Kultur

Offener Brief an die Bundesregierung: "Warum muss Kultur ein Freizeit-Dasein fristen?"

Künstler und Veranstalter fordern direkte Begegnung des Publikums mit Kunst: "Nicht irgendwann, sondern jetzt!"

An Prominenz und künstlerischer Tatkraft ergeben die Namen der Unterzeichner des am Montag publizierten offenen Briefs ein ruhmreiches Österreich-Bild. An erster Stelle steht Gerd Nachbauer, der in unerhörter Konsequenz - seit über vier Jahrzehnten ohne Subvention - die Schubertiade Hohenems veranstaltet. Unterschrieben haben auch Schauspieler wie Andrea Eckert, Peter Simonischek, Sona MacDonald, Erwin Steinhauer, Karl Markovics, Joseph Lorenz und Gerti Drassl, die Musiker Roland Neuwirth, Angelika Kirchschlager und Agnes Palmisano sowie die Dirigentin Michi Gaigg.

Auf Initiative des Dirigenten Florian Krumpöck richten diese Künstler und Veranstalter geharnischte Worte an "Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Sehr geehrter Herr Vizekanzler, Sehr geehrte Frau Staatssekretärin". Dass der Brief in einem Überlebenskampf verfasst ist, bedeutet der martialische Vergleich: "Als der Luftkrieg seinerzeit über Großbritannien tobte, wurde der damalige Premierminister Winston Churchill, selbst Maler und Literaturnobelpreisträger, dazu aufgefordert, die Kulturausgaben zugunsten des Verteidigungshaushaltes zu kürzen. Seine Antwort lautete: ,Und wofür kämpfen wir dann?'"

Eigentlich erfordere eine Krise von Regierenden Mut, Selbstlosigkeit, Unabhängigkeit und visionären Weitblick. Doch für "Kunst und Kultur als zentraler Säule unserer Gesellschaft" gebe es in der jetzigen Regierung weder ein eigenes Ministerium noch seien diese Agenden mit dem Bildungsressort zusammengeführt. "Warum muss Kultur nun (...) mit dem Sport ein Nischen- bzw. reines Freizeit-Dasein fristen?"

Theater, Opernhäuser, Konzerthäuser, Museen und Galerien "dienen nicht der Belustigung und Zerstreuung braver KonsumentInnen und WählerInnen", heißt es im Brief. Kunst und Kultur dürften daher nicht als "letztes Rad am Wagen behandelt und (...) auf ein Abstellgleis im Warteschleifen-Karussell verbannt werden". Kritisiert wird der Vorrang für angeblich "systemrelevante" Bereiche: "Müssen wir uns von Regierungen im diktatorischen Prinzip erklären lassen, was über Monate oder gar Jahre hinweg ein ,relevanter' oder ,immanenter' Teil des Systems ist und was nicht?"

Kunst ins Digitale zu verlagern gehe "diametral am Wesen derselben vorbei". Wie im Sport künstlerische "Geisterspiele" zu veranstalten sei sogar gefährlich, da sie ein Zerrbild vermittelten: "Kunst mutiert zum Konsumprodukt ohne das unabdingbare, interaktive Erlebnis." Der direkte Kontakt von Kunstwerk und Mensch sei unabdingbar: "Nicht irgendwann, sondern jetzt!"

Das Vertrösten auf Herbst müsse aufhören, fordern die Künstler. Ein Zuwarten auf "die Zeit danach" bedeute vermutlich, dass Häuser und Festivals über Monate oder Jahre zuzusperren seien. Statt eines "Karussells des hilflosen Aufschiebens" müssten Kunst und Kultur trotz Corona möglich werden.

