Lärchwand-Schrägaufzug

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Der Lärchwand-Schrägaufzug in Kaprun im Jahr 2021.
Die Trasse des Schrägaufzugs mit dem Aufzugswagen, wie er bis 2013/14 aussah.
Der Lärchwand-Schrägaufzug 1958, noch mit schmaler Plattform.

Der Lärchwand-Schrägaufzug ist ein Schrägaufzug im Kapruner Tal im Pinzgau, der zu den Speichern der Tauernkraftwerken Kaprun führt und das breiteste personenbefördernde Schienenfahrzeug der Welt ist.

Beschreibung

Er befindet sich im Kapruner Tal oberhalb des Kesselfall Alpenhaus und verbindet die Lärchwandstraße mit der Mooserbodenstraße. Der Lärchwand-Schrägaufzug führt von oberhalb des Kesselfall Alpenhauses zur Limbergsperre des Stausees Wasserfallboden. Er überwindet auf einer Länge von 812 Metern 431 Höhenmeter. Bis zu 185 Besucher finden auf dem Wagen Platz. Der Antrieb erfolgt über zwei parallele Zugseile. Die Fahrzeit beträgt etwa vier Minuten. Die 1952 eröffnete Nachfolgeversion des ersten Schrägaufzuges dient bis heute als Touristenattraktion.

Geschichte

Ursprünglich war 1941 in einer kleineren Version für den Materialtransport für die Errichtung der Stauseen Wasserfallboden und Mooserboden gebaut worden. Arbeiter, Maschinen und das gesamte Baumaterial für die beiden Staumauern wurden mit dem Aufzug auf den Berg transportiert. Unter anderem auch ein Boot, das man am 17. Juni 1951 zum Wasserfallboden brachte, wo es für die Bauarbeiten benötigt wurde. Da diese ursprüngliche Anlage bei einer Spurweite von 3,60 Metern nur über ein Ladegewicht von neun Tonnen verfügte, erwies sie sich bald als zu klein. Für die Vollendung der Kraftwerksanlagen in den 1950er-Jahren wurde der Schrägaufzug deshalb 1952 auf die heutigen Dimensionen vergrößert. Nun konnten bis zu 60 Tonnen transportiert werden.

Ab 1955 war er auch für den öffentlichen Personentransport zugelassen. In diesem Jahr passierte auch ein folgenschweres Unglück. Am 21. Juli unterbrach ein Blitzschlag die Stromversorgung, als sich der mit 140 Personen besetzte Schrägaufzug gerade der Talstation näherte. Der damalige Sicherheitsmechanismus stoppte den Wagen so abrupt, dass 26 Passagiere das Geländer durchbrachen und in die Tiefe stürzten. Zwei kamen dabei ums Leben, viele andere wurden schwer verletzt. So etwas ist heute natürlich nicht mehr möglich. Schon in den vergangenen Jahrzehnten wurde die Anlage immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Bis zum Umbau der Anlage 2013 bestand die Möglichkeit, einen besetzten Bus unmittelbar mit dem Schrägaufzug zu transportieren, was für die Fahrgäste das Umsteigen erübrigte. Der Bus stand dabei mit dem Heck-Überhang auf der von unten gesehen rechten Seite der Plattform des Aufzugwagens über, weshalb auf dieser Seite der Trasse ein entsprechendes Lichtraumprofil im Fels bzw. in der Vegetation vorhanden ist. Die Fahrt mit dem Schrägaufzug war seinerzeit auch die einzige Möglichkeit für die Busse, ihre Einsatzstrecke auf der Mooserbodenstraße zu erreichen.

