Lehrerin mit Herz und Seele

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Meine Heldin Gerhard Öhlinger

Vincent Kriechmayr, der medaillenbekränzte Ski-WM-Held aus dem Mühlviertel, hat jüngst die Wintersportnation glücklich gemacht. Und mich an Gertrude Kriechmayr erinnert, die Schwester seines Großvaters. Als Lehrerin in unserer winzigen Dorf-Volksschule lotste sie Generationen von Kindern behutsam durch die Mühen des Lesenlernens und zeigte, dass Rechnen keine Hexerei ist.

Menschliche Wärme, Gespür für die Bedürfnisse ihrer Schützlinge, Fördern der Schwächeren und Fordern der Begabten: Sie war eine Lehrerin mit Herz und Seele, und ihre Schüler wussten das sehr zu schätzen. Umso mehr, als in der Schule noch ein Direktor das Sagen hatte, der die autoritären Erziehungsprinzipien aus finsteren Zeiten hoch und Anschreien für normalen Umgangston hielt. Ihn hat man später, quasi als Dank für jahrelanges Traumatisieren verängstigter Kinder, mit Pomp, Trara und Ehrenring der Gemeinde in den Ruhestand verabschiedet. Wie wäre es, den Platz vor der Schule nach Gertrude Kriechmayr zu benennen? Der Vincent würde zur Einweihung sicher gerne als Ehrengast kommen.

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