Kleiner Göll ganz groß

Er steht zwar etwas im Schatten des großen Bruders, aber speziell an heißen Sommertagen ist der Kleine Göll (1752 m) eine richtig coole Nummer.

Fit in die Natur SN
Kleiner Göll ganz groß SN/sn
Ein Bad im Kuchler Bürgerausee ist die Belohnung nach der Tour auf den Kleinen Göll (am Kamm links).

Ob Schusterroute, Kamin oder Alpeltal, die Anstiege auf den Hohen Göll (2522 m) sind allesamt ziemlich lang und anspruchsvoll. Aber der Hohe Göll hat einen kleinen Bruder und auf diesen Berg am Ende des langen Ostgrates (Kuchler Kamm) führt eine vergleichsweise kurze, knackige Tour. Der durchgehend steile Steig ist zwar auch nicht ganz einfach, aber sollte für Kalkberg-erprobte Alpinisten kein Problem darstellen. Der Kleine Göll hoch über dem Gollinger Wasserfall ist ein typischer Sommerberg. Beinahe der gesamte Anstieg verläuft im steilen Bergwald auf der kühlen Nordseite. Also ideal für richtig heiße Sommertage und ziemlich ungeeignet bei nasskalter Witterung.

Weil der Wald so steil ist und er deshalb kaum bewirtschaftet wird, stehen hier entlang des Weges wahre Baumgiganten. Vor allem der letzte Abschnitt, wenn nach dem Nadel- und Laubwald der Lärchenbestand kommt, beeindruckt durch seine wilde Urtümlichkeit. Flache Wegetappen für Verschnaufpausen gibt es keine, dafür bietet der begrünte Gipfel dann viel Platz und Aussicht.

Der Ausgangspunkt zu dieser einsamen Bergtour ist der Parkplatz südlich unterhalb der auffallenden Nikolauskirche, die da höchst idyllisch auf einem Konglomeratfelsen thront. Von hier geht es 300 Meter nordwärts entlang der Straße Richtung Kuchl bis zur Abzweigung "Kleiner Göll" nach links. Der Wirtschaftsweg führt an einem Hof vorbei in den Wald und folgt dort der nächsten Abzweigung "Kühschwalb" nach rechts. Danach setzt die Markierung mit den vertrauten gelben Wegschildern "Kleiner Göll, Bärenstuhl (Weg 456)" ein. Dieser Weg quert noch einige Male eine Forststraße und verläuft dann gleichbleibend steil durch eine urige Bergsturzlandschaft. Allmählich wird der Wald aber lichter und freundlicher und bald nach dem Beginn der faszinierenden Lärchenzone tritt in rund 1400 Meter Seehöhe sogar noch eine letzte, kleine Quelle an das Tageslicht. 200 Höhenmeter weiter oberhalb gabelt sich der Anstieg: Links führt der Steig in einer halben Stunde auf den exponierten Bärenstuhl (1720 m), geradeaus und ebenfalls 30 Gehminuten entfernt, aber 30 Meter höher liegt der großartige Kleine Göll. Abstieg wie Aufstieg.

So kommen Sie hin: Tauernautobahn (A10), Abfahrt Golling, Richtung Bahnhof über die Salzach, dann rechts Richtung Torrener Hof, zwei Kilometer bis zum Parkplatz gegenüber Torrener Hof.


Anstieg: drei Stunden, 1250 Höhenmeter, 3,5 Kilometer.

Karte: f&b 392, ÖK 3210

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