Josefiau

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Josefiau-Panorama-Ansicht von Osten
Detail: Josefiau - zum Vergrößern anklicken
im Bild: (vorne) Josefiau, Herrnau; (Mitte) Hellbrunner Allee, Gneis, Leopoldskroner Moos ; (hinten) Leopoldskroner Moos und Hoher Stauffen

Josefiau ist zusammen mit Herrnau und Alpensiedlung ein Teil des Salzburger Stadtteiles Salzburg Süd.

Lage

Im Westen bis nach Nordwesten biden die Hellbrunnerstraße und der historische Unterlauf des Eschenbachs die Grenze gegen Nonntal. Im Südwesten ist die Michael-Pacher-Straße die Grenze zur Herrnau und im Osten der Josefiau bildet die Salzach die natürliche Grenze. Von der Kreuzung 'Michael-Pacher-Straße - Alpenstraße' verläuft die Grenze zwischen der Herrnau im Westen und der Josefiau im Osten an der Alpenstraße nach Süden entlang bis zur Egger-Lienz-Gasse. Nur ein schmaler Siedlungsstreifen der Josefiau etwa westlich der Robert-Stolz-Promenade greift weiter nach Süden bis knapp zur Hans-Webersdorfer-Straße aus. Südlich der Egger-Lienz-Gasse befindet sich der Ortsteil Alpensiedlung.

Geschichte der Josefiau

Der Name Josefiau, auch St.-Josefs-Au, leitet sich von dem ehemaligen Landschaftsteil 'Josefiau (Au)' her, der wesentlich von Auwald geprägt war. Er reichte im Süden bis zur heutigen Hellbrunner Brücke. Südlich davon schloss die Goiser Au (Hellbrunner Au) an.

Seinen Namen hatte der Landschaftsraum von einer Kapelle, die Abraham Zillner von Zillerberg, der Besitzer des späteren Kasererhofes, 1677 zu Ehren des heiligen Josef erbaute. Zu der erhaltenen Kapelle gehörte – symmetrisch zur Kapelle (mit Türmchen, Kreuz und Glocken) angeordnet – das 1712 in gleicher Größe wie die Kapelle erbaute kleine Wohnhaus (Türmchen mit Wetterfahne). Der Hof, zu dem weite Teile der heute verbauten Au gehörten, wurde in der Folge St.-Josefs-Hof oder Josefihof und später Kasererhof genannt (heute Hotel Castellani).

1882 richtete Schwester Maria-Theresia Piller nördlich des Josefshofes im alten Paurnfeindhof (Pauernfeindhof) das Zufluchtshaus St. Josef ein, das ursprünglich für „verwahrloste Mädchen“ gedacht war und heute im Wesentlichen als Unterkunft für ausländische Studenten genutzt wird (dieses befindet sich schon in Nonntal).

Der Wald der Josefiau wurde im Raum der heutigen Siedlung in der Zwischenkriegszeit zuerst für landwirtschaftliche Zwecke durch Rodungen schrittweise verkleinert. Der erste Siedlungskern des heutigen Siedlungsgebiets Josefiau entstand 1932 zwischen der Membergerstraße und der Lederwaschgasse. Dem christlich-konservativen Zeitgeist entsprechend sollten die neuen Siedlungen am Stadtrand „bodenständig und bäuerlich“ geprägt sein. Die großen Gärten dienten dabei wesentlich auch dem Anbau von Feldfrüchten.

Die zentrale Straßen, die vor der Errichtung der Alpenstraße in die damals neue Josefiausiedlung führte, war die Josefiaustraße. Ihr westlicher Teil wurde im Jahr 1957 nach Errichtung des nahegelegenen friedensstiftenden Klosters (dort, wo 1957 auch das Österreich-Büro von Kirche in Not gegründet worden war), in Friedensstraße umbenannt. Die Umbenennung erfolgte auch deshalb, weil hier viele Kriegsflüchtlinge eine neue Heimat in Frieden gefunden hatten. Das Haus der Donauschwaben, das kulturelle Zentrum einer großen Gruppe von heimatvertriebenen Volksdeutschen, liegt in der ehemaligen Josefiaustraße und heutigen Friedensstraße. Der Siedlungsraum zwischen Friedenstraße und Michael-Pacher-Straße wird heute fälschlicherweise vielfach nicht mehr zur Josefiau, sondern schon zur Herrnau gerechnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich der Wohnsiedlungsraum der Josefiau in einem hier schmalen Siedlungsstreifen schrittweise weiter nach Süden, wobei der verbleibende Auwaldrest schrittweise immer weiter verkleinert wurde. Zuletzt wurde noch die Volksschule Josefiau als Waldschule bewusst mitten in den verbliebenen Waldrest hinein gebaut.