Dafür genügten nicht "Pauschallösungen, die ausschließlich an den Handel angelehnt sind". Oder: Die jüngst getroffene Gutscheinregelung nütze nur großen Konzertveranstaltern, hingegen sei sie für die meisten anderen nutzlos - etwa für Veranstalter vieler sommerlicher Festivals: "Ihr Vorverkauf ist in der Regel komplett eingebrochen, so er überhaupt begonnen hat." Nötig seien nach Genre und Große individuelle Kriterien, die stets an neue Erkenntnisse anzupassen seien. "So viel Zeit muss sein. So viel Kompetenz muss sein. Und so viel Wertschätzung muss sein." Eine Maßnahme wird vorgeschlagen: eine auf Freiwilligkeit und Datenschutz beruhende Kultur-App für Kontaktverfolgung nach Schweizer Vorbild.


Der Wortlaut des Briefs:

Florian Krumpöck
Pianist | Dirigent | Intendant des Kultur.Sommer.Semmering
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"Kultur ist Lebensweise des Menschen.
Sie ist die Substanz, um die es in der Politik zu gehen hat."
- Richard von Weizsäcker
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
Sehr geehrter Herr Vizekanzler,
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin,
Wien, den 4. Mai 2020
als der Luftkrieg seinerzeit über Großbritannien tobte, wurde der damalige
Premierminister Winston Churchill, selbst Maler und Literaturnobelpreisträger, dazu
aufgefordert, die Kulturausgaben zugunsten des Verteidigungshaushaltes zu kürzen.
Seine Antwort lautete "Und wofür kämpfen wir dann?". Churchill bewies Weitblick und
setzte die richtigen Signale, Kunst und Kultur auch für spätere Zeiten lebendig zu
erhalten. So natürlich uns die monetäre Sicherstellung der Kulturbetriebe heute auch
vorkommen mag, so eine starke Symbolkraft hatte eine derartige Aussage in einer
Zeit, in der staatliche Kultursubventionen alles andere als selbstverständlich waren.
Kulturschaffende wurden also nicht einfach mit Almosen ruhiggestellt und ein
bedeutender Teil des Kunst- und Kulturwesens zeitgleich stillgelegt, um sich zuerst auf
das "Wesentliche" zu konzentrieren. Historisches Bewusstsein, aber auch eine
Auseinandersetzung mit möglichen Zukunfts-Szenarien verdeutlichen, wie sich ein
drohender kultureller Stillstand auf unsere Zivilisation auswirken könnte.
Sie verantworten ein Ressort, das in seiner Vielfalt, in seiner gesellschaftlichen,
historischen, sozialen, politischen, ja sogar wirtschaftlichen Bedeutung, in seiner
Verknüpfung mit nahezu allen anderen Ressorts schlussendlich das Menschsein an sich
umfasst. "Der Preis der Größe heißt Verantwortung" sagte Winston Churchill.
Verantwortung zu übernehmen hieße hier Mut, Selbstlosigkeit, Unabhängigkeit und
visionären Weitblick zu zeigen. Und das nicht nur, aber vor allem in Zeiten einer Krise
solch historischen Ausmaßes.
Warum haben Sie zugelassen, dass der Kunst und Kultur als zentraler Säule unserer
Gesellschaft ein eigenes Ministerium verwehrt wird? Warum sind Sie in weiterer Folge
nicht dafür eingetreten, die Kulturagenden mit dem Bildungs-Ressort zusammenzuführen,
was nicht nur naheliegend, sondern auch Ausdruck eines visionären
Florian Krumpöck
Pianist | Dirigent | Intendant des Kultur.Sommer.Semmering
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Gesellschaftsbildes gewesen wäre? Warum muss Kultur nun stattdessen gemeinsam
mit dem Sport ein Nischen- bzw. reines Freizeit-Dasein fristen?
Ist Ihnen bewusst, dass, wie Klaus Zeyringer im Standard vom 8. Juli 2018 notierte,
seit 2012 das Lesepublikum im deutschsprachigen Raum um über 6 Millionen
