Ignaz Kürsinger

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Ignaz von Kürsinger (* 7. Dezember 1795 in Ried im Innkreis[1]; † 18. August 1861 in der Stadt Salzburg) war Beamter, Schriftsteller und Topograph.

Leben

Ignaz von Kürsinger war der Sohn des gleichnamigen k.k. Bezirksrichters von Ried im Innkreis, Regierungsrat Ignaz Edler von Kürsinger und seiner Frau Anna Maria, geborene von Lier. Der Leiter des Pfleggerichts Tamsweg, Carl von Kürsinger (* 1797; † 1849), ist sein Bruder.

Von 1815 bis 1819 studierte er in Wien Rechts- und Kameralwissenschaften und absolvierte dann sein Konzeptionspraktikum im Mühlkreis, dann in Linz (Oberösterreich). Von 1824 bis 1825 war er am Pflegegericht in Obernberg, ab 1825 am Pflegegericht in Braunau, wo er Mitbegründer eines Krankenhauses für Gesellen wurde, dann ab 1829 in Mauerkirchen tätig, ab 1832 als Amtsleiter. 1833 wurde er provisorischer Leiter des Pflegegerichts Thalgau, ab 1833 bis 1834 Leiter des Pfleggerichts Goldegg. Von 1834 bis 1842 war er Pfleger I. Klasse am Pfleggericht Mittersill und wird auch Landesvater des Pinzgaus genannt. Ab 1842 war er Leiter des Pfleggerichts in Schärding und gründete dort 1842 ein Krankenhaus für Gesellen. Von 1844 bis 1848 war er vom Amt suspendiert. Ab 1847 lebte er in der Stadt Salzburg. Nach der Aufhebung seiner Suspendierung war er vom 18. Mai 1848 bis zum 19. April 1949 Abgeordneter der Nationalversammlung in Frankfurt (Deutschland) und lebte von 1848 bis 1850 als Pfleger a.D. in Salzburg. Von 1850 bis 1858 war er Redakteur der amtlichen Salzburger Zeitung. 1858 trat er in den Ruhestand, den er in Salzburg und Tamsweg verbrachte.

Neben der Sanierung des Unterrichtswesens, der Restaurierung von Kirchen-, Schul- und Pfarrgebäuden, der Trockenlegung der versumpften Talsohle und Regulierung der Salzach im Oberpinzgau hat er sich u. a. auch für die Erstbesteigung des Großvenedigers 1841 eingesetzt. Vor allem mit dieser Aktivität legte er den Grundstein für den Fremdenverkehr.

1846 ließ er als Pfleger von Mittersill an den Krimmler Wasserfällen die erste Weganlage errichten. Die erste Schutzhütte am Großvenediger wurde dann bereits 1842 wenige Meter von der heutigen Lage erbaut. 1875 entstand eine zweite Hütte, die Kürsingerhütte, an gleicher Stelle, die nach Kürsinger benannt wurde. Von Kürsinger stammt auch die Bezeichnung "weltalte Majestät" für den Großvenediger.

Ehrungen

Kürsinger war Ehrenmitglied mehrerer Vereine im In- und Ausland. Er wurde zum Ehrenbürger von Mittersill und zum Ehrenbauer des Oberpinzgaus ernannt.[2]

Die Erstbesteigung des Großvenedigers

Die Erstbesteigung des Großvenedigers geht auf seine Initiative[3] zurück. Ein erster Versuch einer Expedition, bestehend aus 17 Männern, darunter auch Erzherzog Johann, scheiterte 1828 beim Versuch den Gipfel zu erreichen. Erst 40 Jahre nach der Erstbesteigung des Großglockners gelangte eine von Josef Schwab geführte Gruppe am 3. September 1841 auf den Gipfel. Unter diesen Männern waren auch Ignaz von Kürsinger, die Doktoren Anton von Ruthner und Franz Spitaler sowie Paul Rohregger.

Werke

Ignaz von Kürsinger verfasste mehrere naturkundliche, topografische und ethnographisch-statistischen Publikationen. Seine Werke über den Ober-Pinzgau (1841) und den Lungau (1853) gelten als wichtige Quellen zur Salzburger Volks- und Alltagskultur.

Quellen

  • Best, Heinrich und Wilhelm Weege: Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49. Düsseldorf (Droste Verlag) 1996, Seite 213.
  • Lahnsteiner, Josef: Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. Selbstverlag, Hollersbach 1956.
  • Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): Salzburger Kulturlexikon, Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1

Einzelnachweise

  1. Taufbuch der Pfarre Ried im Innkreis, Band VII, S. 84.
  2. Wartbichler, Hannes (Red.): Mittersill. Vom Markt zur Stadt. Stadtgemeinde Mittersill 2008.
  3. Quelle Anton Ruthner besagt, die Initiative ginge auf Ruthner zurück
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