"Sie haben die Uhr, aber wir haben die Zeit"

"I mecht nit tausch'n mit de Leut in der Stadt. De hab'n zwar a Uhr - aber mia hab'n die Zeit!" - sagt Kathi, ein Hirtenmädchen beim Salzburger Adventsingen.

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Klingt das nicht schön? Und klug? Ja, das find' ich auch.

Dumm ist halt nur, dass dieser Satz nicht stimmt. Weil die Zeit, dieses flüchtige Luder, ist längst auch auf dem Land ein knappes Gut geworden. Zum Beispiel jeden Tag in der Früh. Bei den Pendlern, die ständig im Stau stehen und ganz krawutisch werden. Und scheinbar hören Hoteliers, die sich in den Skizentren auf die Wintersaison vorbereiten, seit Wochen ein lautes Ticktack. Tag und Nacht. Innerlich. Denn sie haben ein aufreibendes Rätsel zu lösen. Es heißt: Kommt heuer ein Koch oder wieder nicht? Variante zwei lautet: Bekomme ich genügend Kellnerinnen und Kellner - oder geht das ganz Gfrett auch heuer wieder weiter?

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