Laue Doku mit aufgepeppter Erkenntnis

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Bits und Bites Thomas Hofbauer
Laue Doku mit aufgepeppter Erkenntnis SN/fotolia/tongpatong
Laue Doku mit aufgepeppter Erkenntnis

Sommerabende sind die beste Zeit für Fernsehmacher, um jene lauen Dokumentationen zu zeigen, die sie an Tagen mit höherer Einschaltquote niemals spielen würden. Eine über kleine Autos stand diese Woche auf dem Sendeplan. Sie war ohne Struktur, mit wenigen Informationen und kam ohne schwurbelnde Experten aus. Daher wurde auch nur ein gedankenschwangerer Satz gesagt: Der Mensch hat zu seinem Auto deshalb eine so innige Beziehung, weil es ihm ermöglicht, stets dort zu sein, wo er sein möchte. Rein körperlich stimmt das sicher - bis auf transozeanische Ausnahmen.

Eine laue Sommernacht ist aber auch die beste Zeit, eine schlechte Doku mit eigenen Gedanken aufzupeppen. Wie wäre es mit diesem: Zu ihrem Smartphone haben Menschen eine ebenso innige Beziehung wie zu ihrem Auto. Weil es ihnen ermöglicht, mit den Gedanken stets dort zu sein, wo sie sein möchten. Bei Freunden via Facebook, im vergangenen Urlaub mit Fotos und Videos oder einfach nur beim Shoppen.

In bester Experten-Manier überspannen wir den gedanklichen Bogen noch weiter und kommen zum Schluss: Wenn die Richtung, in die der Fahrer sehnsüchtig sein Auto lenkt, durch die Richtung seiner Gedanken, denen er am Smartphone nachhängt, abgelenkt wird, endet das nicht selten im Straßengraben. Damit ist erklärt, warum gleichzeitig Auto fahren und Smartphone benutzen selten zielführend ist.

Aufgerufen am 26.09.2018 um 10:59 auf https://www.sn.at/kolumne/bits-und-bites/laue-doku-mit-aufgepeppter-erkenntnis-23102623

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