Alpenquerung

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Unter Alpenquerung versteht man die Überwindung des Alpenhauptkammes.

Wer?

Vorzeitliche Jäger, Römerstraßen-Benutzer, Pilger und Samer taten es, Großglockner-Hochalpenstraßen-Nutzer und Flugzeuge tun es, Strom- und Gasleitungen und Bahn- und Straßentunnel tun es, abertausende Zugvögel und manche Schmetterlingsarten tun es auch: sie alle querten oder queren auf ihre Weise den Alpenhauptkamm.

Wie?

Jäger und Pilger taten es per pedes auf Steigen, Säumer zusammen mit ihren Pferden oder Maultieren, die ihre Saumlasten trugen, auf befestigten Saumpfaden. Gasleitungstrassen und Straßen- und Bahntunnels führen unterirdisch durch das Gebirgsmassiv und ermöglichen den Transport von Energie, bzw. den Menschen die unterirdische Querung der Alpen mittels Autos oder Zügen. Historische Römerstraßen wurden von menschengeleiteten Fuhrwerken oberirdisch zur Alpenquerung genutzt und Hochalpenstraßen der Gegenwart ermöglichen den Menschen ebenfalls oberirdisch motorisiert oder sportlich mit dem Fahrrad die Alpen zu queren.

Flugzeuge nutzen den Luftraum über den Gipfeln ebenso wie die Zugvögel. Allein einige Schmetterlingsarten scheinen bei ihrem Drang die Alpen zu queren wie der Mensch alles zu nützen, was sich ihnen an Möglichkeiten anbietet. Darunter fällt nicht nur der Luftraum über den oberirdischen Passhöhen, sondern beispielsweise auch der unterirdisch verlaufende Eisenbahntunnel zwischen Böckstein und Mallnitz.

Zug der Weißlinge

Aus dem Jahr 1956 wird berichtet, dass vor allem im August riesige Mengen von Großen Kohlweißlingen aus dem Salzachtal Richtung Hohe Tauern auf die Wanderschaft gingen. Im Obersulzbachtal beobachtete jemand am 27. Juli gegen zehn Uhr vormittags bei der Kürsingerhütte auffallend viele Kohlweißlinge. Sie wirkten durch ihre große Zahl wie Schneeflocken, die sich auf 3 000 m ü. A. in rund 50 bis 100 m Flughöhe „vom dunkelblauen Himmel abhoben und gegen den Venediger zu flogen“. Ein Wettersturz führte am selben Tag dazu, dass tausende Weißlinge auf dem Gletscher strandeten. Nur wenige wurden im nachfolgenden Sonnenschein wieder lebendig und konnten ihren Zug nach Süden fortsetzen. Auch im Gebiet des Großglockners wurden am 16. und 17. August große Kohlweißlingsschwärme, die nach Süden strebten, beobachtet. Andere Faltermassen durchflogen den Tauernbahntunnel von Böckstein nach Mallnitz. Ob sie heute auch die mehrspurigen Straßentunnels der Tauernautobahn nutzen, ist der Autorin nicht bekannt.

Nicht nur zahlreiche Zugvogelarten und der Große Kohlweißling, sondern auch der Kleine Kohlweißling, der Admiral, die Gamma-Eule und andere Schmetterlingsarten queren jährlich die Alpen im Frühjahr von Süden nach Norden und im Herbst in die Gegenrichtung, wenngleich üblicherweise nicht in solchen Mengen wie im Jahr 1956.

Quellen