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Kürsingerhütte

Bild von der (den) Kürsingerhütte(n) 2007. Bildmitte die Hütte mit der Materialseilbahn-Bergstation.
Kürsingerhütte aus Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins 1894, Band 25.

Die Kürsingerhütte ist eine Schutzhütte in 2 558 m ü. A. in den Hohen Tauern im Bereich des Alpenhauptkamms nordwestlich des Großvenedigers.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Sie befindet sich im südlichen Gebiet der Pinzgauer Marktgemeinde Neukirchen am Großvenediger im Obersulzbachtal. Sie ist vom Oberen Keesboden über das (den) Kamml sowie vom Gletschersee Obersulzbachtal aus über alpine Steige erreichbar.

Geschichte

Die Rohreggerhütte und erste Kürsingerhütte

Die Rohreggerhütte war die erste Schutzhütte am Großvenediger, bereits 1842 wenige Meter von der heutigen Lage von Paul Rohregger erbaut. Sie hatte nur zehn Quadratmeter Grundfläche und lehnte sich direkt an eine Felswand an. 1873 fand Albert Schett, Postmeister und Wirt in Neukirchen die Hütte total durchfeuchtet vor. Er setzte sich mit der jungen Alpenvereinssektion Salzburg in Verbindung, die noch im selben Jahr den Neubau der Hütte beschloss.

Am 20. August 1875 wurde die nach Ignaz Kürsinger benannte Hütte feierlich eröffnet. Die Besucherzahlen stiegen rasch an und bald wurden Reparaturen und Verbesserungen nötig, weil auch diese Hütte infolge ihrer direkt an den Felsen angebauten Lage sehr feucht war. Außerdem war sie eng und unbequem. Wieder war es Albert Schett, der vorschlug, die Schutzhütte völlig neu zu bauen.

Zweite Kürsingerhütte

Am 19. Juli 1885 beschloss der Sektionsausschuss an Ort und Stelle, die neue Hütte 87 m höher und nach Plänen des Salzburger Baumeisters Karl Ceconi zu errichten. Grundbesitzer Moritz Graf von Hohenthal räumte der Sektion Salzburg auf 728 m² das immerwährende Nutzungsrecht ein. Noch im selben Jahr wurde der Rohbau vollendet, am 8. August 1886 wurde die Hütte eröffnet. Sie wurde im Alpenverein als "Muster einer Schutzhütte" gerühmt. Es gab einen Raum mit aufklappbaren Pritschen und über jedem Lager einen abschließbaren Schuber für Wertsachen. Auch für Komfort war gesorgt: Hausschuhe, Spiegel, Spiele zum Zeitvertreib, ein Depot mit Ausrüstungsgegenständen. Damit stieg der Zustrom von Touristen stetig.

 
Kürsinger Hütte Himalayasaal

Die Hütte wurde in den folgenden Jahren mehrfach erweitert. 1926 errichtete die Alpenvereinssektion Salzburg die neue Kürsingerhütte.

1978 bis 1979 wurde ein Wasserkraftwerk errichtet, 1980 eine neue Materialseilbahn vom Obereren Keesboden.

Heute besteht die Kürsingerhütte nicht mehr aus einer, sondern aus sechs Gebäuden.

 
Der Spitz fast Bildmitte ist der Große Geiger, rechts oberhalb des Gletschersees Obersulzbal strömt da Krimmlertörlkees, links von ihm das eigentliche Obersulzbachkees, talwärts; ganz links das Sulzbacherkees und darüber der Großvenediger;

Kontakt

Die Hütte ist von Mitte März bis Ende September geöffnet.

Kontakt: Alpenverein Salzburg
Adresse: Nonntaler Hauptstraße 86
Hüttentelefon: (0 65 65) 64 50
Sektion: (0662) 82 26 92
E-Mail: service@alpenverein-salzburg.at

Weblink

Quellen

  • Salzburgwiki-Beitrag Großvenediger
  • Lahnsteiner, Josef: Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. Selbstverlag, Hollersbach 1956.
  • Festschrift 125 Jahre Sektion Salzburg, Oesterreichischer Alpenverein 1869–1994. Selbstverlag, Salzburg 1994.
  • Österreichische Karte des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (AMap), im Internet unter www.austrianmap.at/amap abrufbar