Salzwelten Salzburg

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt das Schaubergwerk auf dem Dürrnberg. Ein Artikel über die Geschichte des früheren Salzabbauses findet sich unter Salzbergwerk Dürrnberg.


Der neue Eingang zu den Salzwelten Salzburg (2021).
Karte
Das neue Besucherzentrum (2021).
"Der Salzträger", Holz-Skulptur, 1957, von Jakob Adlhart (Bildhauer), stand bis zum Umbau 2021 im Besucherzentrum.
Hier der unterirdische Salzsee, der mit einem Boot im Rahmen einer Salzbergwerksbesichtigung überquert wird. (2021)
Salzwelten Salzburg

Die Salzwelten Salzburg im Dürrnberg im Halleiner Stadtteil Bad Dürrnberg befinden sich in einem der ältesten Salzbergwerke der Welt.

Geschichte des Salzbergwerks am Dürrnberg

Hauptartikel Salzbergwerk Dürrnberg

Die Kelten begannen im 7. Jahrhundert vor Chr. mit dem Salzbergbau und trieben die ersten Stollen bis etwa 300 Meter in den Dürrnberg. Im 12. Jahrhundert wurde der Salzbergbau wieder aufgenommen und zählte die Saline Hallein ab dem 13. Jahrhundert zu bedeutendsten Produzenten von Salz im Alpenraum. Die wirtschaftliche Blütezeit erreichte das Salzbergwerk Hallein im 16. Jahrhundert.

Geschichte des Schaubergwerks

Am 27. Juli 1989 wurde die Soleleitung unter Tag im Ruperti-Stollen abgedreht, am 31. Juli 1989 die Salzkompressoren in der Saline auf der Pernerinsel. Der Standort war für die Österreichische Salinen AG nicht mehr rentabel, die Technik veraltet, das Salzmonopol vor dem Fall. Das Bergwerk wurde für Besucher umgebaut.

Heute kann man mit einem Grubenhunt bequem in den Stollen des Schaubergwerks einfahren, das im Obersteinberg-Stollen eingerichtet wurde, ein einzigartiges Erlebnis genießen: eine Floßfahrt über einen unterirdischen See (wo auch manchmal Konzerte mit einer einzigartigen Akustik stattfinden) und zwei Bergmannsrutschen für Mutige warten Untertags auf die Besucher.

Seit etwa 2010 wird in der Adventzeit ein interessantes und abwechslungsreiches Programm unter dem Titel Advent in den Salzwelten Salzburg angeboten.

Der zehnmillionste Besucher in den Salzwelten Salzburg konnte am 4. Juni 2012 begrüßt werden.

Am 11. August 2016 wurde vorsorglich 486 Besucher am Nachmittag aus dem Schaubergwerk evakuiert, nachdem überhöhte Kohlenmonoxid-Werte festgestellt wurden. Als Vorsichtsmaßnahme haben man deshalb die Räumung der Salzwelten geschlossen. Die Besucher wurden vom Personal und den Mitgliedern der Grubenwehr zum Verlassen des Bergwerks angewiesen. Innerhalb von 20 Minuten sei die Räumung durchgeführt worden.[1][2]

2020/2021: Umbau und Neueröffnung

Mit mehr als 200 000 Besuchern pro Jahr zählen die Salzwelten zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Land SAlzburg. Bereits seit dem 16. Jahrhundert finden dort Führungen statt, was das Schaubergwerk zum ältesten in Österreich, wenn nicht gar in Europa, macht.

Durch den Bergdruck schrumpfen Stollen und Kammern jedes Jahr um zwei Zentimeter. Bei der Floßfahrt über den unterirdischen Salzsee war die Decke bereits so niedrig, dass Aufstehen zu Verletzungen hätte führen können.

Daher entschied sich die Salinen Austria AG, die Mutterfirma der Salzwelten, für einen großen Umbau - inklusive neuem Besucherzentrum, Salzmanufaktur und zeitgemäßer Präsentation des historischen Salzabbaus. In acht Monaten wurden 4 000 m³ (fest) bzw. 6 000 m³ (locker) Gestein aus dem Berg gefräst. Neue Stollen und Kammern wurden für den Abtransport und das Zusammensetzen der Fräsmaschine geschaffen.

