Kritische Anfragen an den Islam

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Zeitzeichen Josef Bruckmoser

Der "Außenfeind" ist immer ein willkommener Helfer, wenn es innenpolitisch kriselt und der Zusammenhalt eines Volkes gefährdet ist. Autokratische Herrscher wie Erdoğan in der Türkei, Putin in Russland oder Kim Jong Un in Nordkorea treiben diese Methode gefährlich auf die Spitze.

Ansätze lassen sich aber auch in Europa finden, zumal wenn Wahlkampf ist, wie jetzt in Deutschland und in Österreich. Da muss zum einen die Angst vor der "Überfremdung" für vieles herhalten, zum anderen benützt der Überwachungsstaat den islamistischen Terror als Vehikel für die verschärfte Kontrolle seiner Bürger.

Vieles, was derzeit über "den Islam" und "die Muslime" in Umlauf gebracht wird, hat mit einer ernsthaften und sachgerechten Auseinandersetzung nichts zu tun. Das heißt aber nicht, dass es nicht seit Jahren solche ernsthaften Anfragen gibt. Etwa die, welchen Einfluss Staaten wie die Türkei oder Saudi-Arabien auf die muslimischen Gemeinden in Deutschland oder Österreich nehmen.

Die SN lassen in einem Schwerpunkt auf der wöchentlichen Seite "Geist & Welt" namhafte kritische Stimmen zum Islam zu Wort kommen. Die erste ist heute Necla Kelek, die sich als Menschenrechtlerin und Kritikerin des autoritären Frauenbilds im traditionellen Islam einen Namen gemacht hat. In den kommenden zwei Wochen bringen wir jeweils am Dienstag ein Interview mit Seyran Ateş, der deutschen Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin, die in Berlin eine liberale Moschee gegründet hat, und einen Beitrag mit dem Religionswissenschafter Michael Blume, der die These - die von vielen als Schreckgespenst verbereitet wird - eines selbstbewusst expandierenden Islam hinterfragt und den Islam sogar eher auf dem Rückzug sieht.

Alle drei Beiträge sind weit entfernt von einer pauschalen Kritik an "dem Islam". Sie regen vielmehr zu einer Debatte auf Augenhöhe an.

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