Im hinteren Krimmler Tal

Die Warnsdorfer Hütte und ein kleiner Eissee als Ziel: Vom Tauernhaus taleinwärts mit Blick auf die Gletscher bis hoch über den Talschluss.

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Fit in die Natur Wolfgang Tonis
Im hinteren Krimmler Tal SN/sn

Die berühmten Wasserfälle sind ein Publikumsmagnet. Als prächtiges Naturschauspiel stürzen die Wassermassen in drei Katarakten über die fast 400 Meter hohe Mündungsstufe tosend ins Tal. Auch das Krimmler Tauernhaus (1622 m) gehört zu den bevorzugten Wanderzielen für Ausflügler. Weiter südlich ist es da schon merklich ruhiger und wer sich auf den Weg ins hinterste Krimmler Tal macht, sollte Zeit mitbringen. Das liegt nicht nur an den Entfernungen, auch die Naturschönheiten entlang des Weges tragen dazu bei. Einer der Übergänge ins Ahrntal führt durch das Windbachtal und über den Krimmler Tauern. Über Jahrhunderte zogen Säumer mit Waren aller Art und Reisende hier über den Tauernhauptkamm.

Noch heute treiben Südtiroler Bauern, die im Achental Almbesitz haben, ihre Tiere über diesen Saumweg. Ein Kapitel zum Nachdenken bildete 1947 der Marsch von 5000 jüdischen Flüchtlingen über diesen Tauernübergang. Die heutige Wanderung führt uns vom Tauernhaus zur Warnsdorfer Hütte hinauf. Für die Zufahrt zum Tauernhaus kann man das Tälertaxi nutzen, sofern man nicht gleich die ganze Strecke von Krimml bis zum Talschluss mit dem "Bergradl" (MTB) zurücklegt. Der Abschnitt vom Tauernhaus zur Inneren Keesalm auf dem Talweg nimmt fußläufig etwa zwei Stunden in Anspruch und führt an mehreren Almen vorbei. Dann zweigt links der Hüttenzustieg ab und erreicht mäßig ansteigend den flachen Keesboden. Die Randmoränen der einstigen Gletscherausdehnung sind von hier besonders gut zu sehen. Jetzt zieht der Steig wieder kräftig bergan und windet sich die Bergflanke höher. Langsam rückt die schon länger sichtbare Warnsdorfer Hütte näher, nach einer Stunde ab dem Keesboden sollte sie erreicht sein (2336 m). Überlegenswert ist auch eine Nächtigung in diesem gemütlichen Stützpunkt des Alpenvereins, wo die imposante Kulisse der mächtigen Eispanzer des Krimmler Keeses am beeindruckendsten ist. Der Abstecher zum Eissee folgt von der Hütte dem angeschriebenen und markierten Steig in einen versteckten Kessel. Direkt beim See und unzähligen Steinmandln endet dieser kurze Zustieg. Rückweg wie Hinweg.

So kommen Sie hin: Über Mittersill nach Krimml. Beschilderte Parkplätze beachten. Oder mit der Pinzgauer Lokalbahn bis Bahnhof Krimml und mit dem Postbus weiter in den Ort.

Gesamt: 7 Std./780 Hm/18 km; Bergausrüstung. Für das Tälertaxi und die Nächtigung auf der Warnsdorfer Hütte (Tel. 06564/8241) ist eine Reservierung unbedingt erforderlich.

Karte: f & b WK 121. Info: www.warnsdorferhuette.at; www.krimmler-tauernhaus.at

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