Den Architekturwettbewerb gewannen Ernst J. Fuchs und Marie Therese Harnoncourt-Fuchs von "the next ENTERprise Architects". Für die Neuinszenierung arbeiteten sie mit Sabine Dreher ("Liquid Frontiers") und Matthias Hosp ("Artfabrik") zusammen. Die Vorgabe lautete, die Zirkulation der Besucher zu optimieren und damit zur besseren Orientierung beizutragen. Da z. B. vor dem Umbau Besucher den Eingang nicht gleich gefunden hatten, ist nun bereits nach dem Einparken optisch klar, wo sich dieser befindet: Orange Punkte auf dem Boden führen zu einem überdachten Info-Terminal, danach geht es weiter ins Besucherzentrum. Den Eintritt bildet ein trichterförmiger Schacht, der an einen Stolleneingang - genannt Mundloch - erinnert. "Uns war wichtig, dass das alles auf einer Ebene passiert, wie in einem Flugzeugterminal. Die natürliche Orientierung soll funktionieren, auch wenn viele Besucher da sind", beschreibt Ernst J. Fuchs.

Der erste optische Anziehungspunkt ist die offene Dachbalkenkonstruktion im Besucherzentrum. Das früher als Lager genutzte Gebäude bietet neben Ticket-Schalter und Broschüren bereits einen kurzen, illustrierten Abriss über die Geschichte des Salzbergbaus im Dürrnberg. In Vitrinen werden Exponate in Szene gesetzt - der Beginn einer Zeitreise, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Areal zieht.

Wobei der rote Faden in diesem Fall orange ist: "Das haben wir der Farbe des Salzsteins nachempfunden, der Farbton taucht immer wieder auf", sagt Marie Therese Harnoncourt-Fuchs. Je weiter es in die Vergangenheit zurückgeht, desto rötlicher wird der Orangeton - bis hin zum Kerzenlicht bei den Kelten.

Für die Besucher präsentieren sich die Salzwelten oberirdisch nach dem Umbau wie aus einem Guss. Erreicht wurde das von den Architekten mit "punktuellen Eingriffen" - wie ein überdachten Vorbau mit Sitzgelegenheiten, wo man sich früher im Regen um Tickets anstellen musste. Überall wurden Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang geschaffen.

Unter der Erde beginnt die Zeitreise: von der Gegenwart über den Barock ins Mittelalter bis zur Eisenzeit. Jeder Epoche ist eine Kammer mit Exponaten und kurzen Filmen gewidmet. Bei der Überfahrt über den Salzsee reisen die Besucher nicht nur durch den Barock, sondern auch durch die Gesellschaftsschichten: von der gefährlichen Arbeit der Bergknappen im Stollen zum Lustwandeln der Adeligen in der prunkvollen Stadt Salzburg. Die letzte Epoche, der Abbau von Steinsalz durch die Kelten vor 7 000 Jahren, wird oberirdisch im Keltendorf fortgesetzt. Es wird nun bewusst als Freilichtmuseum mit digitalen Inhalten in Szene gesetzt. Mit dem Smartphone können Kinder und Jugendliche zwei Figuren zum Leben erwecken und Aufgaben lösen.

Der Umbau der Salzwelten auf dem Halleiner Dürrnberg dauerte acht Monate und kostete zehn Millionen Euro. In den letzten Jahren wurden über 40 Millionen Euro am Dürrnberg investiert. Zum gesamten Angebot gehören das völlig neugestaltete Schaubergwerk, das originalgetreue Keltendorf, das im Zuge der Modernisierung zum „Kelten.Erlebnis.Berg“ gewachsen ist und die bisher einzige Schausaline Österreichs, die Salz-Manufaktur.

Im Beisein von Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, Bürgermeister Alexander Stangassinger, Generalvikar Mag. Roland Rasser, Vorstandsvorsitzenden der Salinen Austria AG Dr. Hannes Androsch sowie zahlreichen Ehrengästen wurden die Salzwelten Salzburg am 8. Oktober 2021 mit einem Festakt offiziell eröffnet.

Salz-Manufaktur

Hauptartikel Salz-Manufaktur auf dem Dürrnberg

Im Zuge der Neugestaltung 2021 wurde auch eine Salz-Manufaktur errichtet, die einzige Schausaline Österreichs.

Technische Daten

Vom 64,72 Kilometer langen Stollensystem im Dürrnberg sind 11,88 Kilometer begehbar. Diese verteilen sich über 21 Horizonte (unterirdische Stockwerke des Salzbergwerkes), davon sind neun begehbar und heute wird auf keinem Horizont mehr Sole erzeugt. Der Salzgehalt beträgt durchschnittlich zwischen 30 bis 35 Prozent. 2010 waren 14 Mitarbeiter für Führungen und Wartungsarbeiten beschäftigt.

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quellen Salzburger Nachrichten und Salzburg24.at online, abgefragt am 11. August 2016 um 16 Uhr
  2. www.salzburg24.at