Kribbelnde Erotik und unbedachte Schamlosigkeit

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Bits und Bites Thomas Hofbauer
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Wieder hat ein Erotikmarkt geschlossen. Die Auslagen sind leergeräumt, die Beleuchtung ist abgeschaltet. Irgendwie beschleicht einen die böse Ahnung, dass auch dieser Ladenschluss etwas mit dem Internet zu tun hat. Denn die Nachfrage nach Latex, Leder, schlüpfriger Wäsche und Liebesutensilien ist in den letzten Jahren wohl kaum weniger geworden. Die Scheu vieler Kunden vor dem Betreten eines solchen Ladens allerdings auch nicht. Und so kaufen Erotisten und Fetischisten Liebesdinge lieber online statt in einer Einkaufspassage.

Dass Online-Aktivität nachvollziehbarer ist und ihre Spuren noch nach Jahren zu finden sind, damit können Menschen völlig entspannt leben. Der Striptease im Netz ist den meisten unendlich weniger
unangenehm, als beim Einkauf im Erotikmarkt erkannt zu werden. Während man beim Einkaufen die Schamesröte im Gesicht hat, zieht man sich online völlig unbefangen aus. Peinlich werden die digitalen Aktivitäten immer erst dann, wenn sie im echten Leben auftauchen - als fehlgeleitetes Päckchen beim Nachbarn oder als eingeschriebene Mahnung auf der Post.

Aufgerufen am 19.09.2018 um 07:54 auf https://www.sn.at/kolumne/bits-und-bites/kribbelnde-erotik-und-unbedachte-schamlosigkeit-607318

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