Josef Haider (Rennfahrer)

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Josef Sepp Haider (* 26. September 1953 in Saalbach-Hinterglemm) ist ein Salzburger Rallyepilot.

Karriere

"Hotelier" in Saalbach - das war früher. 1976 begann damals der 23-Jährige im Rallyesport in einem VW Käfer, machte sich bald als "wilder Reiter" mit seinem Salzburger Co Jörg Pattermann im Opel Kadett einen Namen. In Deutschland und Österreich gehörten die beiden bald zur Elite, waren im Ascona 400 und dann Manta 400 schnell unterwegs. Mit Peter Diekmann glänzte Haider ab 1982 in einem Mercedes 500 SLC, dann folgte die Gruppe A-Ära als Opel-Werkteam mit Ferdinand Hinterleitner im Kadett GSI - mit dem WM-Sieg in Neuseeland 1988 und dem deutschen Meistertitel 1989. Bis 1999 war Haider (mit Stefan Eichhorner) noch im Audi und Peugeot erfolgreich.

Sepp Haider wurde 1985, als bisher einziger Motorsportler, zu Salzburgs Sportler des Jahres gewählt.

Vorgestellt

Vom "wilden Reiter" zum spektakulären Driftkönig, der ein Rallyeauto millimetergenau am Limit bewegen konnte: Damit wurde Sepp Haider bei den Fans in aller Welt populär. Ob Schnee, Schotter oder Asphalt: Der aus Saalbach stammende und heute in Zell am See lebende Pinzgauer war ein Allrounder, der sich sogar einige Male auf der Rundstrecke in Tourenwagen beachtlich schlug. Auch der zweifache Weltmeister Walter Röhrl, Zweitwohnsitz-Saalbacher und bester Freund Haiders, schätzte das Fahrkönnen des deutschen Meisters von 1989 so hoch ein, dass er ihn stets zur Weltklasse rechnete.

Es war 1988, als Haider und sein unvergessener kongenialer Beifahrer Ferdinand Hinterleitner aus Niederösterreich heimische Motorsportgeschichte schrieben und im Opel Kadett GSi als zweite Österreicher einen WM-Lauf gewannen - wie im Jahr zuvor Franz Wittmann (.) und der Salzburger Jörg Pattermann auf Lancia in Neuseeland.

1999 beendete Haider seine aktive Laufbahn - fast hätte er 2007 ein Comeback bei der 25. Jänner-Rallye gegeben, "doch ich trieb das Geld dafür nicht auf", wie er emotionslos zugibt.

Seit 2000 ist Haider im Dienst der Audi AG, ist für Fahrsicherheitstrainings ("Audi Driving Experience") und VIP-Kunden-Events zuständig. Für die Quattro-Gmbh ist er regelmäßig als Testfahrer für die Vorausentwicklung tätig, "dabei komme ich zu genügend flotten Runden auf der Nürburgring-Nordschleife", wie er erzählt.

Im heimatlichen Glemmtal betreibt er auf einer vier Hektar großen Eisfläche bei Jausern für Audi die speziellen Eistrainings. Beruflich ist er damit derart ausgelastet, dass er viel zu wenig seinem liebsten Hobby Golf (dennoch Handicap 5) frönen kann: "Aber das muss ich in nächster Zeit wirklich ändern."

Verheiratet ist Haider immer noch nicht, aber als Vater ist er stolz auf seine vier Jungs: Daniel (26) hat das Wirtschaftsstudium abgeschlossen, Niki (18) beendet heuer die Schule in Dänemark, Xandi (11) gibt bei den Zeller Eisbären Gas in der U12-Mannschaft, Toni (8) besucht in Kaprun die Volksschule.

Zum Rallyesport von heute fällt Haider, der in der spektakulärsten Zeit der Gruppe-B-Monster aktiv war, nicht viel Positives ein: "Für die Burschen ist es heute viel einfacher: Weniger Prüfungen, die öfters gefahren werden, kürzere Distanzen, der Service, das alles als TV-gerechtes Format. Ich bin sicher, die Top Ten können heute jede Sonderprüfung auswendig. Das ist doch nichts gegen die 'blinden' Strecken von früher, die langen Nachtetappen. Eine Safari oder RAC von früher ist mit einem heutigen WM-Lauf nicht mehr vergleichbar."

Seine drei Topstars der Zunft kann er sofort nennen: "Natürlich Walter (Röhrl), den Juha (Kankkunen) und ich muss auch den Sébastien Loeb dazu nehmen." Seine Lieblingsrallyes von früher? "Auf Schotter Neuseeland und Finnland, auf Asphalt San Remo, von der Landschaft her die Safari." Und seine eigenen besten Leistungen? "Ich würde den fünften Platz in Australien und den siebenten in Schweden jeweils 1993 im Audi S2 noch über den WM-Sieg stellen", sagt der langjährige Opel-Werkfahrer. Nachsatz: "Die Dakar hat mich nie gereizt. Das ist ein anderer Sport."

Erfolge

  • 1978: OSK-Rallye Pokalsieger
  • 1988: 1. Platz gesamt Rallyeweltmeisterschaft Neuseeland
  • 1989: Int. Deutscher Rallyemeister
  • 1993: 7. Platz gesamt Schweden Rallye; 5. Platz gesamt Australien Rallye
  • 1993 bis 1996: Zahlreiche Siege bei Meisterschaftsläufen
  • 1997: Sieger - Int. Rallye-Pokal von Österreich
  • 1998: 4. Gesamtrang Rallye ÖM
  • 1999: 5. Platz in der Gruppe A mit Peugeot 306 Maxi

Quellen