Vereinslegende Leitgeb verzichtet auf ein Abschiedsspiel

Nach zwölf Jahren und 324 Pflichtspielen endet eine Ära bei Red Bull Salzburg: Der 34-jährige Christoph Leitgeb verlässt die Bullen mit Saisonende.

Bullenstall

Ja, auch Red Bull Salzburg hat Vereinslegenden. Christoph Leitgeb beispielsweise. Der Mittelfeldspieler absolvierte für die Bullen bisher 324 Pflichtspiele und gewann in dieser Zeit nicht weniger als 15 Titel. Ein, zwei Partien am Sonntag (17 Uhr) gegen Sturm Graz und in einer Woche beim großen Saisonfinale gegen St. Pölten werden noch dazukommen, bevor sich die Wege von Red Bull Salzburg und seiner Vereinslegende trennen. Am Freitag kündigte Leitgeb bei einem Medientermin an, dass seine zwölf Jahre andauernde Bullen-Ära enden wird.

Ob der 41-fache ÖFB-Teamspieler seine aktive Karriere fortsetzt, ließ Leitgeb vorerst noch offen. "Ich werde mir nach Saisonende eine kleine Pause gönnen und gemeinsam mit meiner Familie überlegen, welchen Weg ich weitergehen werde", sagte Leitgeb, der sich beim Fischen in Schweden in aller Ruhe Gedanken machen will. Seinen Lebensmittelpunkt verlagert er jedenfalls wieder in seine Heimatstadt nach Graz. Denkbar ist noch eine Saison im Sturm-Dress, das er bereits vor seinem Bullen-Transfer im Jahr 2007 getragen hat, genauso wie eine Funktion als externer Red-Bull-Scout in der Steiermark. "Einen Trainerjob kann ich mir nicht vorstellen. Das ist mir viel zu stressig, wenn ich mir das bei Marco Rose anschaue", sagte Leitgeb in seiner gewohnt trockenen, aber sehr humorvollen Art.

Bei seinem Abschied sei jedenfalls viel Wehmut dabei: "Ich habe in den zwölf Jahren viele tolle Erinnerungen, Erfahrungen und Erfolge mitnehmen dürfen. Darauf bin ich sehr stolz." Leitgeb bevorzugte trotz vieler Trainer- und Philosophiewechsel immer das Beständige, schlug während seiner besten Phase bei den Bullen einige lukrative Auslandsangebote aus. "Weil ich mich in Salzburg immer sehr wohlgefühlt habe", sagte Leitgeb - und wurde so zur Vereinslegende. Wem sonst als Christoph Leitgeb würde ein Abschiedsspiel zustehen? Das haben die Salzburger dem technisch brillanten, mit dem "tödlichen" Pass ausgestatteten Mittelfeldspieler angeboten, doch der lehnte bescheiden ab. Vielleicht, weil er kommende Bundesliga-Saison doch noch einmal als Gegenspieler zu Red Bull Salzburg zurückkehrt?

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