Bullen-Juwel hat Salzburg schon verlassen

Der Trainingsstart von Red Bull Salzburg ging am Mittwoch ohne Dayot Upamecano in Szene. Gewinner des Transfer-Pokers ist wohl RB Leipzig.

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Bullenstall Michael Unverdorben

Es war kalt beim ersten Training von Fußballmeister Red Bull Salzburg im neuen Jahr. Sehr kalt sogar. Das lag einerseits an den Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, andererseits an der unterkühlten Stimmung im Bullen-Lager. Einmal mehr müssen die Salzburger einen Leistungsträger abgeben, einmal mehr dürfte er zum Red-Bull-Schwesternteam RB Leipzig wechseln. Dayot Upamecano weilte am Mittwoch gar nicht mehr in Salzburg und er hatte tags zuvor auch nicht die Leistungstests in Thalgau absolviert. Er sei verkühlt gewesen und nun zwei Tage vom Training freigestellt, um im Ausland seine Zukunft zu klären, sagte Sportdirektor Christoph Freund. Wo sich Upamecano aufhält, das wollte der 39-Jährige nicht verraten, nur so viel: "Dayot ist sicher eines der größten Talente oder vielleicht sogar das größte Talent, das jemals in Salzburg gespielt hat."

Wer der Gewinner des Transfer-Pokers um Dayot Upamecano ist, darüber soll es laut Freund in ein bis zwei Tagen Gewissheit geben. Dabei ist längst klar, dass Ralf Rangnick das 18-jährige Bullen-Juwel, der in Salzburg sowohl in der Innenverteidigung als auch im zentralen Mittelfeld gute Figur machte, unbedingt zu RB Leipzig holen will. Und wenn sich Rangnick etwas in den Kopf gesetzt hat, dann hat er es am Ende auch bekommen. Ausnahmslos.

Allerdings hatten es die Leipziger noch nie mit solchen Gegenspielern zu tun. Upamecano soll das Interesse des großen FC Barcelona geweckt haben. Die englische Boulevardzeitung "The Sun" berichtete am Mittwoch, dass auch Manchester United hinter dem begehrten Franzosen her sei. Christoph Freund stellte auf die Frage, was er denn Upamecano raten würde, fest: "Je größer die Herausforderung war, die wir ihm bei Red Bull Salzburg gestellt haben, desto besser und zuverlässiger hat er sie erfüllt."

Man hätte ihn gern noch ein halbes Jahr in Salzburg gehalten, aber auch so sieht der Sportdirektor den Meister gut aufgestellt. "Wir haben einen guten und breiten Kader. Und wir haben einen sehr guten Teamspirit. Das haben wir schon im Herbst des Öfteren bewiesen", sagte Freund. Neuverpflichtungen seien keine geplant. Vielmehr will man spätestens bis zum Abflug ins Trainingslager nach Dubai (22. Jänner) für jene Red-Bull-Profis, die bei Trainer Oscar Garcia keine Rolle spielen (Yordy Reyna, Stefan Stangl) oder deren Leih-Engagements endeten (Dimitri Oberlin, Ante Roguljic) eine Lösung finden.

Im konkreten Fall von Oberlin könnte das sogar bedeuten, dass der Stürmer nach der Vorbereitung mit Red Bull Salzburg wieder nach Altach zurückkehrt. "Das ist nicht ausgeschlossen", sagte Sportdirektor Freund. Und Trainer Oscar Garcia ergänzte: "Wir haben einen Monat bis zum Saisonstart. Bis dahin werden wir schauen, auf welchem Level er ist und dann werden wir entscheiden, was das beste für ihn und unser Team ist."

Das beste für Dayot Upamecano ist derzeit offenbar RB Leipzig. Für den Sensationszweiten der deutschen Bundesliga könnte der Defensivspieler sogar schon am Wochenende sein Debüt geben. Die Leipziger sind am Mittwoch einen Tag früher als geplant aus dem Trainingslager in Portugal heimgekehrt. Am Sonntag bestreitet RasenballSport gegen die Glasgow Rangers das letzte Testspiel vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft.

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