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Filialkirche hl. Petrus in Banden

(Weitergeleitet von Tauernkirchlein)
Filialkirche hl. Petrus in Banden.
Bilder im Mai 1911 von der Radstädter Tauernstraße während der inter. Alpenfahrt 1911. Zu erkennen ist im Bild rechts unten das Tauernkirchlein am Radstädter Tauernpass und das Tauernhaus Wisenegg.

Die Filialkirche hl. Petrus in Banden, bekannt als Tauernkirchlein, ist ein denkmalgeschütztes Objekt in der Pongauer Gemeinde Untertauern.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Kirche befindet sich in den Radstädter Tauern etwas unterhalb des Radstädter Tauernpasses auf Pongauer Seite neben dem Tauernhaus Wisenegg in Obertauern.

Geschichte

Schon 1124 befand sich eine kleine Kirche, das Peterskirchlein, auf der Passhöhe neben dem heutigen Tauernfriedhof. Berthold Pürstinger, Bischof von Chiemsee und Salzburger Weihbischof, kam unter großer Kälte, Schnee und Winden im Winter 1515 zu diesem Peterskirchlein herauf, um es zu rekonzilieren (wiederweihen). Man weiß zwar den Grund dafür nicht, nimmt aber an, dass aufgrund eines Kirchenfrevels diese Neuweihe notwendig wurde.

Zweimal, 1597 und 1616 mussten sich die Bewohner des Gebiets beim Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau und Markus Sittikus von Hohenems beschweren bevor 1620 dann endlich Erzbischof Paris Graf Lodron einem Neubau an der heutigen Stelle errichten ließ.

Diese Bau wurde nach Plänen des Dombaumeisters Santino Solari ausgeführt.

Zur Abhaltung einer Heiligen Messe musste mehrmals im Jahr der Kooperator aus Altenmarkt den beschwerlichen Weg auf die Passhöhe machen. Die beiden Wirte Wisenegger vom Tauernhaus Wisenegg und Tauernhaus Schaidberg bemühten sich daher um 1700, einen ständigen Geistlichen, genannt Benefizianten auf die Passhöhe zu bekommen. 1722 errichteten die beiden das Vikarhaus neben dem Tauernhaus Wisenegg, unterstützt mit 4000 Gulden ihres Freundes und Förderes, dem Dechant Pyth von Werfen. Auch das Brennholz stellten die Wirte zur Verfügung und freuten sich, dann endlich einen Vikar, den Tauern Vikari, beherbergen zu können.

Erzbischof Franz Anton Harrach bestätigte dann am 30. Mai 1721 die Stiftung eines Benefiziums auf dem Tauern. Diesem Stiftsbrief kann entnommen werden, dass zu damaliger Zeit 40 Personen im Bereich der Passhöhe lebten.

Im 19. Jahrhundert wurde der Tauern Vikari durch einen Tauern Pater aus dem Kapuzinerorden abgelöst. So betreute dann u. a. der Kapuziner Joseph Hackl vom 10. Oktober 1830 über 27 Jahre das Tauernkirchlein.

Ausstattung

Bemerkenswert das Altarbild von Donato Arsenio Mascagni, das auch von Ignaz Kürsinger in seinem Buch über den Lungau beschrieben wurde. 1905 entfernte man aus unbekannten Gründen Kanzel und Empore. Beide Glocken, eine sogar mit 150 kg, wurden dann im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen.

Umbauarbeiten

1962/63 baute man das Tauernkirchlein nach Plänen von Architekt Helmut Gasteiner um. Dabei musste man aus finanziellen Überlegungen die Innenausstattung unvollendet lassen. Auch der Zusammenbau des alten Kirchenraumes mit dem nun neu erweiteten fiel unglücklich aus. 1993 kam es zu einer Generalsanierung, die von Prälat Lüftenegger stark betrieben wurde.

Gottesdienste

Jeden Sonn- und Feiertag um 17.00 Uhr

Quellen