer, Auswirkungen auf Gewässer und die Lärmbelastung berücksichtigt werden, wurden vorwiegend die Varianten für den Abtransport über die Schiene besser bewertet. ÖBB-Projektleiter Christian Höss sagt, dass ÖBB nun zwei Varianten konkret verfolgt. Und zwar die Deponie Karlsreith, die deutlich besser abschneidet als jene am Tannberg, und die aussichtsreichste Bahnverfuhr-Variante.

Aber am 10. September 2020 präsentierte das ÖBB-Projektteam um Leiter Christian Höss die Entscheidung, wonach der Großteil des Ausbruchmaterials, das beim Bau des 16,5 Kilometer langen Tunnels für die Hochleistungsstrecke zwischen Köstendorf und der Stadt Salzburg endgelagert werden soll. Nachdem die Deponie im Steinbachgraben (Gemeinde Lochen) wegen einer großen Steinkrebspopulation als nicht umweltverträglich eingestuft wurde, sollen die mehr als zwei Millionen Kubikmeter Material nun im Bereich Karlsreith im Grenzgebiet zwischen Köstendorf und Seekirchen aufgeschüttet werden. Kommen dem Projekt keine weiteren Hindernisse in die Quere, peilen die ÖBB für 2026 den Baustart an. Die Fertigstellung ist 2040 geplant.

Es wurde zu einer Petition im Internet aufgerufen, die diese Deponie verhindern will.[1]

Ende September 2020 wurde bekannt, dass die Bürgerinitiative "Aktion lebenswerter Flachgau" in Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftern eine Population von "mehreren hundert" den streng geschützten Grubenlaufkäfer auch beim geplanten Ostportal des Tunnels nahe Köstendorf nachgewiesen hat.[2]

Quellen

Einzelnachweise