geschrumpft ist und dass weiters die Akademikerquote in Österreich, aber auch ganz
Europa stetig ansteigt, das allgemeine Wissens- und Kompetenzniveau hingegen
unaufhörlich sinkt?
Die Behauptung, eine Diplomiertenrate würde per se den Kenntnisstand einer
Bevölkerung widerspiegeln, gehört zu einem der schwerwiegendsten Trugschlüsse
unserer Zeit. Erfolgreicher Populismus ist laut Zeyringer der Triumph der
Simplifizierung. Mangelnde Aufnahmefähigkeit komplexer Texte ebnet einem
Schwarz/Weiß-Denken dabei Tür und Tor. Bücher sind Kulturgut, Theater,
Opernhäuser, Konzerthäuser, Museen, Galerien etc. nicht minder. Sie dienen nicht der
Belustigung und Zerstreuung braver KonsumentInnen und WählerInnen. Die Kunst
und Kultur darf daher nicht als Oberflächenpolitur und letztes Rad am Wagen
behandelt werden und mit pseudo-emphatischen Äußerungen, Mut- und
Fantasielosigkeit angesichts der möglichen schwerwiegenden Risiken der Covid-19-
Pandemie auf ein Abstellgleis im Warteschleifen-Karussell verbannt werden!
Kunst lebt in den meisten Fällen vom Kontakt, vom intensiven Austausch zwischen
Kunstschaffenden und dem Publikum, von der direkten Aura des Kunstwerkes und der
gleichen Luft, die KünstlerInnen, Kunstwerk und Publikum im geradezu faustischen
Augenblick des Entstehens atmen. Kunst, die auf einer menschlichen Interaktion
basiert, zu streamen geht daher diametral am Wesen derselben vorbei. Signale, dass
künstlerische "Geisterspiele", wie auch im Sport geplant, eine Möglichkeit wären, den
Kunsthunger der Menschen zu befriedigen, sind geradezu gefährlich, da sie nur ein
Zerrbild vermitteln. Kunst mutiert zum Konsumprodukt ohne das unabdingbare,
interaktive Erlebnis. Das Streamen bedeutet in diesem Fall das Beschreiten einer
Einbahnstraße auf dem Weg ins Unpersönliche und Oberflächliche, von dem viele
Bereiche unseres Lebens ohnehin durchdrungen sind.
So, wie der soziale Kontakt nun wieder weitestgehend ermöglicht wurde, muss auch
der direkte Kontakt zwischen Kunstwerk und Mensch ermöglicht werden! Nicht
irgendwann, sondern jetzt! Dabei darf Ihr Leitspruch ruhig wörtlich genommen
werden: So viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkung (bei gleichzeitiger
genereller Ermöglichung) wie nötig.
Florian Krumpöck
Pianist | Dirigent | Intendant des Kultur.Sommer.Semmering
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Sollten wir nicht generell die Diskussion, was über eine längere Zeitspanne betrachtet
für eine Gesellschaft systemrelevant oder systemimmanent ist, öffnen? Es mag sein,
dass für einen Teil der Bevölkerung Kunst und Kultur tatsächlich nicht systemrelevant
sind, aber gebietet es nicht das demokratische Prinzip, hier die Bedürfnisse aller
Menschen zu berücksichtigen, ungeachtet davon, ob es sich um Minderheiten oder
Mehrheiten handelt? Oder müssen wir uns von Regierungen im diktatorischen Prinzip
erklären lassen, was über Monate oder gar Jahre hinweg ein "relevanter" oder
"immanenter" Teil des Systems ist und was nicht?
Ein prinzipielles Übereinkommen, dass Kunst und Kultur bereits jetzt, noch während
der Omnipräsenz der Ansteckungsgefahr, in allen Bereichen und unter größtmöglichen
Sicherheitsvorkehrungen ermöglicht werden muss, würde die andauernde Illusion
verhindern, den Herbst als eine "Zeit danach" zu sehen, die dann in regelmäßigen
Abständen weiter nach hinten verschoben wird. Anerkannten wissenschaftlichen
Prognosen folgend hieße ein Zuwarten auf "die Zeit danach" in logischer
