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Hella Dick

Hella Dick

Hella Dick, geb. Trauner (* 23. August 1913 in Leoben, Steiermark; † 23. Oktober 2010), war die erste Mautnerin der Großglockner Hochalpenstraße.

Leben

Hella Dick verbrachte ihre Jugend in Salzburg. Sie hatte sieben Geschwister. Hella Dick besuchte das Ursulinen-Gymnasium, unter anderem gemeinsam mit Agathe von Trapp (* 1913), einer Tochter von Agathe Whitehead von Trapp (* 1891; † 1922) und Georg Ludwig von Trapp (* 1880; † 1947).

Danach absolvierte sie die Lehrerbildungsanstalt. In der Folge war sie einige Jahre als Volksschullehrerin in Weißbach bei Lofer tätig.

Ihr Leben war geprägt von der Sorge um die Familie.

Sie entfaltete ihre Tatkraft auch im kirchlichen Bereich. Besonders am Herzen lag ihr die Pfarrcaritas Saalfelden, deren Mitarbeiterin und langjährige Leiterin sie war. Als Ordensdame des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem waren ihr die Christen im Heiligen Land ein besonderes Anliegen.

Früher war sie viel auf Reisen und in den Bergen. In ihren letzten Lebensjahren ging sie es ruhiger an und kümmerte sich vor allem um ihren Garten.

Als sie im 98. Lebensjahr verschied, hinterließ sie eine Tochter, drei Enkelkinder und einen Urenkel.

Vorgestellt

Hella Dick, die in Saalfelden am Steinernen Meer lebte, war am 1. August 2010 als Ehrengast zur 75-Jahre-Feier der Glocknerstraße auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe eingeladen. Auf der Einladung steht: „Für die erste Mautnerin.“ Die Pensionistin arbeitete ab der Eröffnung der Straße im August 1935 mehrere Sommer als Mautnerin. Eigentlich war sie Lehrerin, aber als solche war das Gehalt damals so schlecht, dass sie über den zusätzlichen Verdienst im Sommer froh war. Auch ihre beiden Schwestern, ebenfalls Lehrerinnen, arbeiteten nebenbei als Mautnerinnen.

Den Job bekamen die jungen Frauen über ihren Vater. „Er war bei der Steiermärkischen Escomptebank in Salzburg und später Finanzberater von Franz Wallack“, sagt Hella Dick. Den Straßenerbauer Wallack habe das Geld nicht interessiert, nur der Bau und die Trasse. „Aber natürlich hat er das Geld gebraucht.“ und weiter „Ich war der Liebling meines Vaters“, sagt die Saalfeldenerin. „Als einzige Dame durfte ich schon während des Baus mit meinem Vater, Wallack und den Ingenieuren auf der Trasse mitgehen. Es war anstrengend. Wallack hat nur um 6 Uhr ein Frühstück beim Lukashansl in Ferleiten genommen. Danach gab es nur noch Schnapserl.

Nach der feierlichen Eröffnung am 3. August 1935, bei der sie einem Minister sogar einen Blumenstrauß überreichen durfte, kassierte Hella Dick die Mautgebühren. „Es sind zuerst nur wenige Autos gekommen, aber es wurden immer mehr. Als der erste Radfahrer gekommen ist, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Also habe ich ihn zum Wallack rübergeschickt, der beim Lukashansl gesessen ist. Er hat ihm einen Schilling für die Maut gegeben.“ Auch viele Fußgänger hätten die Straße damals noch benützt.

Natürlich war sie auch beim ersten Großglockner Automobil- und Motorradrennen am 4. August 1935 dabei. Auf dem Programmheft der Eröffnungsfeierlichkeiten vom 3. August hatte sie sich die Zeiten der schnellsten Automobil- und Motorradrennfahrer vermerkt.

Während des Schuljahrs unterrichtete sie an der zweiklassigen Volksschule in Weißbach bei Lofer als Hilfslehrerin. Es war ihr erster Lehrerposten. „In den ersten Jahren musste man als Lehrer aufs Land. Eigentlich wollte ich wieder nach Salzburg zurück.“ Da kam aber ein gewisser Walter Dick aus Saalfelden dazwischen. Den Kaufmann lernte sie im Gasthof Auvogel in Weißbach bei Lofer kennen. Bald wurde geheiratet. Danach kümmerte sich Hella Dick um den Haushalt. Nur im Krieg war sie noch kurz Lehrerin in Saalfelden.

Die Pensionistin war noch erstaunlich fit. „Ich kann noch ein bisschen gehen und ein bisschen denken“, sagte sie leicht untertreibend. „Ich war immer aktiv und habe mich geistig beschäftigt.“ Früher war sie mit ihrem Mann viel in den Bergen, oft auch zusammen mit dem ehemaligen Landeshauptmann und Bundeskanzler Josef Klaus. „Er war damals ohne jede Begleitung unterwegs und hat auch bei uns im Haus übernachtet“, erinnert sie sich.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten, 21. August 2008, andere Ausgabe Beitrag von Anton Kaindl, sowie 27. Oktober 2012, Parte
  • Oberösterreichische Nachrichten, 31. Juli 2010