Der letzte kleine Auwaldrest an der Salzach führt nunmehr den Namen der einst weitläufigen Waldlandschaft weiter und ist heute zur Sicherung seiner Erholungsfunktion und seiner wichtigen kleinklimatischen Aufgaben in der Frischluftschneise der Salzach nach den Bestimmungen des Salzburger Naturschutzgesetzes als Geschützter Landschaftsteil ausgewiesen.

Josefiausteg über die Salzach bei Hochwasser

Haus der Jugend

Hier befand sich vor 1939 der Privilegierte Landeshauptschießstand, der damals noch größtenteils eine Rodungsinsel im Auwald war.

Nach 1945 wurde hier zwischen Salzach und Alpenstraße ein Jugendzentrum „Haus der Jugend“ aufgebaut, zu dem auch ein Schwimmbad und ein Sportplatz gehörten. Das „Haus der Jugend“ wurde am 27. Jänner 1950 eröffnet. Diese mit amerikanischer Hilfe (Marshall-Plan) erbaute Begegnungsstätte sollte der Förderung der Friedensidee und des demokratischen Staatsideals dienen. 1955 stiftete die Salzburger Sparkasse anlässlich ihres hundertjährigen Bestehens einen namhaften Beitrag zum Ausbau des Jugendzentrums und des Schwimmbades. Das „Haus der Jugend“ bietet heute gerade in der Ferienzeit für Kinder und Jugendliche ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm.

Freibad Alpenstraße

Hauptartikel: Freibad Alpenstraße
Hauptartikel: Hallenbad Alpenstraße

Eines der drei Salzburger Freibäder wurde mit Mitteln aus dem Marshall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet: das Aya-Bad, wobei Aya für American Youth Association steht. Es wurde am 15. August 1950 nach nur dreimonatiger Bauzeit (der Spatenstich hatte am 19. Mai stattgefunden) vom Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Österreich, Generalleutnant Geoffrey Keyes, mit den Worten eröffnet: „Dieses Schwimmbad ist ein Geschenk an die Jugend von Salzburg als freundschaftliche Geste des Volkes der Vereinigten Staaten.“

Im Zuge eines nun doch gedachten Neubaus des Paracelsusbades solle das Aya-Bad für den Schul- und Vereinssport eine Überdachung in Leichtbauweise um drei Millionen Euro erhalten[1]. Das Hallenbad Alpenstraße wurde Anfang 2013 eröffnet.

Montessori-Schule

Die neben dem Haus der Jugend gelegene Schule wird heute als Evangelische Neue Mittelschule des Diakonievereins Salzburg im Sinne der Montessori-Pädagogik unter Berücksichtigung der Integration behinderter und nicht behinderter Schüler betrieben.

Josefiau heute

Der ursprüngliche Siedlungsraum der Josefiau, vor dem Zweiten Weltkrieg verbaut, besteht heute hauptsächlich aus Einfamilienhäusern (die ursprünglich oft aber auch als kleine Zweifamilienhäuser gebaut worden waren), er beherbergt aber auch zwei Studentenheime.

Öffentliche Einrichtungen

Verkehr

Der Ortsteil ist durch die Obuslinien  3   8   12   14  22 und die Postbuslinie 170 mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Straßen

wichtige Straßen und Wege

Alpenstraße, Michael-Pacher-Straße, Josefiaustraße, Fischbachstraße, Überfuhrsteg, Wilhelm-Kaufmann-Steg

alle Straßen und Wege

(alphabetisch)
Alpenstraße, Anton-Steinhart-Straße, Aspergasse, Billrothstraße, Dariogasse, Eduard-Heinrich-Straße, Egger-Lienz-Gasse, Enzingergasse, Faistauergasse, Felix-Harta-Straße, Fischbachstraße, Franz-Hinterholzer-Kai, Frueaufgasse, Josefiaustraße, Lederwaschgasse, Mascagnigasse, Membergerstraße, Michael-Pacher-Straße, Naumanngasse, Pezoltgasse, Schiffmanngasse, Solaristraße, Zanusigasse

Sonstiges

Am 6. Juli 1951 nahm mit dem Film „Das doppelte Lottchen“ das neue Lichtspielhaus an der Lederwaschgasse im Gasthof Überfuhr seinen Betrieb auf. Es hatte einen Fassungsraum von 340 Personen und besteht heute nicht mehr.

Bilder

 Josefiau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweise

Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg