Salzachfähre Aigen - Josefiau

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Eine nachträglich kolorierte Schwarzweißaufnahme der Fähre.
Die Lage der ehemaligen Fähre.
Die Lage der ehemaligen Fähre.
Die genaue Lage der Fähre auf einem historischen Orthofoto von SAGIS.
Die Lage der Salzachfähre sowie die Entfernung der sich sogenannten "Gasthöfe Überfuhr".

Die Salzachfähre Aigen - Josefiau war eine Schiffsfähre über die Salzach im Stadtgebiet von der Stadt Salzburg.

Geschichte

Die an einem Seil hängende Fähre lag etwas salzachaufwärts bei den beiden Gasthöfen Überfuhr (Gasthof Überfuhr (Josefiau) und Gasthof Überfuhr (Aigen)), "beim Seiringer" (Aigen) und beim "Teufl" (Josefiau).[1] Nach Recherchen im Juli 2021 von Mitgliedern der Facebook-Gruppe "Das alte Salzburg in historischen Ansichten" soll sich die Fähre etwa auf Höhe des heutigen Ignaz-Rieder-Kai 73 oder 75 befunden haben.[2]

Zunächst war diese Seilfähre von Menschenkraft betrieben worden, später mit einem Hilfsmotor. Ein Seil hielt die Fähre auf Kurs zwischen beiden Ufern.

Eröffnet wurde sie 1830 als ein regelmäßiger Schiffsfährbetrieb. Die Kosten für eine Überfahrt betrugen 1889 drei Kreuzer, wenn eine Gruppe übersetzte, und vier Kreuzer als Einzelfahrt. Nach einer Neuerrichtung wurde sie am Sonntag, den 20. Juni 1948 um 14:30 Uhr zwischen Aigen und der Josefiausiedlung als Seilfähre von den Salzburger Stadtwerken wieder in Betrieb genommen. Die Eröffnung erfolgte durch Bürgermeister Anton Neumayr senior.[3], die im Jahr 1949 über 100.000 Fahrgäste beförderte.

1949 kostete die einfache Fahrt 50 Groschen, Hin- und Retourfahrt einen Schilling.[4]

Am 23. Juni 1950 riss gegen 14 Uhr das Halteseil der Fähre, die sich selbständig machte und flussabwärts bis vor die Karolinenbrücke abtrieb. Dort strandete sie auf einer Sandbank. Die städtische Feuerwehr rückte mit Schlauchbooten an, machte die Fähre wieder flott und brachte die "Ausreißerin" (Zitat Quelle[5]

Im Jahr 1950 wurden 90 712 Fährgäste gezählt.[6] Von Jänner bis August 1950 waren es 64 164 Personen, von Jänner bis August 1951 waren es 50 130 Personen.[7] Allein am 24. Juli 1950 wurden 250 Fahrgäste gezählt.[8]

Am 9. Jänner 1952 wurde die Fähre mit ihren stark rückläufigen Beförderungszahlen zunächst wegen Niedrigwasser eingestellt eingestellt[9], dann aus wirtschaftlichen Gründen vorübergehend nicht mehr in Betrieb genommen[10] und schließlich am 24. April an Franz und Therese Lindinger verpachtet,[11] wobei sie aber die Fähre um 30.000 Schilling kauften.

1956 starb Franz Lindinger und der Fährbetrieb wurde von Therese Lindinger und das dazugehörende Buffet am Franz-Hinterholzer-Kai zusammen mit ihrer Tochter weiter. Im August 1965 bot sie die Fähre um 15.000 Schilling zum Verkauf an, da sie sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen wollte.[12]

Im April 1967 stand in der Ausgabe vom 1. April der Salzburger Nachrichten zu lesen, dass die Salzachfähre wieder täglich in Betrieb wäre. Ob es sich um einen Aprilscherz handelte oder nicht nicht, ist noch nicht geklärt, da eine andere Quelle von der Einstellung der Fähre 1965 berichtet.[13]

Fährleute

Es waren im Laufe der Zeit mehrere Fährmänner und eine Fährfrau: Franz Augustin, Gottlieb Schoßmann, Rudolf Müllner, Josef Hebenstreit, Stefan Eder und Theresia Lindinger, die später dann die Fähre als Unternehmerin übernahm. Franz Augustin betrieb die Fähre von 1933 bis 1935, seinerzeit noch als Zille ohne Seil.[1]

Ereignisse

Am 22. Juni 1950 kam es zu einem Unfall der „Überfuhr“: nach dem Reißen des Zugseils der Salzachfähre trieb das Boot flussabwärts und blieb erst oberhalb der Karolinenbrücke auf einer Sandbank liegen; es waren keine Fahrgäste an Bord.

Am Nachmittag des 14. März 1962 machte die Fährfrau große Augen, als sich ihr einziger Fährgast, die Köchin Margarthe S. (50), mit den Worten "ich mag nicht mehr" in der Mitte des Flusses in die Fluten stürzte. Noch erstaunter war sie jedoch, als die Köchin plötzlich wieder auftauchte und ans Ufer schwamm; sie schien sich die Sache in letzter Minute überlegt zu haben. Sie wurde von Passanten ans Land gebracht und von einem Rettungswagen mit Erschöpfungszuständen in das Landeskrankenhaus gebracht.[14]

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 www.sn.at, Archiv SN, 20. Dezember 1980, Seite 9
  2. www.facebook.com/photo, abgefragt am 31. Juli 2021
  3. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 19. Juni 1948, Seite 8 sowie www.sn.at, Archiv SN, 25. August 1988, Seite 9
  4. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 8. Juli 1949, Seite 1
  5. www.sn.at, Archiv SN, 24. Juni 1950, Seite 6
  6. www.sn.at, Archiv der Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 30. Juni 1951, Seite 5
  7. www.sn.at, Archiv SN, 25. September 1951, Seite 3
  8. ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 26. Juli 1950, Seite 4
  9. www.sn.at, Archiv SN, 8. Jänner 1952, Seite 7
  10. www.sn.at, Archiv SN, 11. März 1952, Seite 5
  11. www.sn.at, Archiv SN, 25. April 1952, Seite 4
  12. www.sn.at, Archiv SN; 1. September 1965, Seite 10
  13. www.sn.at, Archiv SN, 1. April 1967, Seite 40
  14. www.sn.at, Archiv SN, 15. März 1962, Seite 5