Das war der Tag der deutschen Spaltung

In Westdeutschland fragt sich nach den Pöbeleien von Dresden mancher, ob die Wiedervereinigung wirklich eine gute Idee war.

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HEVI Viktor Hermann

26 Jahre währt nun die deutsche Einheit, die erst möglich wurde, nachdem der totalitäre, menschenverachtende Sowjetblock zerfallen war. Die Bürger jenes Teils der Bundesrepublik, den wir als Westdeutschland kannten, finanzieren seit mehr als einem Vierteljahrhundert den Aufbau Ost, sie zahlen eine Sondersteuer namens Solidaritätsbeitrag, damit die neuen Bundesländer aus jener Misere herausfinden, in die sie dank kommunistischer, von Moskau verordneter Misswirtschaft geraten sind.

Am Montag feierte man in Deutschland wieder einmal den Tag der Deutschen Einheit - und doch wurde eine Spaltung offenkundig, die tiefer nicht sein könnte. Beim Festakt pöbelten Anhänger der rechten Pegida-Bewegung die Bundeskanzlerin als "Volksverräterin" an. Das ist ein Wort, das die Nazis gern und häufig verwendeten, das später als "Klassenverräter" im Ostblock beliebt war und jetzt halt wieder zu seinen furchtbaren Wurzeln zurückkehrte. Sowohl Nazis als auch Stalinisten benutzten diese Wörter, um die gesellschaftliche und physische Vernichtung politisch Andersdenkender vorzubereiten.

Aus der Menge der Demonstranten klang auch der Ruf: "Merkel nach Sibirien, Putin nach Berlin." Doch das hatten wir ja schon einmal - Putin war in Ostberlin als Agent des sowjetischen Geheimdienstes KGB und somit Teil des kommunistischen Unterdrückungsapparats eingesetzt. Diese Leute möchten also lieber wieder unter der Knute Moskaus leben, so wie einst, als ermordet wurde, wer die Grenze in den Westen überschreiten wollte. Man muss schon ziemlich leer im Kopf sein, um sich ein politisches System Putin'scher Prägung zu wünschen.

Aber wir dürfen nicht vergessen: Das sind Leute, die einem mehrfach vorbestraften Kriminellen namens Lutz Bachmann nachlaufen. Der Mann liebt seine Heimat Deutschland so sehr, dass er jetzt permanent in Teneriffa lebt und nur noch fallweise zum Stänkern zurück nach Deutschland kommt. Es ist schon bemerkenswert, dass dieselben Leute, die jedem Ausländer jederzeit alles Schlechte unterstellen, sie als potenzielle Vergewaltiger und Terroristen betrachten, sich von einem Menschen an der Nase herumführen lassen, der als Schläger, Dieb, Einbrecher und Drogenhändler mehrmals verurteilt wurde. Man möchte meinen, dass der Mann als Vorbild des "anständigen Deutschen" nicht taugt. Man könnte also den Rückschluss ziehen, dass seine Anhänger alles andere sind als "anständige Deutsche".

Die Eskalation zum Tag der Deutschen Einheit legt den Gedanken nahe, einen weiteren Gedenktag zu erfinden - keinen Feiertag, sondern einen Tag zum Trauern: den Tag der drohenden deutschen Spaltung.

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