Saalbach will die Abfahrt in die Nacht verlegen

Am 23. Februar muss Saalbach-Hinterglemm die letzte Hürde für die WM-Bewerbung nehmen. Für die WM 2023 plant man unterdessen Großes.

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Im Skizirkus Michael Smejkal

In der Politik nennt man so etwas "Fact Finding Mission". Salzburgs Skipräsident Bartl Gensbichler hält den Ball deutlich flacher. "Wir schauen halt, was die hier so machen", sagt er über die Salzburger Delegation, die seit Wochenbeginn bei der WM in Graubünden weilt. Gensbichlers Resümee: "Schön, aber ich habe nichts gesehen, was wir nicht auch könnten."

Auf dem Weg zur WM-Bewerbung haben die Salzburger nur noch eine Hürde zu meistern: Am 23. Februar ist man in Wien bei Sportminister Hans Peter Doskozil - dann geht es nicht nur um den Sport, sondern um das Geld. Konkret um den 40-Prozent-Anteil des Bundes an den Infrastrukturkosten von rund 50 Mill. Euro. Das Land Salzburg hat schon seine Zustimmung gegeben, allerdings auf 20 Millionen Euro gedeckelt, die restlichen 20 Prozent trägt Saalbach-Hinterglemm. Wird der Kostenrahmen überschritten, müssten das der Bund und die Gemeinde auffangen, aber Gensbichler sieht da wenig Gefahr.

Sollte die Zustimmung des Bundes vorliegen, dann wird sich der ÖSV mit dem Glemmtal umgehend für die WM 2023 bewerben. "Die Zusage von Präsident Peter Schröcksnadel habe ich", sagt der Landespräsident - und nicht nur das: Die Salzburger haben auch große Pläne für die WM. Die WM-Abfahrt vom Zwölferkogel soll in die Nacht verlegt werden - als Flutlichtrennen. Die Flutlichtpremiere dafür will man im Weltcup im Februar 2020 feiern, dann allerdings noch bei einer Sprintabfahrt in zwei Teilen. "Die WM-Abfahrt soll aber von ganz oben als Flutlichtrennen stattfinden",
bestätigt Gensbichler.

Die WM 2023 wird im Mai 2018 auf dem FIS-Kongress in Griechenland vergeben. Als bisher einziger Konkurrent steht die französische Region Courchevel/Méribel fest, allerdings rechnet man noch mit mindestens einem weiteren Gegenkandidaten. Gensbichler macht auch das keine Sorgen: "Wir haben die WM 1991 auch im ersten Wahlgang gewonnen."

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