Der Bus fuhr bei der Talstation vorwärts auf den Schrägaufzug und verließ diesen vorwärts an der Bergstation bzw. der Station zum Fuß der Limbergsperre, die sich auf etwa 4/5 der Strecke befindet. Bei der Talfahrt wurde umgekehrt verfahren, d. h. der Bus fuhr rückwärts auf den Schrägaufzug und verließ diesen rückwärts wieder.[4][5]

Da seit 2007 die Bergstation an der Mooserbodenstraße über den neuen Zufahrtstunnel zu Limberg II und über die bestehende Straße zwischen den Oberstufen-Krafthäusern (oberes Ende der Tunnelstrecke) und der Bergstation direkt angefahren werden kann, besteht keine Notwendigkeit mehr, die Busse selbst (ebenso wie alle anderen Fahrzeuge, die ein Fahrziel im Bereich der Stauseen haben) mit dem Schrägaufzug zu transportieren. Dem wurde 2013/14 mit dem Umbau des Aufzugswagens für den ausschließlichen Personentransport Rechnung getragen, bei dem das Erlebnis der alpinen Aufzugsfahrt auf der offenen Plattform im Vordergrund steht.

Sanierung 2012 und 2013

Grundlegende Umbauten erfolgten in den Jahren 1982 und zuletzt 2013 bis 2014. Bei dieser Sanierung wurde von der Südtiroler Firma Leitner AG ein Großteil der seilbahn- und elektrotechnischen Ausrüstung erneuert. Seit 2007 gibt es eine Lkw-taugliche Straße zum oberen Teil der Hochgebirgsstraße, der Mooserbodenstraße, durch den neu errichteten Schranbachtunnel, der im Zuge der Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Limberg II gebohrt wurde. Da der Aufzug künftig nur noch zum Personentransport genutzt wird, wurde die Tragkraft von 60 t nicht mehr benötigt und auf 14 t reduziert.

In den Jahren 2012 und 2013 war eine Generalsanierung nötig gewesen, um wieder eine Beförderungsgenehmigung zu erhalten, sagte Verbund-Sprecher Wolfgang Syrowatka gegenüber den Salzburger Nachrichten. Immerhin hatte der Aufzug schon 60 Jahre auf dem Buckel. Ein Großteil der seilbahntechnischen und elektrotechnischen Anlagen wurde seit 2012 erneuert, ebenso die Betonfundamente und der neun mal 5,4 Meter große Wagen. Der Verbund investierte rund acht Millionen Euro.

Dank des Tunnels gibt es seither eine zweite Möglichkeit, zu den Stauseen zu gelangen. Vorher führte kein Weg am Schrägaufzug vorbei. Sogar Postbusse, die die Besucher von der Bergstation weiter zum Mooserboden brachten, wurden mit der Anlage transportiert.

Technische Daten

Die Spurweite beträgt 8 200 mm; er überwindet auf einer Streckenlänge von 812 m eine Höhendifferenz von 431 m (Talstation auf 1 209 m ü. A., Bergstation auf 1 640 m ü. A.), bei einer Maximalneigung von 86 ‰ und einer Geschwindigkeit von drei Metern in der Sekunde. Bei seiner Errichtung war er für den Transport von maximal 141 Personen zugelassen, heute befördert er maximal 185 Personen.

Während der Bauzeit der Tauernkraftwerke war er auf eine Nutzlast von 60 Tonnen ausgelegt. Die Fahrtdauer bei einer Geschwindigkeit von 0,78 m/sek. und zehn Tonnen Last beträgt 18 Minuten, bei einer Geschwindigkeit von 0,39 m/sek. und 60 Tonnen Last beträgt 36 Minuten.

Der Antrieb erfolgt durch zwei Drehstrommotoren mit je 500 kW über zwei synchronisierte Seilwinden in der Bergstation; die Zugseilschleife wird über zwei Seilscheiben am Aufzugswagen umgelenkt. Die Schienen sind auf der Trasse auf betonierten Längsschwellen montiert. Die Grundfläche der Plattform des Aufzugwagens beträgt 9 m mal 5,40 m. Aus den Zeiten des Kraftwerkbaues gibt es noch eine Station kurz unterhalb der Bergstation, die eine direkte Verbindung zum Krafthaus Limberg am Fuße der Limbergsperre ermöglicht.

Weblink

Quellen


Tauernkraftwerke Kaprun