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Museum Schloss Ritzen

Museum Schloss Ritzen in Saalfelden am Steinernen Meer
Innenraum des Museums
Saalfeldner Krippe von Xandi Schläffer
Tracht im Heimatmuseum Schloss Ritzen
Schnürmieder, Trachtensammlung Heimatmuseum Schloss Ritzen
Votivbilder im Heimatmuseum Schloss Ritzen
Steigbügelring um 900 v. Chr.
Bikonische Urne

Das Museum Schloss Ritzen in Saalfelden am Steinernen Meer im Pinzgau bietet interessante Exponate zu unterschiedlichen Themenbereichen, veranstaltet Ausstellungen, Lesungen und Konzerte, weist besucherfreundliche Öffnungszeiten auf und hat in den kommenden Jahren noch sehr viel vor.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Gegenwart

Am 4. Mai 1963 wurde der Museumsverein Schloss Ritzen-Saalfelden gegründet. 1964 kaufte die Marktgemeinde Saalfelden Schloss und Liegenschaft Ritzen. Gleichzeitig gewährte sie dem Museumsverein die Möglichkeit, im Schloss Ritzen seine Ideen zu verwirklichen. Das Museum wurde am 7. November 1965 als Pinzgauer Heimatmuseum eröffnet. Neben Darstellungen und Exponaten zur bäuerlichen Lebenswelt sind die besonders wertvollen volkskundlichen Exponate hervorzuheben.

Bedeutend sind vor allem die ganzjährige Krippenschau von Xandi Schläffer und die Votivbildsammlung. Daneben finden sich für ein Heimatmuseum typische Ausstellungsbereiche wie eine vollständig nachempfundene Rauchkuchl oder Schauräume zum bäuerlichen Wohnen und Handwerk. Am 7. November 1965 wurde hier im Schloss Ritzen die erste Krippenausstellung eröffnet.

Herausragend ist die Mineralienschau mit zahlreichen Mineralstufen aus der Region, aber auch mit Funden aus anderen Erdteilen, ergänzt durch Fossilien und eine geologische Schau.

Die archäologischen Funde aus Ur- und Frühgeschichte aus Saalfelden am Steinernen Meer und Umgebung sind ein weiterer Anziehungspunkt. Es handelt sich um Fundstücke von so bedeutenden Plätzen wie es der einstige Hauptsitz der Ambisonten am Biberg ist, der in vorrömischer Zeit das Zentrum des heutigen Pinzgaus bildete, und um Darstellungen und Exponate zum Kupfererzbergbau der Region, wie beispielsweise vom Katzentauern und von Mühlbach am Hochkönig. Darüber hinaus gibt es fotografische Abbildungen von Felsritzbildern aus dem unteren Saalachtal, die zu den Felsbildern im ostalpinen Raum gehören und deren Fundgebiet, das Bergland um Lofer, mit über 5 000 Einzeldarstellungen zu den bedeutendsten in den Ostalpen zählt.

Vorhaben und Herausforderungen für die Zukunft

Im Heimatmuseum Schloss Ritzen gibt es interessante Präsentationen zu den oben erwähnten Schwerpunkten und das Museum weist ein eigenständiges Profil auf. Darüber hinaus finden neben der laufenden Museumsschau zahlreiche Veranstaltungen statt und das Museum widmet sich in der Ritzenpost inhaltlichen Schwerpunkten. Dennoch ist es Aufgabe anspruchsvoller Museumsarbeit, ein Konzept zu haben, dieses kritisch im Auge zu behalten und Verbesserungen zu entwickeln und umzusetzen. Dazu sind Menschen notwendig, die sich engagieren, gut zusammenarbeiten und die nötige Sachkenntnis besitzen oder diese von außen einholen. Das ist in Saalfelden am Steinernen Meer der Fall und zukünftige Besucher und Besucherinnen werden erleben können, wie sich ein ehemals traditionell ausgerichtetes Heimatmuseum weiter in Richtung einer modernen, inhaltlich und didaktisch klar und gut aufbereiteten Museumsschau bewegt.

