Ein Europäer auf Reisen

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Mein Europa Helmut L. Müller

Was die US-Amerikaner von Europa wüssten? Wenig. Ernüchternd ist die Antwort eines Journalisten aus den Vereinigten Staaten, den ich kürzlich während einer Reise gefragt habe. Der Kollege verweist darauf, dass die USA ja selbst ein Kontinent seien, sicher zwischen zwei Ozeanen. Sogar die großen Zeitungen befassen sich vor allem mit nationalen Belangen; Europa kommt kaum vor.

Verweht und vergessen scheint die Tatsache, dass die Gründer der USA ihr Land nach Ideen europäischer Aufklärer gebaut haben. Nicht mehr so stark ins Gewicht wie früher fällt die Tatsache, dass europäische Einwanderer der Vielvölkernation USA den Stempel aufgedrückt haben; heute kommen die Neubürger eher aus Asien oder Lateinamerika.

Anderswo stößt unser Kontinent auf größeres Interesse. Ein Kanadier merkt sofort auf, als er erfährt, dass der Besucher aus dem Euroland kommt. Hoffentlich könne Europas Währung dem US-Dollar Konkurrenz machen, heißt es. In Peru setzt man auf Kooperation mit der EU - als Balance zu den US-"Gringos" und neuerdings den Chinesen. Besser sei es, mehrere Freunde zu haben, heißt es.

Aufgerufen am 17.04.2021 um 10:47 auf https://www.sn.at/kolumne/mein-europa/ein-europaeer-auf-reisen-45571210

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