Skisport in Ösiland am Ende?

Pistenraupen haben kurze Beine und deutsche Medien gottlob keinen Schmäh.

Querschläger SN

Es mag wohl der pure Frust über die Ignoranz der norddeutschen Medien dem Skisport gegenüber gewesen sein, der heimische Tourismusmanager zu einem werbetechnischen Lausbubenstück anstachelte. Während bei uns täglich mit nervenzerfetzenden Meldungen wie "Schneekanonensegnung in Hinterwinkl feierlich durch Trachtenmusik umrahmt" oder "Babylift mit tausend Pistenkilometern am Germknödlkogl eröffnet" dem alpinen Brettlkult die nötige Ehrerbietung erwiesen wird, zeigen Medien wie "Der Ostfriesische Deichbote", "Das Buxtehuder Tagblatt" oder "Der Schleswig-Holsteinische Wattenwächter" unserer Nationalreligion die kalte Schulter.

Das wollten findige Schlitzohren aus dem Tiroler Seefeld ändern. Sie packten eine Pistenraupe auf einen Laster und schickten sie in das gleichnamige Städtchen in Norddeutschland, wo der eingeweihte Schauspieler-Chauffeur den herbeigerufenen Medien vorflunkerte, sein Navi hätte sich verfahren. Die Nordlichter bissen sofort an, brachten landesweit schadenfrohe Meldungen über den doofen, an geographischer Legasthenie leidenden Ösi-Bully - und machten so seitenweise Gratiswerbung für Seefeld. Als sie dann spitzbekamen, dass sie einem PR-Gag aufgesessen waren, riefen sie gleich sauertöpfisch und schmäh stad nach dem Medienrat.

Das finde ich unelegant, denn sie hätten ganz einfach mit gleicher Münze zurückzahlen und die Fotos der Pistenraupe am plattdeutschen Strand mit Überschriften wie "Ösis verkaufen Pistenraupen - nie wieder Schnee in den Alpen?" oder "Pistenraupen werden zu Strandbuggies - Skisport in Ösiland am Ende?" übertiteln können. Da hätten sie dann wirklich doof geschaut, unsere ausgefuchsten Schwindeltouristiker.

Aufgerufen am 21.09.2018 um 06:32 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/skisport-in-oesiland-am-ende-837604

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