Fliegende Züge und das Internet auf Reisen

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Bits und Bites Thomas Hofbauer
 SN/Heinz Bayer

Ein Zugabteil ist der beste Ort zum Arbeiten und der Aufpreis für die erste Klasse ist auf Dienstreisen gut investiert. So kann man die gesamte Fahrt zur produktiven Arbeitszeit machen.

Nur ein Ärgernis hat das Arbeiten im Zug. Es heißt Tunnel. Auch das Bordnetz des Railjets ist davor nicht gefeit, obwohl es Datenverbindungen zu allen verfügbaren Mobilfunknetzen aufbaut. Kaum hat man sich in das Firmennetz eingeklinkt, bricht die Internetverbindung zusammen. Zwischen Feldkirch und Innsbruck geht meist gar nichts und zwischen Salzburg und Wien ist eine halbwegs unterbrechungsfreie Verbindung Glückssache. Klar, wird man entgegnen, für das Arbeiten in der Cloud ist das Internet im Zug nicht gedacht - eher um seine
E-Mails zu checken und zur Unterhaltung. Dafür gibt es auch ein eigenes TVthek-Angebot. Ich will aber arbeiten. Um mich zu unterhalten, gibt es bessere Orte.

Auf der ÖBB-Seite heißt es da-zu launig unter der Frage, warum eine Internetverbindung in einem Spaceshuttle einfacher herzustellen sei: "Ein Spaceshuttle fährt nicht durch Tunnel oder zwischen Bergen und hat eindeutig weniger Passagiere, die auf das Internet zugreifen." Sehnt man sich bei den ÖBB nach fliegenden Zügen? Dabei ist nicht belegt, dass Astronauten im Spaceshuttle das Internet massiv genutzt haben. Auf der ISS ist es sogar lausig, wie zu Zeiten, als man noch Modems benutzte. Außerdem wurde das Spaceshut tle-Programm bereits vor fünf Jahren eingestellt, es war technisch überholt. Höhenflüge bis zur nächsten Datenwolke sollten mit der Bahn aber bald möglich sein. Damit nicht auch dem Railjet schon bald der Mief des Gestrigen anhaftet und er, wie das Spaceshuttle, aus der Reiseplanung vieler Geschäftsreisender fliegt.

Aufgerufen am 15.11.2018 um 09:59 auf https://www.sn.at/kolumne/bits-und-bites/fliegende-zuege-und-das-internet-auf-reisen-900997

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