Schlussfolgerung nämlich in Wahrheit, dass wir alle Häuser und Festivals vermutlich
über Monate, wenn nicht sogar Jahre komplett sperren müssten. Unabdingbar wäre
daher bereits jetzt ein direktes Bekenntnis zur Kunst und Kultur "trotz"
beziehungsweise "während Corona". Auf dieser Basis könnte dann auch in weiterer
Folge zu beratenden, interdisziplinären Dialogen zwischen medizinischer Wissenschaft
und Kultur eingeladen werden.
Sie haben nun mit sechswöchiger Verspätung und nach verständlicher, medialer
Empörung Gespräche mit einigen tatsächlichen ExpertInnen aus der Kunst- und
Kulturbranche gesucht. Diese dürften, glaubt man den darüber berichtenden Medien,
kontroverse Erkenntnisse und vorerst keine konkreten Ergebnisse gebracht haben.
Bereits bei der Auswahl dieser ExpertInnen bestünde allerdings dringender
Ergänzungsbedarf, da beispielsweise der Veranstaltungsbereich (hier insbesondere die
breit aufgestellte österreichische Sommerfestival-Landschaft) äußerst differenziert zu
betrachtende Anforderungen aufweist und hier die Zeit ganz besonders drängt.
Deutlich über 100 kleine und mittelgroße Sommerfestivals stehen entweder vor dem
saisonalen oder, in Abhängigkeit davon, vor dem kompletten Aus, so sie nicht bereits
abgesagt wurden. Eine Aufrechterhaltung der österreichischen Kulturlandschaft weit
über den Sommer und den Herbst hinaus wird aber durch Pauschallösungen, die
ausschließlich an den Handel angelehnt sind, nicht möglich sein. Verlangen nicht die
aktuellen Lockerungen insbesondere im Bereich der Gastronomie im Sinne der
Branchen-Gleichstellung nach einer ähnlich praktikablen und wohl auch mutigen
Entscheidung für Kulturveranstaltungen? Unabdingbar wären jedenfalls Individual-
Lösungen, die einerseits regelmäßig an die modernsten wissenschaftlichen
Florian Krumpöck
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Erkenntnisse angepasst und andererseits interdisziplinär erarbeitet werden. So viel Zeit
muss sein. So viel Kompetenz muss sein. Und so viel Wertschätzung muss sein.
Die Entwicklung neuer Formen von ExpertInnenrunden wäre also von immanenter
Wichtigkeit. Führende ExpertInnen im Gesundheitswesen sowie jene aus möglichst
allen kulturellen Bereichen sollten gemeinsam, nicht getrennt voneinander, an runde
Tische gebeten werden, um kooperierend Lösungen zu erarbeiten, die Grundlagen für
gesetzliche Entscheidungen bilden müssten. Solange kein Dialog dieser Art stattfindet,
wird sich das Karussell des hilflosen Aufschiebens ewig drehen. Geöffnet werden dann
schließlich, wie gerade erlebbar, nur Bereiche mit starken Interessenvertretungen,
starken Lobbyisten und politischer Breitenwirkung.
Eine naheliegende Lösung für Theater, Konzerthäuser, Opernhäuser, Klein-, Mittelund
Großbühnen sowie quasi alle Festivals, die über ein detailliertes, digitales
Buchungssystem sowie eine fixe, nummerierte Bestuhlung verfügen, wäre, wie bereits
vom Direktor des Theaters in der Josefstadt, Herbert Föttinger, politisch und medial
propagiert, ein lückenloses Contact-Tracing, sollte sich dies als das gelindeste Mittel
erweisen. Sämtliche Besucher müssten per expliziter Zustimmung beim Ticketkauf die
Verarbeitung relevanter Daten gestatten, was zu jeder Zeit eine komplette Kontrolle
darüber, wer auf welchem Platz gesessen ist, ermöglichen würde. So könnte die
Grundlage für eine rasche Unterbrechung der Ansteckungskette gewährleistet werden,
sollte ein Corona-Fall auftreten. Ab Mitte Mai setzt beispielsweise die Schweiz
