Die Klagenfurt-Strategie

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Querschläger Fritz Messner

Y: Bam Oida, ich hab gestern voll mein Handy gespidert. Aber wenn ich morgen einen Zweier schaff, krieg ich ein neues. Magst mit mir lernen?
H: Null Bock, Oida! Ich krieg sowieso einen Einser. Und wenn nicht, klagen mir meine Eltern einen.
Y: Und das funktioniert?
H: Total, schon seit der Volksschule. Bei der Schulbürokratie findet unser Rechtsanwalt immer irgendwo einen Formfehler - sonst hätt ich's ja nie bis hierher geschafft.
Y: Na ja, aber spätestens bei der Zentralmatura musst dann lernen.
H: Du Träumer, grad die chaotische Veranstaltung ist ein Fressen für den Dr. Einspruch, da freut er sich schon heut drauf.
Y: Und ich ahne schon, wie du dein Studium in Mindestzeit abschließen wirst.
H: Bingo! Und rat mal, wo ich studieren werd.
Y: In Klagenfurt?
H: Bist ein Blitzgneißer.
Y: Aber was machst dann nach dem Studium? Im Berufsleben fliegt doch sofort auf, dass du nichts kannst. Wovon willst dann leben?
H: Na dann klag ich halt.
Y: Wen willst dann noch klagen? Den Arbeitgeber?
H: Nein, meine Eltern - auf lebenslangen Unterhalt, weil sie mir die Chance gnommen haben, selbständig und auch aus meinen Fehlern und Niederlagen zu lernen.
Y: Das würdest echt machen? Sag, wie geht's dir da eigentlich dabei?
H: Ich kann nicht klagen … äh … blöde Redewendung.

Aufgerufen am 22.01.2021 um 02:17 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/die-klagenfurt-strategie-64554601

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