Margaritzenüberleitungsstollen

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Speicher Margaritze: rechts der rechten Staumauer befindet sich der Auslass
Speicher Mooserboden: bei der linken Sperren, der Drossensperre, mündet der Überleitungsstollen ein

Der Margaritzenüberleitungsstollen, früher Möllüberleitungstollen, verbindet den Speicher Margaritze in Heiligenblut in Kärnten mit dem Speicher Mooserboden in Kaprun im Bundesland Salzburg. Er gehört zu den Tauernkraftwerken Kaprun.

Geschichte

Speicher Margaritze und der Überleitungsstollen sind die (kläglichen) Reste eines gigantischen Kraftwerkplans, den in den 1920er Jahren der damalige Salzburger Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl realisieren wollte. Er sollte die Anfänge der Errichtung der Tauernkraftwerke Kaprun darstellen und mit dem Bau der Großglockner Hochalpenstraße zusammenhängen. Auf die Nutzung der Wasserkraft zurückgreifend, ließ Rehrl 1928 ein gigantisches Projekt vorbereiten: die Tauernkraftwerke sollten mit jährlich 3,3 Milliarden Kubikmetern Wasser aus dem Gebiet der Zentralalpen im Bereich der Hohen Tauern aus Kärnten, Osttirol und Salzburg 6,6 Milliarden kWh produzieren. 1 250 Kilometer Hangkanäle zum Sammeln des Wassers aus der Bergwelt vom Johannisberg im Westen bis zur Ankogelgruppe im Osten. Aber daraus wurde nichts (siehe Tauernwerk-Projekt und Glocknerstraßen-Projekt).

Verlauf

Der Überleitungsstollen führt in ganz leicht nordwestliche Richtung unterirdische vom nordöstlichen Ende des Speichers Margaritze wenige Meter westlich des Glocknerhauses unter dem Bretterboden, dem Naßfeld-Speicher, westlich des Sonnenwellecks, westlich des Südendes des Käfertals, den beiden Bratschenköpfen an das untere Ende der Drossensperre, einer der beiden Staumauern des Speicher Mooserbodens. Von dort wird das Wasser in den Druckstollen Oberstufe eingespeist und weiter nördlich transportiert.

Daten

Höhe Speicher Margaritze: 2 000 m ü. A., Auslass befindet sich jedoch unter dem Stausse-Niveau
Höhe Einspeisung Druckstollen Oberstufe: ~ 1 950 m
Länge: 11,6 km
Querschnitt: 2,90 bis 3,40 m
Durchlass: 20 m³ pro Sekunde
Einleitung der Käferbäche bei km 5,5

Weblinks

Quellen

  • Dr. Ing. J. Götz: Das Tauernkraftwerk Glockner-Kaprun der Tauernkrafwerke Aktiengesellschaft, 8. Auflage, Februar 1958
  • Wallack, Franz: Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues, zweite Ausgabe, anlässlich der 25-Jahr-Feier der Großglockner Hochalpenstraße, 1960, Springer Verlag, Wien