unabhängig von Kunst und Kultur per App und Contact-Tracing auf die Rückkehr zur
Normalität als Preis für die gesellschaftlich notwendigen Lockerungen der Corona-
Maßnahmen. Ab 8. Juni sollen dort (vorbehaltlich des vorangehenden Bundesrats-
Entscheides) auch wieder Theater und Kinos öffnen! Contact-Tracing, adaptiert für den
österreichischen Kulturbetrieb, bei völliger Freiwilligkeit in Einklang mit der geltenden
europaweiten Datenschutz-Grundverordnung zu bringen, müsste eine der
wesentlichen, kulturpolitischen Aufgaben sein.
Wie schön, dass durch den Gesetzesbeschluss zur Gutschein-Refundierung für bereits
abgesagte Veranstaltungen insbesondere für Großveranstalter offenbar eine
praktikable Lösung zur Liquiditätssicherung gefunden wurde und damit die eigentliche
Verantwortung zumindest partiell erfolgreich auf die Konsumenten übertrage wird. Wie
weniger schön, dass bei einer Umsetzung in die Praxis damit die so wichtige
Vertrauensbasis zwischen einem Kleinveranstalter und seinem Publikum aufs
Empfindlichste leiden würde und jede Möglichkeit der Freiwilligkeit im Keim erstickt
wird. Die Beziehung eines Veranstalters zu seinem Publikum ist wie die Beziehung einer
politischen Partei zu seinen WählerInnen: Sie wird über viele Jahre hinweg aufgebaut
Florian Krumpöck
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und kann durch eine Fehlentscheidung mit einem Schlag zunichte gemacht werden.
Für die vielen kleineren und mittleren Veranstalter der sommerlichen Festival-
Landschaft ist dieses Gesetz ohnehin nutzlos, ihr Vorverkauf ist in der Regel komplett
eingebrochen, so er überhaupt begonnen hat. Auch gibt es zumeist keine Abo-
Systeme, die diesbezüglich flexible Lösungen zulassen könnten. Ferner erhalten viele
dieser Veranstalter ausschließlich jährliche Förderzusagen. Die mit Stolz präsentierte
Gutscheinlösung ist außerhalb mehrjähriger Förderverträge schlichtweg nicht
umsetzbar. Veranstalter dürfen daher keinesfalls dazu genötigt werden, ihre Liquidität
durch die Gutscheinlösung aufrecht zu erhalten, um damit den Anspruch auf
Entschädigungszahlungen teilweise oder ganz zu verlieren. Hier ist ausschließlich ein
Setzen auf Freiwilligkeit vorausschauend und somit akzeptabel!
Um also sicherzustellen, dass auch in Krisenzeiten insbesondere die performativen
Künste einerseits aktiv bleiben (und sich nicht durch kostenlose digitale Überangebote
selbst demontieren müssen) und um andererseits den Fortbestand unserer reichen
Kulturlandschaft als Teil unserer Identität während und nach der Pandemie zu
garantieren, ersuche ich Sie, folgende Punkte schnellstmöglich zu realisieren:
• Ein prinzipielles Bekenntnis zu allen Bereichen der Kunst und Kultur als relevante,
lebendige Bestandteile einer Gesellschaft, auch in Krisenzeiten.
• Die weitestgehende Ermöglichung kultureller Veranstaltungen unter Berücksichtigung
eines größtmöglichen Schutzes der Bevölkerung und einer der
Kulturnation Österreich würdigen Fairness-Angleichung an andere Branchen.
• Interdisziplinäre Gesprächsrunden mit hochrangigen VertreterInnen möglichst aller
kultureller Bereiche inklusive der bisher größtenteils ausgesparten Sommerkultur
(abseits von Salzburg und Bregenz) gemeinsam mit den einschlägigen BeraterInnen
des Gesundheitsministeriums.
• Schaffung der nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen und Bereitstellung
etwaiger finanzieller Mittel zur Umsetzung eines auf Freiwilligkeit basierenden,
lückenlosen Contact-Tracing-Systems im Zusammenhang mit bestehenden