Wie viele Heimatmuseen hat auch das Heimatmuseum Schloss Ritzen dazu zwei Herausforderungen zu bewältigen: Erstens die bei einem Gebäude wie Schloss Ritzen besonders kostspielige bauliche Instandhaltung, und zweitens die Anpassung des Museumskonzeptes an die Anforderungen der Gegenwart, bzw. der näheren Zukunft. In beiden Bereichen hat das Museumsteam in Saalfelden am Steinernen Meer um Kustodin Mag.a[1] Andrea Dillinger im Rahmen des von Ing. Klaus Linzmaier betreuten Projektes Museum 2015 in den kommenden Jahren sehr viel vor. Es sind weitere bauliche Maßnahmen geplant und die Präsentation der Schwerpunkte wird modernen Ansprüchen noch besser als bisher angepasst werden. Fazit: Laufende Besuche im Heimatmuseum Schloss Ritzen rentieren sich.

Auszeichnungen

Das Heimatmuseum Schloss Ritzen ist seit 2002 Träger des Österreichischen Museumsgütesiegels und der Museumsverein Saalfelden wurde im Jahre 2005 mit dem Salzburger Museumsschlüssel ausgezeichnet.

2013: Museum komplett überarbeitet

Genau zum Gründungstag des Saalfeldener Museumsvereins vor 50 Jahren – 4. Mai 1963 – wurde das umgebaute Museum wieder eröffnet. Klaus Linzmaier, Obmann des Vereins: „Durch neue Funde – z. B. die römischen Wand- und Deckenmalereien von Saalfelden Wiesersberg (siehe unter Römischer Gutshof (Saalfelden)) –, Schenkungen und Leihgaben in den vergangenen Jahren war es erforderlich, über eine Veränderung der Ausstellungsräume nachzudenken.“ Der ursprünglich angedachte Zubau sei letztlich an den finanziellen Möglichkeiten gescheitert. Linzmaier: „Wir erarbeiteten eine Variante, die die Überarbeitung des bestehenden Hauses als Ziel hatte.

Nach den ersten Schritten – der Neugestaltung der Krippenausstellung und der Sonderausstellungsräume im ersten Stock – wurde diesmal der größte Abschnitt mit der Komplettüberarbeitung des Erdgeschoßes durchgeführt und abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit und mit der finanziellen Unterstützung des Landes Salzburg und des Leader Vereines Saalachtal konnte auch dieser Bereich neu gestaltet werden. „Die betreffenden Räume werden der Geschichte Saalfeldens, beginnend mit der Frühgeschichte, der Entwicklung Saalfeldens bis zur Stadt und der Vereine Saalfeldens, gewidmet sind.“ Dazu wurde die Kassensituation wurde verbessert und ein Museumsshop eingebaut. Außerdem wurde ein Bereich geschaffen, in dem der Museumsverein entsprechend gewürdigt wird. Die bestehende Mineralienschau wurde reduziert und im Keller neu gestaltet. Dabei werden nur mehr Mineralien aus Saalfelden und Umgebung ausgestellt.

2015: 50 Jahre Krippenausstellung

Am 3. November 2015 wurde die Jubiläumsausstellung "Betlehemy" zum 50-jährigen Bestehen des Museums Schloss Ritzen durch Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn eröffnet. In der Sonderausstellung werden Künstlerkrippen aus der Slowakei gezeigt. Damit ist auch das mehrjährige Umbau- und Neugestaltungsprojekt abgeschlossen. Das Land Salzburg hatte sich insgesamt mit einer Summe von 387.568 Euro an Renovierung und Gestaltung beteiligt. Die in Schloss Ritzen ganzjährlich gezeigte Krippensammlung stellt eine der bedeutendsten Sammlungen barocker Krippen dar.

Die Jubiläumsausstellung "Betlehemy" zeigt von 13. November 2015 bis 29. Februar 2016 Keramikkrippen aus der Slowakei.

Museumsstenogramm

Schwerpunkte

Information

  • Sonderausstellungen, Lesungen, Konzerte; Museumsführer in vier Sprachen: deutsch, englisch (short guide through the museum), italienisch (piccola guida al museo), holländisch (Museumgids);
  • regelmäßige Publikation: Ritzenpost

Auskunft

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.