Das Rätsel des Zipfelkreuzes

Am Ötscher wurde kürzlich eine etwa ein Meter hohe Holzskulptur in Form eines erigierten Penis entdeckt. Nun wird gerätselt, was wohl das Geheimnis dieses steil in den Heimathimmel ragenden Zipfelkreuzes sein könnte.

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Querschläger Fritz Messner

Ist es der Fetisch eines esoterischen Zirkels? Verabreden sich dort die Mitglieder der Facebookgruppe "Ithyphallos", um sich in Vollmondnächten von toughen Marketing Ladys und slicken Investment Consultants in hellsichtige Quartalsschamaninnen und Wochenenddruiden zu verwandeln und allerlei zünftige Rituale zu praktizieren?

Oder ist es der letzte Zufluchtsort der nun in zunehmendem Maße bloßgestellten Grapschmännlein, die den Unterschied zwischen Frauen verstehen und Frauen begreifen offensichtlich noch nicht ganz verinnerlicht haben? Hängen dann ein paar begrenzt appetitliche alte Säcke am Schaft des hölzernen Weinsteins herum, trauern um die gute alte Zeit und erzählen sich berührende Erlebnisse?

Ist es etwa ein gefinkelter politischer Schachzug? Man erinnert sich ja noch, wie der mittlerweile wegen schweren Betrugs und Beteiligung an der Untreue rechtskräftig verurteilte Chef einer mittlerweile aufgelösten, selbsternannten Heimatpartei die Stimmen naiver Landsleute absahnte, indem er behauptete, es existierten Pläne, wonach schon bald Gipfelkreuze durch Halbmonde ersetzt würden?

Oder ist es gar eine Kultstätte der klimawandelresistenten, heimischen Wintertouristiker, die in der Statue eine stilisierte Schneekanone sehen, die sie jedes Jahr am Winterbeginn anflehen, sie möge recht bald den heißersehnten weißen Segen auf tausende Kilometer grünbrauner Pisten schleudern?

Möglicherweise wird das Zipfelkreuz vom Ötscher aber auch für immer ein Rätsel bleiben.

Aufgerufen am 15.11.2018 um 03:44 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/das-raetsel-des-zipfelkreuzes-20249155

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