Freund: "Wir haben den Fluch gebrochen"

Salzburgs Champions-League-Geschichte ist um ein Kapitel reicher.

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Bullenstall Michael Unverdorben

Das passt zu Salzburgs verschrobener Champions-League-Geschichte: Nachdem die Bullen bei elf Versuchen über den Qualifikationsweg elf Mal am Einzug in die Fußball-Königsklasse gescheitert waren, genügte am Mittwochabend die wahrscheinlich schwächste Leistung, die Salzburg je in einem Play-off-Heimspiel gezeigt hat, um in die Gruppenphase aufzusteigen. Es ist dies die erste erfolgreiche Quali-Kampagne - im vergangenen Jahr war der Bundesliga-Meister in der Champions League über die UEFA-Fünfjahreswertung fix gesetzt.

Dementsprechend groß war der Jubel bei den Salzburgern nach dem Schlusspfiff. Für Sportdirektor Christoph Freund, der seit 2006 in verschiedenen Positionen das Scheitern stets aus nächster Nähe erlebt hatte, war der 3:1-Sieg gegen Israels Meister Maccabi Tel Aviv ein Moment für die Ewigkeit. "Es war heute wieder - pfffffff...", ächzte der 43-Jährige. "Wir können sicher besser Fußball spielen. Aber wir haben uns das verdient, und wir haben den Fluch gebrochen", sagte Freund mit freudestrahlendem Gesicht. Auch Trainer Jesse Marsch gestand: "Wir hatten ein bisschen Stress, aber wir waren stark." Extralob gab es für den Doppeltorschützen Patson Daka, der "einer der intelligentesten Spieler" sei, "mit und gegen den Ball". "Ich freue mich sehr für ihn, Patson hat sich das verdient", sagte Marsch.

Routinier Zlatko Junuzovic sah ebenfalls "etwas zu viel Hektik" in der Mannschaft. "Wir hätten es hie und da besser spielen können, aber der Rhythmus wird noch kommen", meinte Junuzovic und brachte es am Ende auf den Punkt: "Der Aufstieg war verdient. Wir sind einfach glücklich, in der Champions League zu sein, und können dort wieder eine gute Rolle spielen. Aber wir müssen so wie 2019 auftreten: dynamisch, attraktiv, auch mit Lockerheit."

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