Hauptmenü öffnen

Lärchwand-Schrägaufzug

Lärchwand Schrägaufzug, Kaprun

Der Lärchwand-Schrägaufzug ist ein Schrägaufzug im Kapruner Tal, Pinzgau, der zu den Speichern der Tauernkraftwerken Kaprun führt und das breiteste personenbefördernde Schienenfahrzeug der Welt ist.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Er befindet sich im Kapruner Tal oberhalb des Kesselfall Alpenhaus und verbindet die Lärchwandstraße mit der Mooserbodenstraße.

Geschichte

Ursprünglich war er für den Materialtransport für die Errichtung der Stauseen Wasserfallboden und Mooserboden 1941 gebaut worden. Die 1952 eröffnete Nachfolgeversion dient bis heute als Touristenattraktion.

Sanierung 2012 und 2013

In den Jahren 2012 und 2013 war eine Generalsanierung nötig gewesen, um wieder eine Beförderungsgenehmigung zu erhalten, sagte Verbund-Sprecher Wolfgang Syrowatka gegenüber den Salzburger Nachrichten. Immerhin hatte der Aufzug schon 60 Jahre auf dem Buckel. Ein Großteil der seilbahntechnischen und elektrotechnischen Anlagen wurde seit 2012 erneuert, ebenso die Betonfundamente und der 9 mal 5,4 Meter große Wagen. Der Verbund investiert rund acht Millionen Euro. Ab Juli soll der Schrägaufzug wieder benutzbar sein.

Die aufwendige Erneuerung wurde erst möglich, weil vor ein paar Jahren im Zuge der Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Limberg II der Schranbachtunnel gebohrt wurde. Dank des Tunnels gibt es seither eine zweite Möglichkeit, zu den Stauseen zu gelangen. Vorher führte kein Weg am Schrägaufzug vorbei. Sogar Postbusse, die die Besucher von der Bergstation weiter zum Mooserboden brachten, wurden mit der Anlage transportiert. Da die Busse über die Plattform hinausragten, mussten auf einer Seite des Aufzugs Felsen und Bewuchs entfernt werden.

Weil der Aufzug für den Betrieb des Kraftwerks nicht mehr nötig ist, gab es Überlegungen, ihn stillzulegen. „Aber wir sind uns der touristischen und der historischen Bedeutung des Schrägaufzugs bewusst“, sagt Syrowatka. In Zukunft wird der Schrägaufzug nur mehr für touristischen Zwecke genutzt.

Der Lärchwand-Schrägaufzug führt von oberhalb des Kesselfall-Alpenhauses zum Stausee Wasserfallboden. Er überwindet auf einer Länge von 820 Metern 431 Höhenmeter. Bis zu 185 Besucher finden auf dem Wagen Platz. Der Antrieb erfolgt über zwei parallele Zugseile. Die Fahrzeit beträgt etwa vier Minuten.

Der Lärchwand-Schrägaufzug wurde in einer kleineren Version erstmals 1941 errichtet. Arbeiter, Maschinen und das gesamte Baumaterial für die beiden Stau mauern wurden mit dem Aufzug auf den Berg transportiert. Unter anderem auch ein Boot, das man am 17. Juni 1951 zum Wasserfallboden brachte, wo es für die Bauarbeiten benötigt wurde.

Da die ursprüngliche Anlage bei einer Spurweite von 3,60 Metern nur über ein Ladegewicht von neun Tonnen verfügte, erwies sie sich bald als zu klein. Für die Vollendung der Kraftwerksanlagen wurde der Schrägaufzug deshalb 1952 auf die heutigen Dimensionen vergrößert. Nun konnten bis zu 60 Tonnen transportiert werden.

Ab 1955 war er auch für den öffentlichen Personentransport zugelassen. In diesem Jahr passierte auch ein folgenschweres Unglück. Am 21. Juli unterbrach ein Blitzschlag die Stromversorgung, als sich der mit 140 Personen besetzte Schrägaufzug gerade der Talstation näherte. Der damalige Sicherheitsmechanismus stoppte den Wagen so abrupt, dass 26 Passagiere das Geländer durchbrachen und in die Tiefe stürzten. Zwei kamen dabei ums Leben, viele andere wurden schwer verletzt. So etwas ist heute natürlich nicht mehr möglich. Schon in den vergangenen Jahrzehnten wurde die Anlage immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Technische Daten

Die Spurweite beträgt 8 200 mm; er überwindet auf einer Streckenlänge von 812 m eine Höhendifferenz von 431 m (Talstation auf 1 209 m ü. A., Bergstation auf 1 640 m ü. A.), bei einer Maximalneigung von 86 % und einer Geschwindigkeit von drei Metern in der Sekunde. Bei seiner Errichtung war er für den Transport von maximal 141 Personen zugelassen, heute befördert er maximal 185 Personen.

Während der Bauzeit der Tauernkraftwerke war er auf eine Nutzlast von 60 Tonnen ausgelegt. Die Fahrtdauer bei einer Geschwindigkeit von 0,78 m/sek. und 10 Tonnen Last beträgt 18 Minuten, bei einer Geschwindigkeit von 0,39 m/sek. und 60 Tonnen Last beträgt 36 Minuten.

Weblink

Quellen