Lotte Ranft

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Lotte Ranft (* 1938 Berlin, Deutschland) ist eine Salzburger Malerin und Bildhauerin.

Leben

Ausbildung

Lotte Ranft maturierte in Innsbruck. Sie studierte an der damaligen Hochschule Mozarteum Bühnenbild, erlangte 1976 ihr Diplom (Magistra artium) mit Auszeichnung. Weitere Studien führten sie an die Wiener Akademie der bildenden Künste zu Prof. Herbert Boeckl (*1894; † 1966) (Akt) und Prof. Claus Pack (* 1921; † 1997), an die Universität Innsbruck (Kunstgeschichte), an die damalige Technische Hochschule Wien (Maschinenbau), an die Internationale Sommerakademie in Salzburg (Malerei bei Oskar Kokoschka [*1886; † 1980] und Claus Pack). Plastik studierte sie bei Prof. Wander Bertoni und Francesco Somaini. Ein Steinbildhauerseminar absolvierte sie bei Prof. Toni Schneider-Manzell (* 1911; † 1996).

Der Radfahrer am Makartsteg
Tassilodenkmal vor dem Stift Mattsee

Lehrtätigkeiten

Werk

Plastik

Zu Lotte Ranfts plastischem Werk gehören

  • 1975 „Die Trauernde“ Bronze-Büste, Museum Carolino-Augusteum
  • 1987 „Daphne“, Bronze-Großplastik, Universität
  • 1988 „Das große Lebensspiel“, Bronze-Großplastik, Landeskrankenhaus
  • 1992 „Radfahrer“, Bronze-Großplastik, Makartsteg
  • 1995 „Christian-Doppler-Denkmal“, Bronze, Airport
  • 2001 „Tassilo“-Denkmal, Stift Mattsee

Die Künstlerin zu ihrer Tassilo-Plastik:[1]

Ich habe auf die Symbolsprache des achten Jahrhunderts zurückgegriffen und bin reich fündig geworden, denn diese Zeit war ein Schmelztiegel der verschiedensten Kulturen. Aus diesem reichen Fundus habe ich Zitate verwendet, um den Zeitgeist des achten Jahrhunderts zu vermitteln. Und diese Sprache verstehen die Menschen auch heute noch. Drei Tierfiguren begleiten das Bronzedenkmal: Der bayerische Löwe, der karolingische Adler (für Karl den Großen) und die Schlange: Sie steht für den Verrat, der an Tassilo begangen wurde und ihn zu lebenslanger Klosterhaft verurteilte. Das ganze Denkmal wiegt eine halbe Tonne und trotzdem macht es den Eindruck von großer Leichtigkeit, denn die mächtige Scheibe berührt den Boden nur an einem Punkt!“

Malerei

Ihre technische Ausbildung an der Universität Wien spiegelt sich in einigen Arbeiten wieder, die dennoch die Lotte Ranfts Werke auszeichnende Lebendigkeit und Dynamik nicht entbehren. Leuchtende Farben unterstreichen den Ausdruck der Lebensfreude, die sich durch das Schaffen Ranfts zieht.[2]
Lotte Ranft setzt mit ihren farbigen und oft stark gerandeten Flächen und Figuren kräftige Akzente in unsere Alltagswelt. Mittels ihrer über Jahre entwickelten persönlichen Farb- und Formensprache, durch selbstbewusstes und spielerisches Komponieren, erscheinen ihre Werke jedoch federleicht und poetisch. Sie vermitteln große innere Ruhe.“[3]

Auszeichnungen

  • 1991 Verleihung des Berufstitels „Professor“ durch den Bundespräsidenten
  • 1988 1. Preis für die Großplastik „Das Lebensspiel“, Bundesministerium für Bauten und Technik
  • 1986 2. Preis für die Großplastik „Daphne“, Bundesministerium für Unterricht und Kunst
  • 1984 Preis für Aquarell beim Österreichischen Grafikwettbewerb
  • 1976 Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung für „Besondere künstlerische Leistung“
  • 1972 Ehrenpreis für Plastik des Salzburger Kunstvereins
  • 1969 Anerkennungspreis der Internationalen Sommerakademie Salzburg

Literatur

  • Lexikon der Österreichischen Maler
  • Lexikon der Salzburger Künstlerinnen (Barbara Wally: Künstlerinnen in Salzburg. Salzburg 1991, ISBN 3-901014-08-X)

Quellen, Fußnoten

Ranft, Lotte