Wirtschaft

Steigende Energiekosten: So spart man mehrere Hundert Euro

Die Energiekosten steigen 2022 weiter drastisch an: Zu Jahresbeginn gingen Berechnungen von durchschnittlich 420 Euro pro Haushalt aus. Durch den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine geht die Teuerung unvermittelt weiter und erreicht Rekordwerte. Die Haushaltsenergie hat sich im März im Vergleich zum Jahr davor um 42,4 Prozent verteuert. Die SN geben Tipps, wie Sie Kosten senken können.

Stecker raus: Oft sind es einfache Dinge, die helfen, Energie zu sparen. SN/robert ratzer
Stecker raus: Oft sind es einfache Dinge, die helfen, Energie zu sparen.

Die drastisch steigenden Energiekosten bekommen auch private Haushalte immer stärker zu spüren. Mitte Februar rechnete die Arbeiterkammer noch mit Mehrkosten von rund 420 Euro für einen Haushalt in Österreich. Durch den Krieg in der Ukraine werden die Energieressourcen nun deutlich teurer, die Kosten schnellen in die Höhe. Haushaltsenergie hat sich im März im Vergleich zum Jahr davor um 42,4 Prozent verteuert - ein Rekordwert, wie die Österreichische Energieagentur mitteilt.

Die Bundesregierung versucht Haushalte mit Ausgleichspaketen zu entlasten. Obwohl Heizöl, Gas und Sprit einmal mehr die Preistreiber sind, können durch einige Maßnahmen auch selbst Energie und somit Kosten gespart werden. "Das Stromsparpotenzial liegt in einem Vierpersonenhaushalt unter Ausschöpfung aller Maßnahmen bei 30 Prozent", sagt Sabine Seidl von der Umweltberatung. Georg Thor, Geschäftsführer der Energieberatung des Landes Salzburg, ergänzt: "Rund zehn Prozent kann man fast in jedem Haushalt einsparen." Die SN geben Tipps, wie das gelingen kann.

Verzicht aufs Auto

Auch bei Sprit gingen die Preissteigerungen weiter. Diesel kostete um 55,0 Prozent mehr als im Jahr davor, Superbenzin um 45,3 Prozent. Im Vergleich zum heurigen Februar verteuerte sich Diesel um 23,8 Prozent und Super um 19,4 Prozent. Eine 50-Liter-Tankfüllung kostet bei Diesel um etwa 35 Euro mehr als im März 2021 und bei Superbenzin um rund 30 Euro mehr. Laut Berechnungen von Experten ist in einem Haushalt mit zwei Autos die Mobilität der weitaus größte Energieverbraucher. Wie können die Kosten gesenkt werden?

"Das Auto stehen lassen, Fahrgemeinschaften bilden, Öffis oder das Rad nehmen", schlägt Hermann Grießner, Energieberater bei der Salzburg AG, vor. Was aber tun, wenn nicht auf das Auto verzichtet werden kann? "Nicht schneller als 100 km/h fahren, nicht abrupt bremsen oder beschleunigen. Das hilft beim Spritsparen." Wie viel Sprit durch eine angepasste Fahrweise gespart werden kann, testete SN-Redakteurin Eva Hammerer in einem Selbstversuch.

Kühlschrank & Co.

Mittlerweile gehört es ja fast schon zum guten Ton, sich ausschließlich Geräte mit der Effizienzklasse A+++ anzuschaffen. Das gilt vor allem für Kühlschränke, Geschirrspüler und Waschmaschinen. Im Vergleich zu in die Jahre gekommenen Klasse- B-Geräten sind Einsparungen von 74 Euro pro Jahr möglich. Das haben Spezialisten der Umweltschutzorganisation WWF berechnet. Was den Strompreis betrifft, lag ihr Ausgangswert bei 0,27 Euro pro Kilowattstunde. Allerdings: Neuanschaffungen schlagen mit Preisen auf mittlerem bis gehobenem dreistelligen Niveau zu Buche.

Stand-by-Modus

Fernseh- oder Computerbildschirme werden nach Nutzungsende nur selten komplett ausgeschaltet - sie wechseln in den Stand-by-Modus. Bei fünf Geräten mit je zehn Watt Stand-by-Leistung ergibt sich ein Einsparungspotenzial von bis zu 100 Euro jährlich. Doch auch hier ist allzu viel Vorfreude aufs Stromsparen unangebracht: "Bei modernen Geräten ist der Verbrauch längst nicht mehr so hoch, wie man glauben möchte", räumt Georg Thor mit dem Stand-by-Mythos zumindest teilweise auf. Man liege inzwischen bei unter einem Watt, oft sei das "gar nicht mehr messbar".

Kochen

Bei Wasserkocher und Herdplatte kann leichter gespart werden. Wenn man pro Tag einen Liter Wasser mit dem Wasserkocher und nicht am Herd zum Kochen bringt, bleiben 40 Euro pro Jahr mehr in der Geldbörse. Weitere 46 Euro können gespart werden, wenn man bei fünf Kochvorgängen pro Woche den Deckel auf den Topf setzt.

Waschen & Spülen

Beim Wäschewaschen auf allzu viel Komfort zu verzichten zahlt sich aus: Bei 160 Waschgängen pro Jahr mit 40 statt 60 Grad sowie Verzicht auf Vorwäsche und Trockner beträgt die Ersparnis mehr als 100 Euro.

Laut Umweltberatung spart der Geschirrspüler im Vergleich zum händischen Spülen 75 Prozent Wasser und 20 Prozent Energie. "Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn es herrscht oft die Meinung, dass es umgekehrt wäre", erklärt Seidl.

Lüften & Heizen

Geht es nach dem WWF, kann durch optimales Lüften und Beheizen der Räumlichkeiten enorm viel Geld gespart werden. Alle drei Stunden für ein paar Minuten stoßlüften statt gekippter Fenster den ganzen Tag. Weiteres Geld kann gespart werden, wenn die Raumtemperatur um lediglich ein Grad gesenkt wird. Allerdings sollten während des Stoßlüftens die Thermostatventile abgedreht sein. "Die Nachtabsenkung von zwei bis vier Grad unter der Tagestemperatur bringt rund zehn Prozent Ersparnis", betont Sabine Seidl von der Umweltberatung.

Hermann Grießner ergänzt: "Wenn das alle machen, könnte das die Gasimporte aus Russland innerhalb eines Jahres um zehn Milliarden Kubikmeter reduzieren, rechnet die Internationale Energie-Agentur vor. Ich kann als Energieberater nur appellieren, mit jeder Form von Heizenergie sparsam umzugehen. Man tut sich auch selbst einen Gefallen."

Anmeldung zur Energieberatung in Salzburg: https://www.salzburg.gv.at/themen/energie/energieberatung

Service der Umweltberatung: 01/803 32 32 oder E-Mail an
service@umweltberatung.at

Onlineportale für den Strompreisvergleich

Durchblicker:https://durchblicker.at/

E-Control Tarifrechner:https://www.e-control.at/

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