Ticketing-Systemen speziell für KulturanbieterInnen.
• Keine finanzielle Benachteiligung bei Entschädigungs- und/oder Förderungsauszahlungen
für VeranstalterInnen, die bereits absagen mussten und ihre
Liquidität nicht über die beschlossene Gutschein-Verordnung sichern.
Florian Krumpöck
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Stellvertretend für die unterstützenden Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen hoffe
ich auf Ihr rasches Handeln und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Florian Krumpöck
1. Gerd Nachbauer, Schubertiade
2. Mag. Wolfang Sturm, Direktion Theater Akzent
3. Nuschin Vossoughi, Intendanz Theater am Spittelberg
4. Michaela Gaigg, L'Orfeo Barockorchester / Donaufestwochen im Strudengau
5. Prof. Elke Hesse, Direktion MuTh, Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
6. Thomas Trabitsch, Theatermuseum
7. Dr. Otto Brusatti, Intendant der Beethoven -Kunstwochen 2020 & Badner
Kulturtage
8. Andrea Eckert, Schauspielerin & Intendantin der Raimundspiele Gutenstein
9. Erwin Steinhauer, Schauspieler
10. Alfred Dorfer, Kabarettist
11. Karl Markovics, Schauspieler
12. Johannes Krisch, Schauspieler
13. Angelika Kirchschlager, Sängerin
14. Gerti Drassl, Schauspielerin
15. Ernst Kovacic, Musiker
16. Peter Simonischek, Schauspieler
17. Brigitte Karner, Schauspielerin
18. Fritz Karl, Schauspieler
19. Mag. Ernst Perbin-Vogl, Sargfabrik
20. Albert Hosp - ORF Radio Ö1 & Festival Glatt & Verkehrt
21. Isabell Gustorff, Freie Dramaturgin
22. Agnes Palmisano, Musikerin
23. Joseph Lorenz, Schauspieler
24. Klemens Lendl, David Müller - Die Strottern, Musiker
25. Sona MacDonald, Schauspielerin
26. Traude Holzer, Musikerin
27. Roland Neuwirth, Musiker
28. Mag. Florian Petermann, Vienna Arts Management
29. Mag. Andreas Koepp, Kulturmanager & Veranstalter
30. Stefanie Kopinits, Belcanto Graz
Florian Krumpöck
Pianist | Dirigent | Intendant des Kultur.Sommer.Semmering
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31. Petra Rodens, Verein Komma Kultur
32. Angela Wandraschek-Strunz, Sängerin
33. Sonja Krenn, Agentur Roadmap Entertainment
34. Dietmar Petermichl, Petermichl Kultursaal
35. Christoph Angerer, Consilium musicum Wien
36. Iris Reiner, Flora, Michael & Leona Rajakowitsch, Promusica Carinthia
37. Fritz Kircher, Musiker & künstlerischer Leiter der Neunkirchner Musiktage,
Mitglied des Haydn Quartetts
38. Hildegard Koller, Burgfestspiele Güssing
39. Kons. Karl - Michael Ebner, Musikfestival Steyr
40. Peter Gillmayr, Musiksommer Bad Schallerbach
41. Harald Wurmsdobler, Pramtaler Sommeroperette
42. Mag. Manuela Trachmann, Taggenbrunner Festspiele
43. Marlene Lacherstorfer, Musikerin
44. Hakon Hirzenberger, Schauspieler
45. Herbert Strobl, Kulturmanager
46. KS Wolfgang Bankl, Sänger
47. Florian Dittrich, Agentur Roadmap Entertainment
48. Paul Gulda, Pianist & Komponist
49. Miguel Herz-Kestranek, Schauspieler & Autor
50. Simon Zöchbauer, Co-Intendant Wellenklänge Festival Lunz am See
51. Christian Knaller, Intendant & Obmann Weissensee Klassik Festival
52. Walter Zeh, Künstlerischer Leiter des Philharmonia Chores Wien sowie seine
185 SängerInnen
53. Mag. Gabriele Korn, Künstlerische und administrative Leitung der
Meisterklassen Gutenstein
54. Julia Lacherstorfer, Intendantin Wellenklaenge, Lunz am See
55. Manfred Schwaiger, Zauberhaftes Kindermusiktheater
56. Elisabeth Sickl, Schloss Albeck

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