Für kompromisslose Schul-Auto-Nomie

Die gegenwärtige Situation erfordert radikale Lösungen wie Drive-in-Klassen.

Querschläger | Alltagsleben in Salzburg SN

Unsere Schüler sind auf dem Schulweg ernsthaft gefährdet. Sie müssen sich zwischen den auf Fahrbahnen, Gehsteigen und Gehwegen schlängelnden, drängelnden oder reversierenden Automobilen, mittels derer Eltern ihre Mitschüler möglichst nahe am rettenden Schultor absetzen wollen, hindurchzwängen, was oft zu gefährlichen Situationen führt. Und das Ganze ist ein Teufelskreis, denn ob der beschriebenen Gefahren kutschieren immer mehr besorgte (ahnungslose Ignoranten behaupten auch einfach: bequeme) Eltern ihre Sprösslinge immer näher zur Schule, was die Situation immer weiter verschärft. Aber wie soll man diesen Teufelskreis durchbrechen? Soll man an die Vernunft von Menschen appellieren, die gerade hinter dem Steuer sitzen? Das wäre doch der Gipfel der Naivität.

Gerade eine Autofahrerregion wie Salzburg könnte hier mit der Errichtung von Drive-in-Schulen neue Standards setzen. Die Gebäude müssten einfach so adaptiert werden, dass die Eltern ihre Augensterne in einem ausgeklügelten Einbahnsystem bis direkt in die Klassenräume transportieren könnten, wo sie das Lehrpersonal schon im Unterrichtscabrio erwarten und mit einem ermunternden Hupton begrüßen würde. Auch Elternabende und Elternsprechtage könnten in gemütlicher, vertrauter Atmosphäre, quasi von Volant zu Volant, abgehandelt werden. Und vor allem könnten Wandertage und naturgeschichtliche Lehrausgänge, die die Schüler heute oft den unwägbaren Gefahren asphaltfreier Umgebungen aussetzen, dann im sicheren und geschützten Klassenkonvoi oder SUV-Korso durchgeführt werden.

Aber ich fürchte, die ewigen technikfeindlichen Miesmacher der Fußgängerlobby werden auch dieses zukunftsweisende Projekt zu verhindern wissen.

Aufgerufen am 21.11.2018 um 01:06 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/fuer-kompromisslose-schul-auto-nomie-958009

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