Von Fußballern in Karenz und Schönheit mit Falten und Dellen

Meldungen, die uns in den vergangenen Tagen erstaunt, gefreut und geärgert haben.

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Frauensache Maria Schmidt-Mackinger

Deutschlands Regierung will Schluss machen mit den "Männerclubs" in den Führungsetagen und eine Frauenquote für Unternehmensvorstände. Ab vier Vorstandsmitgliedern muss künftig eine Frau am Tisch sitzen, heißt es. Eine Frauenquote für Aufsichtsräte war in unserem Nachbarland bereits 2015 eingeführt worden. Diese habe bewiesen, dass Quoten nicht nur die Zusammensetzung der Führungsgremien verändern, sondern sich auch auf die gesamte Unternehmenskultur auswirken, sagt Justizministerin Christine Lambrecht (SPD).

Eine deutsche Profifußballerin, selbst Mutter von Zwillingen, wünscht sich, dass sich auch ihre männlichen Kollegen mehr Zeit für ihre Familien nehmen. "Ich warte auf den ersten männlichen Profifußballer, der sagt: ,Komm, ich nehme jetzt mal fünf oder sechs Monate Elternzeit und bin nicht da.'"

Die katholische Erzdiözese Köln besetzt eine Führungsposition in der Priesterausbildung mit einer Frau, der Erzbischof bezeichnete dies als "ein weiteres wichtiges Signal für einen notwendigen, unverwechselbaren Beitrag, den Frauen in einer modernen, veränderten Priester- und Diakonenausbildung leisten".

Schauspielerin Kate Winslet (45) sagt, sie wolle beim Thema Schönheit ein Vorbild sein: "Bei mir findet keine Fotobearbeitung statt." Ihr Gesicht dürfe nicht verschmälert, ihr Körper nicht verändert und Falten, Flecken oder Dellen dürften nicht entfernt werden. Sie wolle junge Frauen wissen lassen, dass die meisten glamourösen Aufnahmen retuschiert seien. "Denn so perfekt sieht niemand aus - auch kein Hollywoodstar."

In Heidi Klums Casting-Wahnsinn "Germany's Next Topmodel" schaffen es ein kurvigeres Model, eine junge Frau, die mit unter 1,70 Metern zu klein ist für das Geschäft, ein erst vor fünf Jahren aus Syrien geflüchtetes Mädchen und ein Transgender-Model ins Finale, das Letztere für sich entscheiden kann. Nach dem Sieg wollte sie ein Schnitzel essen gehen.

Sportlerinnen begehren auf gegen Dresscodes. "Immer mehr Athletinnen wollen sich nicht mehr vorschreiben lassen, was sie tragen sollen", schreibt der deutsche Sportinformationsdienst. Während Frauen-Dressen oft körperbetont geschnitten sein müssen, dürfen Männer in der gleichen Sportart weite Klamotten tragen. Sieht ja auch gleich viel besser aus, wenn sich die Beachvolleyball-Mädels im knappen Bikinihöschen im Sand abkämpfen, oder? Sexismus pur. So wie dies: Tschechiens Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg (83) verteidigt einen 25-jährigen Parteikollegen, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, auf diese Art: "Burschen in seinem Alter" bemühten sich "schon seit Zehntausenden Jahren, Mädchen ins Bett zu bringen".

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