Tauerntunnel (Bahn)

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Imhof 1907 Schutterer im Tauerntunnel
Das alte Nordportal des Tauerntunnels
Tauerntunnelportal 1911

Der Tauerntunnel ist ein ehemals 8 551 m, heute 8 371 m langer zweigleisig ausgeführter Eisenbahntunnel, der unter den Hohen Tauern zwischen Böckstein im Salzburger Gasteinertal und Mallnitz im Mallnitzer Tauerntal (Seitental des Mölltals) in Kärnten verläuft.

Baugeschichte

Karl Imhof wurde 1902 zum Bauführer für die Nordrampe des Tauerntunnels bestellt. Als sich die Tunnelbauarbeiten als besonders schwierig erwiesen, wurde Dipl.-Ing. Karl Imhof auch an der Südrampe zum stellvertretenden Vorstand für die Tunnelbauleitung berufen. Für seine diesbezüglichen besonderen Leistungen verlieh ihm Kaiser Franz Joseph I. am 14. Dezember 1907 das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone.

Am 7. März 1909 kamen am südlichen Ende des Gasteinertals 26 Menschen bei einem schweren Lawinenunglück ums Leben. Es waren Arbeiter aus vielen Teilen der Habsburger-Monarchie, die beim Bau der Tauernbahn und des Tauerntunnels beschäftigt waren.

Der Tauerntunnel ist Teil der Tauernbahn von Schwarzach nach Spittal an der Drau und das Bindeglied zwischen der Nord- und Südrampe dieser Gebirgsbahn. Er wurde am 5. Juli 1909 eröffnet. Im Tunnel befindet sich in einer Höhe von 1 226 Metern auch der Scheitelpunkt der Tauernbahnstrecke.

Durch diesen Tunnel gibt es mit der Tauernschleuse auch noch eine Autoverladung und ist auch eine Nord-Süd-Transitverbindung im internationalen Autoreiseverkehr.

Im Zuge der Optimierung der Sicherheitseinrichtungen und der verbesserten Streckenführung im Tauerntunnel wurde ab 2001 auch ein Teil der Tunnelstrecke bei Böckstein freigelegt, sodass sich die Tunnellänge von ehemals 8 550 m um 179 m auf 8 371 m verkürzte. Das ursprüngliche Nordportal in Böckstein als Denkmal der eisenbahntechnischen Ingenieurskunst steht heute auf freiem Gelände südlich der Auffahrtsrampe für die Tauernschleuse (Autotransport) der ÖBB von Böckstein nach Mallnitz.

Ereignisse

Am Samstag, den 23. November 1907 kam der slawonische Arbeiter Peter Krunić im Tunnel ums Leben. Er wollte auf einem fahrenden Zug von einem Rollwagen zum anderen springen, um sich eine Lampe zu holen. Dabei rutschte er aus, fiel auf das Gegengleis, auf dem genau in dieser Sekunde ein Zug herankam. Dieser konnte erst anhalten, nachdem schon drei Waggons über Krunić gerollt waren. Er starb zwei Stunden später im Krankenhaus. Merkwürdigerweise zeigte die Leiche keine äußeren Verletzungen, jedoch war seine Wirbelsäule gebrochen. Seine Verwandten wollten keinen Priester rufen, da Krunić der griechisch-orientalen Religion angehörte.[1]

Am Samstag, 13. und Sonntag, 14. Juli1968 wurden rund 7 000 Fahrzeuge in einem zwölf-Minuten-Verkehr befördert.[2]

Am 31. Oktober 2007 entgleisten zwei Waggons eines Güterzuges im Tunnel. Dabei traten geringe Mengen der gefährlichen Substanz Ätznatron aus einem der Wagons aus. An den Aufräumarbeiten, die bis in die Abendstunden andauerten, waren 70 Feuerwehrleute aus dem Gasteinertal und Mallnitz beteiligt.

Bildergalerie

Quelle

Fußnoten

  1. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 25. November 1907, Seite 3
  2. Salzburger Nachrichten, 15. Juli 1968, Faksimile vom 19. Juli 2018