Einfach anziehend

Schon früh entdeckte der Tourismus das Potenzial der landschaftlichen Schönheit am Königssee.

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Fit in die Natur Wolfgang Tonis
Prächtiger Blick vom Malerwinkel-Rundweg auf den geheimnisvollen See. SN/tonis
Prächtiger Blick vom Malerwinkel-Rundweg auf den geheimnisvollen See.

Der "Bayerische Fjord" bezauberte bereits die Maler der Biedermeierzeit, die den Königssee und seine Umgebung in ihren Gemälden festhielten. Aufgrund des Aufschwungs des Fremdenverkehrs nahm auch die Motorschifffahrt ihren Anfang. Wesentlich für den Anstieg der Besucherzahlen war sicherlich auch die 1909 fertiggestellte, seit 1966 leider nicht mehr existierende Bahnverbindung von Berchtesgaden nach Königssee.

Der See als Attraktion erfreut sich ungebrochener Beliebtheit bei Besuchern aus aller Welt, denn hinüber zur berühmten Wallfahrtskapelle mit ihren Zwiebeltürmen und den roten Kuppeldächern wollen die meisten Touristen. Seine Namensgebung dürfte aus dem 12. Jahrhundert stammen. "Chunigessee", heute Königssee, steht mit einer "bescheidenen Kapelle" auf der Halbinsel unterhalb der Watzmann-Ostwand in Verbindung, die am Bartholomäustag im Jahr 1134 geweiht wurde.

Eine der schönsten Möglichkeiten, entschleunigend von Berchtesgaden zum Königssee zu gelangen, ist eine Wanderung auf dem "Königsseer Fußweg". Gegenüber dem Berchtesgadener Bahnhof und dem Kreisverkehr nimmt der Weg zwischen dem Gebäude des Praxiszentrums Triftplatz und der Straße nach Schönau seinen Ausgang (Weg 10). Nach dem Gewerbegebiet geht es zunächst rechts der Ache entlang, dann an der "Nassen Wand" vorüber, an deren Felsen im Winter mächtige Eiszapfen hängen. Die Route ist durchgehend beschildert und führt abwechselnd durch Wald, Flur und bebautes Gebiet im Nahbereich der Königsseer Ache ohne nennenswerte Steigung zum Dorf Königssee. Gleich zu Beginn geht es hier beim Hotel Königsseer Hof nach rechts zur Seeklause und anschließend weiter zur belebten Seelände. Die Elektroboote verkehren ja auch im Winter.

Nur wenige Schritte von der Anlegestelle entfernt führt der Malerwinkelweg hinter den denkmalgeschützten Bootshütten entlang und dann ein Stück bergan. Bald ergibt sich die erste Gelegenheit, den See bis nach St. Bartholomä zu überblicken. Am Rundweg geht es noch zwei Kehren im lichten Wald bergauf und zum nächsten Aussichtspunkt am Weg. Dann schlängelt sich die Runde durch den Wald und zur Talstation der Jennerbahn hinab, von wo stündlich ein Bus (841) nach Berchtesgaden abfährt.

Lokalisierung. SN/freytag & berndt
Lokalisierung.

So kommen Sie hin:

Pkw: A10 Abfahrt Salzburg-Süd, dann über St. Leonhard und Marktschellenberg bis zum Bahnhof Berchtesgaden. Parkplatz Salinenplatz. Autofrei mit der Buslinie 840 von Salzburg aus bis zum Bahnhof Berchtesgaden. Bus von der Haltestelle Talstation der Jennerbahn Linie 841 (www.rvo-bus.de). Gehzeit: 2 ¼ Stunden, 190 Hm, 7,7 Kilometer.
Karte: f & b WKD 5. Info: www.berchtesgaden.de
Charakter: unkomplizierte Winterwanderung. Text

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